Geburtsurkunde Amerikas entdeckt

Sensationsfund in der Münchner Uni-Bibliothek

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Das Foto zeigt die Waldseemüller-Karte, die in der Universitätsbibliothek München gefunden wurde. Zwei Forscherinnen entdeckten das bislang unbekannte Exemplar der berühmten Globuskarte in einem unscheinbaren Bibliothekseinband aus dem 19. Jahrhundert.

München - Sie gilt als Geburtsurkunde Amerikas und schlummerte jahrhundertelang unbemerkt in der Münchner Uni-Bibliothek: die Waldseemüller-Weltkarte!

Sie ist wertvoll und liefert der Wissenschaft eine zusätzliche Erkenntnis: Mitarbeiterinnen der Bibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität haben eine bislang unbekannte Variante der „Geburtsurkunde“ von Amerika entdeckt – durch einen Zufall!

„Wir machen jeden Tag Funde, aber nicht so einen. Es ist schon ein erhebendes Gefühl, etwas Neues entdeckt zu haben“, sagt Klaus-Rainer Brintzinger, Direktor der Universitätsbibliothek. Die Mitarbeiterinnen entdeckten die etwa DIN-A4-große Karte aus handgeschöpftem Papier, die aus zwölf surfbrett-förmigen Lamellen besteht, in einem unscheinbaren Bibliotheksband – bei der Korrektur von Katalogen, einer in Bibliotheken übliche Tätigkeit. „Sie könnte versehentlich reingerutscht sein“, sagt Brintzinger.

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

In Saudi-Arabien verklagte eine junge Frau ihren Mann, weil sie nach drei Jahren Ehe noch Jungfrau war. Der Anwalt des Mannes verwies auf die Impotenz seines Mandanten. Er wolle die Frau nur gegen Rückzahlung der 40.000 Rial (7.818 Euro) Brautgeld freigeben. Die Frau verlangte finanzielle Entschädigung für die drei Jahre ohne Sex. © dpa
In Sydney sprang ein Känguru versehentlich durch ein Fenster in das Schlafzimmer des ausgewanderten Schweizer Kochs Beat Ettlin und landete in dessen Ehebett. Verwirrt hüpfte das Tier durch das ganze Haus. Ettlin konnte es schließlich in den Schwitzkasten nehmen und hinausjagen. Das Känguru verschwand in einem nahen Tierschutzpark. © dpa
In Neuseeland kam ein 21-jähriger Mann beim Versuch, einen Tresor zu knacken, ins Schwitzen. Als er deshalb seine Maske abnahm, filmte ihn eine versteckte Kamera. Die Polizei veröffentlichte die Fotos auf Facebook, der Räuber wurde am nächsten Tag gefasst. © dpa
Eine Diebin, die in einem Designer-Shop in Florida sechs Geldbörsen mit insgesamt 1.200 Dollar gestohlen hatte, stolperte auf der Flucht vor dem Kaufhausdetektiv vor dem heranrollenden Wagen ihres Komplizen, geriet unter die Räder, kam wieder auf die Beine, sprang auf die Kühlerhaube, rutschte ab und wurde abermals überrollt. Beim dritten Versuch schaffte sie es ins Auto und entkam. © dpa
Weil sie gepiercte Katzen zum Verkauf angeboten hatte, wurde Holly Crawford aus Pennsylvania von Tierschützern angezeigt. Sie hatte den Katzen Piercings an Ohren, Hals und Schweif verpasst und sie im Internet für hunderte Dollars als „Gothic Kitten“ angepriesen. © dpa
Die 13-jährige Reina aus New York verschickte in einem Monat 14.528 Kurznachrichten von ihrem Handy - also im Durchschnitt alle zwei Minuten eine. Ihr Vater bekam eine 440 Seiten lange Rechnung. Kosten fielen keine an. Der Handyvertrag beinhaltete unlimitierten SMS-Versand. © dpa
Eine US-Airline lieferte einer Tierhandlung in Philadelphia einen Sarg samt Leiche. Das Geschäft hatte ein Aquarium mit tropischen Fischen bestellt. Die Witwe des Verstorbenen nahm es mit Humor: Ihr Mann sei immer schon ein Spaßvogel gewesen. © dpa
Forscher lösten das Geheimnis um mysteriöse Kreise in tasmanischen Kornfeldern: Kängurus hatten Mohnsamen gefressen und waren im Drogenrausch im Kreis gehüpft. Die Mohnbauern Tasmaniens liefern etwa die Hälfte des weltweiten Bedarfs für medizinisches Opium. © dpa
Ein 54-jähriger Japaner gab sich bei einer Pharmazie-Prüfung als sein 20-jähriger Sohn aus. Der Medikamenten-Großhändler fürchtete, sein Sohn würde den Test nicht bestehen. Der Schwindel flog auf, weil der Japaner im Prüfungsstress sein eigenes Geburtsdatum angab. © dpa
In England löste ein Pony mit ungewöhnlich kurzen Beinen mehrmals falschen Alarm aus. Autofahrer, die das Tier grasen sahen, glaubten, es stecke im Morast fest und riefen Rettung und Feuerwehr. In nur einer Woche fielen so Kosten in Höhe von 8.000 Pfund an. © dpa
Eine 152 Zentimeter große und 125 Kilo schwere Amerikanerin mit einem Tumor im Rücken wurde vom Spital in Kansas City für einen Magnetresonanztest in den Zoo geschickt. Für das Gerät im Krankenhaus sei sie zu schwer und zu breit, hieß es. „Ich wusste, dass ich dick bin“, sagte sie, „aber doch nicht so dick wie ein Elefant!“ © dpa
An der Universität Leeds warfen Putzfrauen wertvolles wissenschaftliches Material in den Müll. Es handelte sich um Exkremente einer seltenen Eidechsenart. Der Wissenschaftler verklagte den Putzdienst. Das Missgeschick kostete ihn sieben Jahre Forschungsarbeit. © dpa
In der Nähe der indischen Stadt Bijapur verschlang ein Büffel ein Handy samt Etui, das einem Bauern aus der Tasche gefallen war. Der Mann fand es im Büffelkot. Es war noch intakt. Sieben Anrufe waren eingegangen. © dpa
In Australien belästigte der siebenjährige Emu Edward, ein riesiger Laufvogel, seine Besitzerin sexuell. Wenn sie die Hühner fütterte, wollte er sie in sein Nest drängen. Sie musste sich mit Palmwedeln wehren. Über einen Radiosender suchte sie deshalb ein Emu-Weibchen. © dpa
In England stopfte ein 20-jähriger Mann die sechs Monate alte Katze seiner Freundin in eine Marihuana-Pfeife aus Plexiglas. Wegen Tierquälerei angezeigt erklärte er, gelesen zu haben, dass Haschisch Haustiere beruhigen würde. Tatsächlich habe sich die Katze danach geputzt und artig hingelegt. © dpa
In Wien musste eine 58-jährige Schweizerin in Untersuchungshaft, weil sie im Bezirk Hernalls zwölf Jahre lang den Pfarrer sexuell bedrängt haben soll. Nach Ansicht der Frau sei der Priester die Reinkarnation von Jesus Christus. © dpa
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Als in Leipzig ein 25-jähriger Stahlarbeiter über die Hitze klagte, steckte ihm sein Kollege aus Spaß einen Hochdruck-Luftschlauch ins Gesäß. Durch die Druckluft platzte dem Mann der Darm. Er lag tagelang auf der Intensivstation. © dpa
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In den USA verklagte ein 49 Jahre alter Chirurg seine Frau nach der Trennung: Er wollte seine Niere zurück, die er ihr gespendet hatte. Trotz dieses Liebesbeweises habe sie ihn betrogen. Weil das Organ kein zweites Mal transplantiert werden konnte, verlangte er als Gegenwert 1,5 Millionen Dollar. © dpa
Die neuseeländische Brückenechse Henry wurde mit 111 Jahren zum ersten Mal Vater. Zuvor war ihr ein Genitaltumor entfernt worden. © dpa

