Betrüger verschicken Beschluss-Briefe

Vorsicht vor falschen Staatsanwälten

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So sehen die Betrüger-Briefe aus: Das Wappen und auch der Stempel sind gefälscht.

München - Die vermeintlich offiziellen Schreiben sehen täuschend echt aus – mit Wappen, Stempel und Strichcode. Verschickt hat sie angeblich die Münchner Staatsanwaltschaft.

Sogar ein Aktenzeichen vom Gericht steht darauf. Aber, Vorsicht: Die Briefe sind eine Fälschung! „Wir haben diese Schreiben natürlich nicht versendet. Es ist davon auszugehen, dass mit diesen Schreiben eine Betrugshandlung zum Nachteil des jeweiligen Empfängers vorbereitet werden soll“, sagt Thomas Steinkraus-Koch, Leitender Oberstaatsanwalt.

Vorsicht vor diesen Briefen (VERGRÖßERUNG)

Seit Mittwoch sind die betrügerischen Briefe im Umlauf. In teilweise fehlerhaftem Deutsch stellen sie dem Empfänger einen Schadensersatz von 48 000 Euro in Aussicht – angeblich, weil dieser Opfer eines falschen Gewinnversprechens oder einer Inkasso-Forderung war. Das Geld gibt’s aber nur, wenn man bei der Behörde anruft. Die (falsche) Rufnummer ist im Schreiben genannt. Alles Schmarrn! Thomas Steinkraus-Koch erklärt, wie man die Fälschung erkennt. „Oben im Schreiben fehlt die Angabe der zuständigen Behörde“, sagt er. Dort muss in offiziellen Schreiben entweder die Staatsanwaltschaft München I (zuständig für die Stadt) oder die Staatsanwaltschaft München II (zuständig für das Umland) stehen. Letztere firmiert unter dem Wappen, unten im Brief ist aber Manfred Nötzel als Absender genannt – der ist Chef der Staatsanwaltschaft München I.

Vorsicht vor den falschen Staatsanwälten! Auch der Wortlaut des Stempels ist nicht mehr aktuell. Ebenso ist das Aktenzeichen gefälscht. „Vergangenes Jahr haben Betrüger es in einem bundesweiten Fall schon einmal benutzt“, sagt Steinkraus-Koch. In einem zweiten Schreiben gaukeln die Betrüger vor, die Behörde habe Gelder gesichert. „Die Staatsanwaltschaft erlässt aber keine Beschlüsse, das machen Gerichte.“

Die Briefe sind nur der erste Schritt einer Masche: „Vermutlich werden die Betrüger demnächst versuchen, die Adressaten anzurufen.“ Aber die wissen jetzt Bescheid!

A. Thieme

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