Vorsicht, Trickbetrüger! Die hinterhältigsten Maschen

München - Sie probieren’s immer wieder – Trickbetrüger mit ihren bitterbösen Maschen. Wir erklären Ihnen die hinterhältigsten Methoden der Gauner und wie Sie sich schützen können.

Erst vor Kurzem haben Betrüger versucht, zwei Seniorinnen aus Freimann und der Blumenau abzuzocken. In beiden Fällen gaben sich die Täter am Telefon als Verwandte beziehungsweise alte Bekannte aus, schützten finanzielle Notsituationen vor und versuchten, sich bis zu 10 000 Euro zu „leihen“. Die Frauen fielen zum Glück darauf nicht rein und legten auf – offenbar ein messbarer Erfolg des Präventionsprogramms der Münchner Polizei, das seit mittlerweile acht Jahren läuft. Die Münchner Zahlen am Beispiel des weit verbreiteten Enkel-Trickbetrugs sprechen für sich. Im Jahr 2007 wurden 136 Versuche und 20 vollendete Taten mit einem Schaden von rund 230 000 Euro angezeigt.

„Im letzten Jahr aber klappte der Enkeltrickbetrug in München nur noch fünfmal mit einem Schaden von 70 000 Euro. Zudem wurden 93 Versuche angezeigt“, berichtet Reinhold Bergmann, langjähriger Leiter des Trickdieb-Kommissariats und neuer Vize-Pressesprecher der Münchner Polizei. Der Enkel-Trick-Betrug ist eine Form der Organisierten Kriminalität, die fast immer aus dem Ausland gesteuert wird. In München stehen bald zwei Polen vor Gericht. Vater und Sohn köderten die alten Menschen mit ihren Anrufen. Dagegen helfen nur drei goldene Regeln: Keine Geldgeschäfte an der Haustür. Nie Fremde einlassen. Und im Zweifelsfall sofort Polizei-Notruf 110 wählen. Allerdings: Der Enkeltrick ist nicht die einzige miese Masche. Die tz zeigt acht besonders hinterhältige Vorgehensweisen der Betrüger:

Der Enkel-Trick

Besonders gemein, weil er auf die Vergesslichkeit zielt: Aus dem Telefonbuch wählen die Täter anhand altmodischer Vornamen betagte Opfer aus. „Ja weißt du denn nicht mehr, wer ich bin?“, flöten die Täter und lassen die verwirrten Opfer Namen raten. Der vermeintliche Enkel (Bekannte, Neffe, etc.) ist angeblich in einer finanziellen Notlage, bittet um mehrere Tausend Euro und lässt das Geld später von einem „Boten“ abholen. In der Schweiz erbeuteten Täter auf diese Weise einmal 800 000 Euro!

Der Zettel-Trick

Wird oftmals von Frauen ausgeführt, die an der Tür klingeln und um Papier und Bleistift bitten, um dem Nachbarn eine Nachricht zu hinterlassen – schon stehen sie in der Küche! Das Opfer wird abgelenkt, während der Komplize die Wohnung nach Geld und Schmuck absucht.

Der Polizei-Trick

Falsche Polizisten zeigen an der Tür Fantasie-Ausweise vor und erschrecken alte Menschen mit schlechten Nachrichten: „Bei Ihnen wollte gerade jemand einbrechen! Zeigen Sie mir mal, ob Ihr Geld und Schmuck noch da ist und ob Ihre Wertgegenstände alle gut gesichert sind.“ Wer darauf hereinfällt, verliert alles.

Der Anzeigen-Trick

Trickbetrüger lesen Todesanzeigen und haben keinerlei Hemmungen, den Hinterbliebenen angeblich unbezahlte Rechnungen des „lieben Verstorbenen“ zu präsentieren. Dabei geben sie sich gern als Krankenschwestern oder Sozialarbeiter aus.

Der Renten-Trick

Immer wieder beobachten Banden alte Menschen in der Bank, wenn sie ihre Rente abholen. Im letzten Jahr wurden im Stadtteil Neuhausen gezielt Rentner bis vor ihre Haustür verfolgt und von Fremden umringt. Einer wedelte mit dem Stadtplan, die anderen zogen den Opfern geschickt den Geldumschlag aus der Manteltasche. Auf dieselbe Weise werden hilfsbereiten Leuten beim Geldwechseln immer wieder Scheine aus der Geldbörse gestohlen.

Der Münz-Trick

Besonders frech, weil er speziell bei alten Menschen totale Verwirrung erzeugt: Wildfremde Menschen klingeln an der Tür und werfen einfach eine Handvoll Münzen in den Flur. Dann verlangen sie Einlass: „Wir wollen doch nur unser Geld wieder holen!“ Dieses scheinbar unsinnige Verhalten verwirrt die Opfer so sehr, dass sie die Fremden doch noch in die Wohnung ­lassen und ihnen damit völlig ausgeliefert sind.

Der Handwerker-Trick

Plötzlich steht ein Bauarbeiter vor der Tür und will sofort herein – wegen eines drohenden Wasserrohrbruchs. Oder die fremden Dachdecker haben einen enormen Schaden entdeckt. All diese Vorwände zielen nur darauf ab, in fremde Häuser zu kommen. Die Opfer werden direkt beklaut oder zu teuren Reparaturen überredet.

Der Stadtwerke-Trick

Der falsche Stadtwerke-Mitarbeiter lockt mit einer Rückzahlung, will mal eben kurz Heizungen oder Duschen testen oder droht am Telefon, sofort Strom und Wasser zu sperren. Bloß nicht hineinlassen und erst recht keinen Cent bezahlen. Denn die Mitarbeiter der Stadtwerke kündigen ihre Besuche stets schriftlich an.

dop.

Rubriklistenbild: © dpa

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