Waffen-Profi: Killer schoss Poschinger in den Rücken

Dirk von Poschinger-Camphausen wurde ermordet

München - Die ersten vier Schüsse trafen den gefesselten Dirk von Poschinger-Camphausen von vorn, als er seinem Mörder noch gegenüberstand. Danach schoss er gnadenlos weiter – in den Rücken des Opfers!

Lesen Sie auch:

Fall Poschinger: Genspuren belasten Angeklagten

Auch in Todesangst blieb Poschinger ruhig

Mordfall Poschinger: Hausmeister hortet kiloweise Munition

Die Schüsse von vorn waren nicht tödlich, dürften dem Opfer aber furchtbare Schmerzen bereitet haben. Der 36-jährige Manager sackte zusammen, kam schließlich zusammengekrümmt auf dem Bauch zum Liegen. Und der Mörder schoss gnadenlos weiter – in den Rücken des Opfers!

Dr. Simon Eichner, Waffen-Experte beim Bayerischen Landeskriminalamt, hat die Schusskanäle untersucht. Nüchtern und sachlich schilderte der Wissenschaftler im Prozess am Freitag, wie die letzten Sekunden im Leben des Mordopfers abgelaufen sein müssen. Poschingers Witwe hörte sich das alles an.

Poschinger, der sich unter Androhung von Waffengewalt sogar selbst die Handschellen angelegt hatte, hatte keine Überlebenschance, als der Täter mit der Ruger-Sportpistole (Kaliber 22) das Feuer eröffnete.

Wahrscheinlich war auf die Waffe bei der Tat ein Schalldämpfer aufgeschraubt: „Darin hat sich kräftig Blei nachweisen lassen“, so Eichner, „er wurde zweifelsfrei benutzt.“ Mit dem Schalldämpfer erzeuge die Waffe nur noch sieben Prozent des ursprünglichen Schallpegels. Außerhalb der Garage, in der sich das blutige Geschehen abspielte, seien die Schüsse kaum noch wahrnehmbar gewesen.

Als Poschinger nach den ersten vier von insgesamt 13 Schüssen zusammensackte, traf ihn eine Kugel im Fallen. Sie traf ihn in die Bauchdecke noch schräg von vorne. Zwei Geschosse trafen Hand und Ellbogen. Alle weiteren Projektile trafen das Opfer von hinten. Ein Geschoss blieb in der Niere stecken, was schreckliche Schmerzen verursacht haben dürfte. Tödlich war ein Schuss in den Schädel. Eichner: „Es dürfte einer der letzten Schüsse gewesen sein.“

Weitere Gutachten belasteten den Angeklagten Rainer H. auch am Freitag schwer. „Der hat Spuren hinterlassen wie eine Autobahn“, so ein Experte zur tz. Dennoch bestreitet der 40-Jährige das Verbrechen. Der Prozess geht am Montag weiter.

Eberhard Unfried

Auch interessant

Meistgelesen

So nahm die Münchner Polizei den Einbrecher-Clan hoch
So nahm die Münchner Polizei den Einbrecher-Clan hoch
Neue Großmarkthalle wird 40 Millionen teurer
Neue Großmarkthalle wird 40 Millionen teurer
Bewährung für Todes-Schubser, Haft für Maxvorstadt-Schützen
Bewährung für Todes-Schubser, Haft für Maxvorstadt-Schützen
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner

Kommentare