Syrer vor Gericht

Wagen der Luxusklasse: Betrug mit Protz-Autos?

Der Mann (r.) soll sich fast 1,5 Millionen Euro ergaunert haben.

München - Der Angeklagte hüllt sich in Schweigen – stattdessen gehen die Anwälte von ihm Konfrontationskurs. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: gemeinschaftlicher Betrug in Millionenhöhe.

Der 45-jährige Syrer soll vor über sieben Jahren mehrere Kunden um ihr Vermögen gebracht haben. Wie? Der Autoverkäufer handelte mit Wagen in der absoluten Luxusklasse. Durch Darlehen seiner gutgläubigen Interessenten soll er die Protz-Karren finanziert haben, ohne sie aber tatsächlich auszuliefern.

Der Vorsitzende Richter Oliver Ottman machte dem Angeklagten K. gleich zu Prozessbeginn klar: „Auch wenn Sie hier ein umfassendes Geständnis ablegen und die ausstehenden Summen begleichen, kann ich Ihnen sagen, dass Sie nicht mit einer Bewährungsstrafe durchkommen.“ Also sagte der mutmaßliche Betrüger gleich gar nichts. 

Dafür aber seine Anwälte. Einen Antrag auf Nichtlesung der Anklageschrift wegen angeblicher rechtlicher Mängel wies Ottmann kurzerhand zurück. Dem Syrer wird der Prozess gemacht – ob es seinen Verteidigern passt oder nicht. Gemeinsam mit einem Komplizen soll K. noch vor Februar 2008 Darlehen von Kunden in Höhe von fast 1,5 Millionen Euro eingestrichen haben. 

Der dreisteste Fall: Für die Anschaffung des schnellsten Autos der Welt mit Straßenzulassung, eines Bugatti Veyron (1001 PS) mit einem Neupreis von 1,3 Millionen Euro, soll der 45-Jährige ein Darlehen von 800 000 Euro kassiert haben. In Wirklichkeit befand sich der Edel-Schlitten zu dem Zeitpunkt bereits in seinem Besitz. Eine gefälschte Rechnung, ausgestellt von der Firma seines Komplizen, sollte dem potenziellen Käufer glaubhaft machen, dass er das Fahrzeug erst noch kaufen muss.

Eine ähnliche Masche zog er laut Staatsanwaltschaft beim Verkauf eines Mercedes Maybach 62 S, eines Mercedes McLaren und eines Aston Martin V8 Vantage durch. 

Auch interessant

Meistgelesen

„Hier rasen alle“: Münchner sucht beim KVR nach Hilfe - und erhält eine kuriose Auskunft
„Hier rasen alle“: Münchner sucht beim KVR nach Hilfe - und erhält eine kuriose Auskunft
Bluttat in Harlaching: Angeklagter gesteht Mord - und verrät gruseliges Detail
Bluttat in Harlaching: Angeklagter gesteht Mord - und verrät gruseliges Detail
Computer-Panne am Wahltag? Helfer schildert chaotische Szenen - Verwaltung mit vielen Problemen konfrontiert 
Computer-Panne am Wahltag? Helfer schildert chaotische Szenen - Verwaltung mit vielen Problemen konfrontiert 
„Geht stehlen statt wählen“: 30 Vermummte ziehen randalierend durch Obergiesing - Zeugen gesucht
„Geht stehlen statt wählen“: 30 Vermummte ziehen randalierend durch Obergiesing - Zeugen gesucht

Kommentare