Volkstheater-Zukunft: Neubau oder Ankauf?

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Christian Stückl hat sein Volkstheater wieder nach oben gebracht – jetzt fehlt nur noch eine sichere Heimat, ob in der Brienner Straße oder in einem Neubau.

München - Umzug weg aus bester Lage? Das kann doch nur ein Abstieg sein! Ist es aber nicht, beteuern die Stadtrats-Politiker von SPD und Grünen. Denn: Das Volkstheater in der Brienner Straße am Stiglmaierplatz kriegt vielleicht einen Neubau.

„Das ist ein uneingeschränktes Ja zum Theater“, bekräftigt Michael Leonhart (SPD) gegenüber der tz. Gestern haben SPD und Grüne einen Antrag gestellt, um das Volkstheater „dauerhaft zu sichern und auch alternative Standorte zu prüfen“.

Zum Hintergrund: Das Volkstheater steht nicht auf städtischem Grund. Der Hauptteil des Bodens gehört dem Bayerischen Fußball-Verband, das hintere Areal – zur Augustenstraße hin – insgesamt sechs Privatleuten. Der Mietvertrag fürs Haus läuft bis 2020. Genug Platz hat man mittlerweile, zu den rund 800 Quadratmetern für Haupthaus und Lager kamen jetzt nochmals 400 Quadratmeter dazu.

Jopie Heesters - Sein Leben in Bildern

Jopie Heesters - sein Leben in Bildern

Johannes Heesters war ein Dandy. In den 30er und 40er Jahren lagen ihm die Frauen zu Füßen. Klicken Sie sich durch seine Lebensgeschichte. © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Gegen den Kuss einer hübschen Frau hatte der gebürtige Niederländer nichts einzuwenden. © dpa
In mühevoller Kleinarbeit werden die alten UFA-Filme von der Friedrich Murnau Stiftung restauriert. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Filme als Kulturgut zu erhalten. © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Die Frauen schmolzen bei diesem Blick dahin. Johannes Heesters war der Frauenschwarm schlechthin. © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Am 05. Dezember 1903 erblickte der Entertainer im niederländischen Amersfoort das Licht der Welt. © ap
Johannes Heesters mit Ehefrau Simone Rethel. © ap
Auf seine Zigaretten verzichtete Jopie nie. Zwei bis drei am Tag durften es schon sein. © ap
Die Bühne war das zweite zu Hause des Sängers und Schauspielers. © ap
Kleine Abstriche an das Alter musste Johannes Heester machen. Vor seinem Tod war er fast erblindet und hörte schlecht. © dpa
Auf der Bühne fühlte sich der Entertainer zu Hause. © dpa
Im Zirkus Krone gemeinsam mit dem legendären Clown Oleg Popow. © dpa
Damals waren Gentleman noch gefragt. Ein Dandy war dafür bekannt, die Herzen der Frauen mit Leichtigkeit zu erobern. © ap
Als Kaiser Franz Joseph von Österreich. © dpa
Ausstellung mit alten UFA-Filmplakaten. © dpa
Als „Gott“ in „Jedermann“. Eine schwierige Rolle. © dpa
Verzauberte als Franz Joseph nicht nur die „Sisi“. © dpa
Ehren-Bambi: Bis zu seinem Lebensende erhielt Jopie Heesters in jedem Jahr einen Ehrenbambi. Die Hubert Burda Media gab dafür ein offizielles Versprechen. © dpa
Alte UFA-Filme erstrahlen dank digitaler Technik in neuem Glanz. © dpa
Ein Küsschen in Ehren...Johannes Heesters ist nicht abgeneigt. © dpa
Heute kann sich kaum noch ein Zuschauer vorstellen, wie es zur Zeit der schwarz/weiß Filme war. © dpa
Johannes Heesters gemeinsam mit Ehefrau Simone und zwei seiner Ur-Enkel. © dpa
Mit Margarethe Schmitz (l) und Romana Rombach als „Graf von Luxemburg“. © dpa
Die alten UFA-Filme müssen in mühevoller Kleinarbeit restauriert werden. Digital coloriert behalten sie einen wunderschön nostalgischen Charme. “Im weissen Rössl“ lief zuletzt beim SWR. © dpa
Zu Gast bei „Wetten dasss...?!“ © dpa
Mit der verstorbenen Schauspielerin Inge Meisel verband den Entertainer eine innige Freundschaft. © dpa
Johannes Heesters im Fitnessstudio. © dpa
100 Jahre, gerade hatte der Schauspieler ein Comeback mit dem Lied: „Die Kraft meines Lebens!“ © dpa
In Lehárs Operette “Die lustige Witwe„ verzauberte er wieder einmal die Damen-Welt. © dpa
„Die lustige Witwe“ heute sind Operetten größtenteils von Musicals abgelöst worden. © dpa
Die „DPA“ gratulierte Johannes Heesters zum 106. Geburtstag mit einem wunderschönen Strauss Tulpen. © dpa
Bis in die 80er Jahren galt es nicht als anstößig, wenn die Männer in den Filmen Whiskey tranken und die Frauen rauchten. © dpa
Liebevoll restauriert: Filmplakate aus der UFA-Zeit. © dpa
Zwei UFA-Legenden unter sich: Johannes Heesters mit Kollege Heinz Rühmann. © dpa
Johannes Heesters hat viele Ehrungen erhalten. © dpa
Johannes Heesters erinnerte sich gerne an die Zeit als junger Frauenschwarm zurück. © dpa
UFA-Stars unter sich. Die glanzvollen Zeiten der alten Filmindustrie sind schon lange dahin. © ap
Ein Gemälde zu Ehren seines Jubiläums. © ap
Auch der ehemalige Ministerpräsident Franz Joseph Strauß gehörte zu Jopies Freunden. © ap
Heesters und seine Frau Simone Rethel-Heesters standen im Oktober 2011 während der Gala zum 50-jährigen Bestehen der Kleinen Komödie im Bayerischen Hof in München auf der Bühne. © dpa
Heesters und seine Frau Simone Rethel-Heesters stehen am 31. Oktober 2011 während der Gala zum 50-jährigen Bestehen der Kleinen Komödie im Bayerischen Hof in München auf der Bühne. © dpa
Heesters feierte am 5. Dezember 2010 in Alboth's Restaurant im Kaisersaal in Erfurt seinen 107. Geburtstag. © dpa
Heesters feierte am 5. Dezember 2010 in Alboth's Restaurant im Kaisersaal in Erfurt seinen 107. Geburtstag, seine Frau Simone Rethel posiert mit ihm für Fotografen. © dpa
Heesters und Eva Probst während einer Theaterprobe «Ein gesegnetes Alter» von Curth Flatow am 22. Mai 1996 in Berlin. © dpa
Der österreichische Sänger und Schauspieler Peter Alexander (M.) steht am 21. Oktober 1970 zwischen seinen Gästen Anneliese Rothenberger und Johannes Heesters. © dpa
Jopie Heesters zeigt im Dezember 2010 auf der Bühne im Kaisersaal in Erfurt mit einer Geste, dass seine Stimme noch fit ist. © dpa
Jopie Heesters hält im Dezember 2010 neben seiner Frau Simone Rethel im Kaisersaal in Erfurt den gerade erhaltenen Ehren-Bambi. © dpa
Heesters steht im Dezember 2010 mit seiner Frau Simone Rethel im Kaisersaal in Erfurt. Mit einer großen Gala "Jopi - die 107. Revue" wird hier Heesters 107. Geburtstag gefeiert. © dpa
Heesters zeigt im Dezember 2010 auf der Bühne im Kaisersaal in Erfurt mit einer Geste seine Kämpfernatur. Mit einer großen Gala "Jopi - die 107. Revue" wird hier Heesters 107. Geburtstag gefeiert. © dpa
Heesters singt im Dezember 2010 auf der Bühne im Kaisersaal in Erfurt. Mit einer großen Gala "Jopi - die 107. Revue" wird hier Heesters 107. Geburtstag gefeiert. © dpa
Johannes Heesters sitzt im Hotel Bayerischer Hof in München bei einem Fototermin zur Vorstellung des Films "Johannes Jopi Heesters" auf einem Sofa (2009) © dapd
Johannes "Jopie" Heesters singt in München bei der Gala-Premiere des "Großen Russischen Staatscircus" © dapd
Johannes Heesters schaut in Berlin im Friedrichstadtpalast durch einen Spalt im Bühnenvorhang © dapd
Johannes Heesters im Bühnenkostüm mit Stock und Zylinder im April 1981 © dpa
Johannes Heesters präsentiert während der Show zum 50. Geburtstag der ARD-Fernsehlotterie «Ein Platz an der Sonne» am 22.04.2006 in Berlin das Lied «Heute geh'n wir ins Maxim». © dpa
Ein Zylinder, ein weißer Schal, eine Rose und ein Porträt von Entertainer Johannes Heesters stehen in München auf einem Flügel. © dpa
Johannes Heesters hält sich am 03.02.2004 in Hamburg während eines Interviews die Hände vor das Gesicht © dpa
Johannes Heesters gibt am 03.02.2004 in einem Hamburger Hotel ein Interview © dpa
Johannes Heesters, aufgenommen im Oktober 1978 in seinem Haus am Starnberger See © dpa
Johannes Heesters, aufgenommen im niederlaendischen Amersfoort im De-Flint-Theater © dpa
Johannes Heesters als leichtlebiger Graf Danilo in der Operette «Die lustige Witwe» im Oktober 1964 im Berliner Theater des Westens © dpa

