19-Jähriger liefert Polizei wilde Verfolgungsjagd

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Das Fluchtfahrzeug. 15 Minuten dauert die Verfolgungsjagd durch Ismaning.

Ismaning - Nach einer Verfolgungsjagd hat die Polizei einen Autofahrer (19) aus Vilsbiburg gestellt. Der Mann stand unter Drogen und hatte Waffen im Auto. Jetzt ist er in der Psychiatrie.

Sonntagmorgen, viertel vor sieben. Zwei Beamte der Ismaninger Polizei fahren Streife auf der Münchner Straße. Gerade hat die Frühschicht begonnen. Der Fahrer muss abbremsten, weil vor ihm ein Opel Astra sehr langsam dahinzuckelt. Das kommt den Beamten komisch vor, sie schalten das Blaulicht ein, wollen ihn kontrollieren. Beginn einer 15-minütigen Verfolgungsjagd durch Ismaning.

Der Fahrer gibt Gas, Vollgas. Mit 90 Stundenkilometer rast er durch mehrere Tempo-30-Zonen und überfährt rote Ampeln. Die Hatz scheint zunächst ein schnelles Ende zu finden, als der Flüchtige in eine Sackgasse fährt. Doch mit einem „waghalsigen Fahrmanöver“, so berichtet die Polizei, schießt der Mann mit seinem blauen Opel Astra an den verdutzten Beamten vorbei. Die Polizisten alarmieren Verstärkung.

Zehn Einsatzwagen rücken an. In der Eichenstraße wird er fasst gefasst, ein Streifenwagen blockiert die Straße. Doch der Vilsbiburger legt den Rückwärtsgang ein, braust mit hoher Geschwindigkeit zurück. Ein nachfolgendes Polizeiauto kracht fast mit ihm zusammen, doch im letzten Moment macht der Flucht-Pkw einen Schlenker – wieder entkommen.

Jetzt lenkt der 19-Jährige seinen Wagen Richtung östliches Isarhochufer. Ein Streifenwagen will ihm den Weg abschneiden, doch die Beamten müssen ausweichen, sonst wäre es zu einem Frontalzusammenstoß gekommen. Eine Straßensperre auf der B 471 beendet schließlich die Flucht. Der Flüchtige versucht sie noch zu umfahren, mäht einen einen Begrenzungspfosten um und knallt mit seinem Wagen gegen einen Baum. Er bleibt unverletzt.

Im Auto findet die Polizei mehrere Kampfmesser, eine geladene Schreckschusspistole hat der Mann am Gürtel. Er steht unter Marihuana-Einfluss, hat zudem diverse Medikamente bei sich. Das Auto ist ein Firmenwagen, den er in Vilsbiburg gestohlen hat; einen Führerschein besitzt der 19-Jährige nicht. Er ist mehrfach vorbestraft wegen Körperverletzung, Diebstählen, Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, unerlaubten Waffenbesitzes und Fahren ohne Führerschein.

Die Ermittlungen über das Motiv seiner Flucht dauern an. Ein Polizeisprecher sagt, dass er sich vermutlich wegen der mitgeführten Waffen davon machte. Außerdem soll er Selbstmordabsichten gegenüber den Beamten geäußert haben. Er wurde in die Psychiatrie des Isar-Amper-Klinikums in Haar eingewiesen.

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