Mit Vollgas in den Knast

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Kein Wort über seine Mittäter: Autoschieber Yury K. gestand seine Taten.

München - Ob Porsche, Bentley oder Mercedes der Oberklasse: Yury K. (38) mietete nur Nobel-Hobel, die schnell und teuer waren. Er verschiffte die Autos nach Manila und wandert dafür jetzt in den Knast.

Angesichts des zu erwartenden fetten Geschäfts sahen die meisten Autovermieter seine Papiere nicht so genau an. Jetzt sind fünf Fahrzeuge im Wert von fast 700 000 Euro weg – von Marseille verschifft nach Manila!

Es sei alles ganz einfach gewesen, gab er am Dienstag vor dem Münchner Landgericht zu. Zusammen mit einer Mittäterin, die er als seine Frau Tatiana vorstellte, spielte der gelernte Kraftfahrer den millionenschweren Geschäftsmann. Je großspuriger er auftrat, desto einfacher die Anmietung der von ihm gewünschten Boliden. Einen Porsche 911 GT3 und einen Porsche 911 Carrera 4 S im Gesamtwert von 230 000 Euro bekam er am 3. Februar 2010 problemlos ausgehändigt. Bei anderen Firmen mietete er einen Bentley Continental GT, einen Porsche Cayenne, einen Mercedes S 350 CDI und einen Porsche Panamera.

Abgeblitzt war er nur bei Europcar: Dort stellten ­Mitarbeiter fest, dass sein lettischer Führerschein gefälscht und seine Kreditkarten nicht gedeckt waren.

Einige Autos ließ er sich sogar nach Genf bringen. Da war der Weg nach Marseille nicht mehr so weit, wo die Fahrzeuge im Bauch ­eines Frachtschiffes verschwanden. Nur der Panamera konnte noch sichergestellt werden. Gefasst wurde Yury K. im Dezember in Marbella. Vom dortigen Knast schwärmt er noch: „Da war das Essen besser als in Stadelheim.“

Wie kam er zu den krummen Touren? Er habe ein Auto nach Russland überführen wollen, das sei ihm an einer Raststätte geklaut worden, erzählt der Angeklagte. Um den Schaden wieder gutzumachen, sei er genötigt worden, in einer Autoschieber-Bande mitzumachen. Das Urteil: vier Jahre und neun Monate Gefängnis!

Eberhard Unfried

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