Aber eine Lösung ist das nicht – wer weiß, was 2020 passiert, wenn der Mietvertrag ausläuft? Intendant Christian Stückl betont, dass er gar keinen Neubau auf städtischem Grund brauche: „Es ist nur wichtig, dass wir eine sichere Situation bekommen“, sagt er der tz. „Aber natürlich bin ich stolz und erfreut, dass sich SPD und Grüne Gedanken über die Zukunft des Hauses machen. Vor zehn Jahren wurde im Stadtrat ja noch heftig über die Schließung des Theaters diskutiert“, erinnert er sich. Das war noch vor seiner Zeit als Hausherr.

Jetzt soll erst einmal genau aufgedröselt werden, wie hoch die Kosten für das Theater sind. Leonhart erläutert, dass in nächster Zeit Erneuerungen der Bühnentechnik, des Zuschauerraums, der Werkstätten und des Brandschutzes nötig seien: „Ich hoffe, dass wir in einem Jahr eine detaillierte Aufstellung haben, damit wir bis 2020 alles in trockenen Tüchern ist.“

Eines steht für Leonhard fest: „Der jetzige Standort ist eine ewige Flickschusterei, so kann man keine ordentlichen Arbeitsbedingungen schaffen.“ Bisher sei das zumindest nicht gelungen.

Grünen-Stadtrat Siegfried Benker wagt sich noch ein bisserl weiter vor: Für ihn ist ein Neubau „stark favorisiert“. Falls das Haus umziehen wird, so soll es „maximal zehn Minuten vom Zentrum entfernt sein und eine sehr gute Verkehrsanbindung haben“. Über mögliche neue Standorte auf städtischem Boden schweigen sich jedoch bisher alle aus.

Konkret ist allerdings, und das wäre ein richtiger und wichtiger Schritt: Das Volkstheater erhält eine sichere Heimat.

Matthias Bieber

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