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Wärmstes Jahrzehnt seit über 130 Jahren

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Die Hitze blieb nicht ohne Folgen: die Ammer bei Ettal im Jahrhundertsommer 2003. © fkn

München - Auch wenn die bitterkalten Temperaturen der vergangenen Tage nicht so recht passen mögen: Es wird schon jetzt immer wärmer in Deutschland, wie die neuesten Zahlen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) beweisen.

Das letzte Jahrzehnt war das wärmste seit mindestens 130 Jahren! In Bayern ist die Erwärmung insgesamt noch vergleichsweise gering ausgefallen, München ist ganz vorne dabei. Die Jahresdurchschnittstemperatur lag demnach in diesem Zeitraum deutschlandweit bei 9,4 Grad – und damit weit über dem langjährigen klimatologischen Mittel von 8,2 Grad.

Die heißesten Tage des Jahres

An der Spitze: Schleswig-Holstein mit 10,3 Grad, gefolgt von Bremen, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland; Bayern war mit 8,7 Grad an letzter Stelle. „In Bayern machen sich auf längere Sicht die höheren Lagen bemerkbar, in denen sich die kalten Temperaturen länger halten“, erklärt Uwe Kirsche vom DWD die Unterschiede. Wetterphänomene wie der Föhn lassen jedoch einzelne Orte wie München ganz oben mitmischen: Die Landeshauptstadt verzeichnet von 2000 bis 2009 einen Schnitt von 9,2 Grad. „Das war auch für München die wärmste Dekade seit 1781“, sagt der Münchner DWD-Chef Volker Wünsche. In Deutschland waren 2000 und 2007 die mit jeweils 9,9 Grad wärmsten Jahre seit Beginn der flächendeckenden Messungen. Selbst 2004, das kühlste Jahr der vergangenen Dekade, lag mit 9,0 Grad deutlich über dem langjährigen Mittel. Es war das Jahrzehnt der Rekorde – bei allen Jahreszeiten. So überbot der Hitzesommer 2003 mit einer Durchschnittstemperatur von 19,7 Grad den bisherigen Spitzenreiter aus dem Jahr 1947 um 1,2 Grad.

Die neuen Rekordtemperaturen: 40,2 Grad am 9. August in Freiburg sowie am 13. August in Freiburg und Karlsruhe. Der bisher wärmste Herbst fällt mit 12,0 Grad in das Jahr 2006. Kein Winter war je so warm wie der des Jahres 2006/2007 mit durchschnittlich 4,4 Grad. Der Frühling-Spitzenreiter: das Jahr 2007 mit 10,6 Grad. Klimawandel bedeutet nicht nur Erwärmung, sondern auch Nässe und turbulentes Wetter: Mit jahresdurchschnittlichen 827 Litern Niederschlag pro Quadratmeter hat sich das Jahrzehnt an die Spitze gesetzt. Das große Elbe-Hochwasser im Jahr 2002 macht sich hier kaum bemerkbar, da dieses Ereignis zu einem großen Teil durch sehr starke Niederschläge in Tschechien ausgelöst wurde.

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Seit dem Jahr 2000 gab es auch einige markante Sturm­ereignisse. Vor allem das Orkantief Kyrill am 18. und 19. Januar 2007 kostete Menschenleben und verursachte große Schäden. Insgesamt ist laut Deutschem Wetterdienst im vergangenen Jahrzehnt aber keine Zunahme der großräumigen Stürme festzustellen.

nba

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