Wahlkampf! Schmid holt sich Nachhilfe in den USA

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OB-Kandidat Josef Schmid (CSU)

München - Josef Schmid, der OB-Kandidat der CSU, macht es wie einst Oberbürgermeister Christian Ude. Die entscheidenden Tricks für den Wahlkampf holt er sich in den USA.

Es war im Jahr 1989, als ein Nachwuchspolitiker aus München zur Polit-Tour durch die USA eingeladen wurde. Diesen Mann wählten die Münchner im Jahr danach in den Stadtrat und nochmal drei Jahre später zum Oberbürgermeister – Christian Ude (SPD). Und jetzt tritt CSU-Mann Josef Schmid in die Fußstapfen – nicht als OB, dafür kandidiert er 2014. Aber zumindest bei der USA-Tour, bei der er sich auch Wahlkampf-Tricks abschauen will.

Yes, he can!

Diesen Samstag sitzt Schmid schon im Flieger, bis Ende Mai muss die Stadtratsfraktion der CSU ohne ihren Chef auskommen: Schmid darf am „International Visitor Leadership Program“ der USA teilnehmen. „Das ist eine große Ehre für mich“, sagt der CSU-Mann. Schon vor zwei Jahren sei er vom früheren Generalkonsul Eric Nelson eingeladen worden, zweimal hatte er abgesagt. Jetzt musste es klappen. „Sonst bin ich wirklich kein Nachwuchs mehr“, sagt der 42-jährige Schmid.

Dreieinhalb Wochen tourt er durch das Land. Auf dem Programm stehen die Hauptstadt Washington, Pittsburgh, Las Vegas, San Francisco und Atlanta. Der enge Terminkalender sieht viele Treffen mit Regierungsvertretern, Mitarbeitern von Stadtverwaltungen, Umweltorganisationen und Co. vor. Denn Schmids Thema lautet: „Wachstum und Nachhaltigkeit der Stadt im 21. Jahrhundert“ – auch eine große Herausforderung Münchens. Eine Prüfung muss er aber nicht ablegen …

Auf der Tour will Schmid auch lernen, wie er vor allem die SPD und deren Kandidaten Dieter Reiter schlagen kann. In den USA startet gerade die Auseinandersetzung zwischen Präsident Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney. „Die Amerikaner machen vieles länger und manches anders im Wahlkampf. Oft sind sie uns voraus“, sagt Schmid, der Elemente nach München exportieren will.

Seit 1940 laden die USA Spitzenkräfte aus aller Welt zu der Tour ein, mittlerweile nehmen 5000 Leute im Jahr teil. Mit Blick auf seinen Münchner Vorgänger scherzt Schmid: „Daraus lässt sich klar ableiten, dass ich OB werde!“ Wenn er sich da mal nicht täuscht: Im Jahr 2000 tourte ein Nachwuchspolitiker namens Christian Wulff durch die USA. Und der wurde Staatsoberhaupt der Deutschen – zumindest für eineinhalb Jahre.

David Costanzo

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