Vorsorge für den eigenen Tod: Beerdigung steuerfrei?

München - Eine Leserin wendet sich an das Team des tz-Bürgeranwalts. Sie hat für ihre eigene Beerdigung vorgesorgt und fragt, ob sie die Kosten von der Steuer absetzen kann.

Ich bin Unternehmerin und bin es gewohnt, die Dinge in die Hand zu nehmen und dafür zu sorgen, dass sie nach meinen Vorstellungen verlaufen. Deshalb habe ich auch Vorsorge für meinen Tod getroffen und Beerdigung, Sarg und Blumenschmuck im Voraus ausgesucht und bezahlt, ebenso die Inschrift in den Grabstein vorab festgelegt. Jetzt habe ich eine Frage: Kann ich diese Kosten von der Steuer absetzen?

Elvira M. (72), Kauffrau aus München

Absetzbar wären die Kosten der Vorsorge für den Todesfall, wenn es sich bei ihnen um außergewöhnliche Belastungen im steuerrechtlichen Sinn handelt, erklärt Matthias Zachmann, Fachanwalt für Steuerrecht aus Olching. Ausgaben für die Beerdigung naher Angehöriger sind in der Regel als außergewöhnliche Belastung zu berücksichtigen, soweit sie nicht aus dem Nachlass bestritten werden können oder durch Ersatzleistungen abgedeckt sind

(§ 33 EStG ; Bundesfinanzhof, Urteil v. 10. 10. 1990, Aktenzeichen III R 93/87, BStBl 1991 II S. 140). „Ob dies für Kosten, die man im Vorfeld für die eigene Beerdigung ausgibt, zutrifft, ist noch nicht geklärt. Im Zweifel können Sie die Kosten in der Steuererklärung ansetzen und zunächst die Entscheidung des Finanzamtes abwarten“, sagt Zachmann.

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