Im Wahn durch München gerast

Unternehmensberater fährt Polizisten fast tot

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Der angeklagte Jonas S. vor Gericht.

Jonas S. (30) überfuhr im Februar 2016 beinahe einen Polizisten und löste danach eine wilde Verfolgungsjagd aus. Jetzt steht der Unternehmensberater vor Gericht.

München - Die Anklageschrift liest sich wie das Drehbuch zu einem Actionfilm. Doch diese Verfolgungsjagd durch München hat sich am 11. Februar 2016 kurz vor Mitternacht tatsächlich genau so ereignet. Der Unternehmensberater Jonas S. fuhr mit seinem BMW beinahe einen Polizisten tot, raste dann kilometerweit durch die Stadt und verursachte dabei noch einen Unfall. Am Dienstag kam es zum Prozess.

Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. „Ich kann mich an nichts erinnern“, sagt der 30-Jährige. „Aber ich habe keinen Zweifel, dass es so war.“ Der Unternehmensberater aus München leugnet seine Psychosen nicht: „Eine innere Stimme sagte mir, was ich machen sollte.“ 

Sie war es offenbar, die ihn auf der Landsberger Straße auf Höhe der Kreuzung zur Georg-Habel-Straße in Pasing aufforderte, Gas zu geben – obwohl vor seinem BWM ein junger Beamter stand. Polizeimeister Atilla S. (25) sagt im Zeugenstand: „Er war bestimmt 60 oder 70 km/h schnell. Wäre ich nicht zur Seite gesprungen, ich wäre jetzt wahrscheinlich tot oder zumindest schwer verletzt.“ Jonas S. streifte den Polizisten mit der Stoßstange am Hosenbein, raste danach einfach weiter – mehrere Kilometer Richtung Sendling. 

Polizist Atilla S. nahm mit seiner Kollegin die Verfolgung auf – vergebens. Jonas S. fuhr über den Mittleren Ring in den Luise-Kiesselbach-Tunnel und weiter in die Röhre unter der Heckenstallerstraße. Dort krachte er in das Heck des Mazda von Armandus K. Der 45-Jährige Österreicher war gerade auf der Durchreise in seine Heimat, als Jonas S. im Wahn durch den Tunnel rauschte. Als Armandus K. den Fahrstreifen zum Überholen wechselte, kam es zum Unfall. Doch auch dieser stoppte den Unternehmensberater nicht. Er setzte seine Flucht fort. 

„Es war wie ein Rennen gegen die Uhr“, sagt Jonas S. An die Tunnelfahrt kann er sich wieder erinnern. „Ich dachte, ich habe unendlich viel Platz, kam mir vor wie ein Rennfahrer, meine Reifen quietschten. Ich bin richtig in die Kurven gedriftet. Dabei kann ich das eigentlich gar nicht.“ Erst an dem Zufahrtstor einer Tiefgarage an der Maria-Einsiedel-Straße war Schluss.

Ärzte diagnostizierten bei Jonas S. schwere Psychosen. Sein starker Cannabis-Konsum macht ihn noch unberechenbarer. Ein Urteil soll am Mittwoch ergehen.

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