Stadtrat

Wählergruppe HUT: Zeilnhofer-Rath fliegt aus Vorstand

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Wolfgang Zeilnhofer-Rath sitzt seit fast einem Jahr im Stadtrat.

München - Wolfgang Zeilnhofer-Rath wurde mit 459 741 Stimmen für die Wählergruppe HUT in den Stadtrat gewählt. Jetzt aber ist er sogar schon aus dem Vorstand seines Vereins gedrängt worden!

Ruhig ist es geworden um den schillerndsten Stadtrat Münchens, der es voriges Jahr als Ein-Mann-Show ins Rathaus geschafft hat: Wolfgang Zeilnhofer-Rath wurde mit 459 741 Stimmen für die Wählergruppe HUT in den Stadtrat gewählt. Jetzt aber ist er sogar schon aus dem Vorstand seines Vereins gedrängt worden!

An die 50 Mitglieder hatte die Wählergruppe. Anregungen, Ideen und Kritik von Bürgern direkt ins Rathaus zu bringen, ohne dass man über die großen Parteien gehen muss – so lautete das Credo des Wirtes und Sozialpädagogen. Schwerpunkt: Wohnungs- und Sozialpolitik. Doch nachdem Zeilnhofer-Rath ins Rathaus gewählt war, betätigte er sich nicht als Mehrheitsbeschaffer für eine Weiterführung des rot-grünen Bündnisses, sondern tat sich mit den Kollegen von den Piraten und der FDP zu einer Fraktion zusammen. Das passte vielen HUT-Fans nicht. Von den 50 sind nur noch neun Mitglieder übrig – allerdings auch, weil sich die Jahresmitgliedschaft nicht automatisch verlängerte.

Der HUT-Vereinsvorstand besteht jetzt nur noch aus den Vorsitzenden Gerd Eickelberg (Bürgerinitiative Josephsplatz) und Andreas Dorsch (Bündnis Gartenstadt). Zeilnhofer-Rath wurde rausgewählt. „Aufgrund vieler Vorkommnisse und Nichtvorkommnisse hatte sich der Verein fast aufgelöst“, ließen die beiden Vorsitzenden nun die HUT-Freunde per E-Mail wissen. Was damit gemeint ist? „Wolfgang hat nach außen zu wenig über seine Stadtratsarbeit berichtet“, so Dorsch zur tz. Ansonsten hat er an Zeilnhofer-Raths Arbeit nichts auszusetzen. Der fügt sich dem Vorstandsrauswurf und konstatiert: „Wir haben im Rathaus viel erreicht. Es wird offen diskutiert und nichts mehr hinter den Kulissen beschlossen.“ Entscheidungen wie die Zustimmung für das Bellevue di Monaco in der Müllerstraße wären früher undenkbar gewesen. Und: „Ich wollte in der Opposition sein, weil ich mich als Neuling erst zurechtfinden muss.“

Trotz der parteiinternen Kritik will Wolfgang Zeilnhofer-Rath seine Arbeit im Stadtrat vorerst fortsetzen.

J. Welte

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