Vogelzählung: Wo sind all die Amseln hin?

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Eine Amsel beim Bad

München - Was ist denn mit den bayerischen Amseln passiert? Die erste Zwischenbilanz der großen Vogelzählung „Stunde der Wintervögel 2012“ wartet mit Überraschungen auf.

Die Auswertung der bereits eingegangen Zählbögen zeigt einen starken Rückgang bei den Amseln. Sie wurden in deutlich weniger Gärten und auch in kleineren Anzahlen gesichtet als im Vorjahr. Den Wissenschaftlern des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) ist noch nicht klar, ob das eine Folge des Amselsterbens (Usutu-Virus-Epidemien) im Spätsommer im Westen Deutschlands ist – oder ob lediglich das milde Winterwetter weniger Amseln in die Gärten und an die Futterhäuschen getrieben hat. Deutlich häufiger dagegen wurden Elstern und Grünfinken gesichtet. Für Platz eins der Vogel-Hitliste gibt es drei heiße Kandidaten. Kohlmeise und Haussperling haben auch heuer wieder das Schnäbelchen vorn. Erstmals jedoch – und das ist schon eine kleine Sensation – liegt auch der Feldsperling weit vorn.

Die milde Witterung ist nach Einschätzung des LBV mit hoher Wahrscheinlichkeit der Grund dafür, dass in Mittel- und Unterfranken heuer ingesamt deutlich weniger Vögel an den Futterhäuschen waren als im Vorjahr. In Oberfranken, Niederbayern und der Oberpfalz liegt der Durchschnitt dagegen höher.

Im vergangenen Jahr hatten 21 500 Vogelfreunde insgesamt 650 000 Vögel gemeldet. Mit einer ähnlich hohen Quote rechnet der LBV trotz des schlechten Wetters an den Zähltagen auch heuer. Ein Großteil der Meldungen ist vermutlich noch unterwegs zum LBV, denn Einsendeschluss für Zählbögen ist der 16. Januar. Weitere Infos finden Sie im Internet unter www.stunde-der-wintervoegel.de.

dop.

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