Virus! 15 Münchner aus Schullandheim in Klinik

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15 Jugendliche kommen ins Krankenhaus, die anderen Schüler aus zwei fünften Klassen treten die Heimreise nach München an

München/Bruckmühl - Mit schlimmen Bauchschmerzen und Krämpfen sind 15 Münchner Schüler auf einem Landheim-Ausflug in eine Klinik eingeliefert worden.

Der Albtraum der Lehrer – schon in der ersten Nacht der Klassenfahrt erwachte er zum Leben: Die Schüler aus ihren Betten, einer nach dem anderen. Sie klagten über schlimme Bauchschmerzen und Krämpfe. Um 2 Uhr stand der Rettungsdienst vor dem Schullandheim der Stadt München in Bruckmühl. Am Ende brachten die Mediziner 15 Kinder – im Schnitt elf Jahre alt – und einen Pädagogen in Kliniken. Ein Virus! Welcher genau, das wird derzeit noch untersucht. Möglicherweise haben sie sich das Noro-Virus eingefangen.

Doch damit nicht genug: Inzwischen hat sich herauskristallisiert, dass die Münchner Besucher ihre Erkrankungen von ihrer Neuperlacher Schule mitgebracht hatten. Dort klagen rund zehn Prozent der Mädchen und Buben – das sind etwa 200 – unter Symptomen. Das erklärte Schulleiter Reinhold Fries gegenüber dem Internetprotal rosenheim24.de. Es könnte also sein, dass sich inzwischen noch viele weitere Kinder mit dem Virus angesteckt haben.

Der Besuch im Landheim – er gehört zu den Höhepunkten der Schulzeit. So auch für die 61 Kameraden der beiden fünften Klassen aus München. Rund um die Einrichtung, in der unter anderem die Philipp-Lahm-Stiftungen Veranstaltungen organisiert, gibt es viel zu entdecken: herrliche Auen und Wälder, ein Tierkunde-Museum. Nach der Anreise am Montag besuchte die Gruppe noch einen Biobauernhof, in den nächsten Tagen folgten weitere Attraktionen. Bis in der Nacht zum Donnerstag die Klassenfahrt ein jähes Ende fand. Die 40 Kinder, die keine Beschwerden hatten, fuhren mit dem Bus zurück nach München.

Rettungseinsatz am Schullandheim Maxhofen

Rettungseinsatz am Schullandheim Maxhofen

Was war passiert? Der erste Verdacht: Eine Lebensmittelvergiftung. In der Küche wurden sofort Proben genommen. Die Untersuchungen des Gesundheitsreferats sind noch nicht abgeschlossen. Aber vieles spricht für die äußerst aggressiven Noro-Viren. Diese Erreger verursachen Erbrechen und starke Durchfälle. Die Symptome entwickeln sich binnen weniger Stunden und dauern dann 10 bis 70 Stunden. Die Patienten verlieren dabei viel Flüssigkeit. „Den meisten der erkrankten Kinder geht es aber schon wieder besser“, sagte gestern die Sprecherin des Schulreferats, Eva-Maria Volland. „Sie konnten aus der Klinik entlassen werden.“

Das Schullandheim bleibt übers Wochenende geschlossen: „Es wird gründlich desinfiziert.“

E. Unfried

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