Es handelt sich um eine so genannte Globus-Segment-Karte, die jenen des Kartographen Martin Waldseemüller ähnelt. Im Jahr 1507 hatten der Gelehrte und sein Kollege Matthias Ringmann die Landmasse im Westen als eigenständigen Kontinent karthographiert und erstmals Amerika genannt – wobei ihnen ein Irrtum unterlaufen ist: Sie hielten Amerigo Vespucci für den Entdecker des Kontinents und benannten ihn nach dem florentinischen Seefahrer.

Die Globus-Segment-Karte war nicht als Karte konzipiert, sondern sollten einem Bastelbogen ähnlich ausgeschnitten und zu einem Pappmaché-Globus von elf Zentimetern Durchmesser zusammengebaut werden. Pappmaché diente damals eigentlich der Herstellung von Krippenfiguren, wie Sven Kuttner, Leiter der Abteilung Altes Buch erklärt.

Kuttner verglich die Karte mit den digitalisierten Globus-Segment-Karten von Waldseemüller – und stellte fest: „Bis auf wenige Ausnahmen gleicht sie denen aufs Haar.“ Noch ist er sich bei der Datierung nicht hundertprozentig sicher, er geht aber anhand des Wasserzeichens der Karte – ein Kleeblatt und der Buchstabe P – davon aus, dass sie um 1518 in einer elsässischen Papiermühle entstand. Damit wäre sie gute zehn Jahre jünger als die Waldseemüller-Karten. Von den Erstdrucken unterscheidet sie sich unter anderem kartographisch: Die Stadt Calicut an der indischen Malabarküste zum Beispiel liegt im vierten Kartensegment und nicht im fünften. Und Madagaskar ist um 1518 kleiner als 1507.

Gerade diese Unterschiede machen den Fund für Brintzinger und Kuttner so interessant: „Anhand der Karte kann man feststellen, wie sich das Weltbild verändert hat. Wir sehen, welche neuen Erkenntnisse die Menschen damals hatten und wie rasch sie die gewonnen haben“, sagt Brintzinger.

Die Karte, die mit Ausnahme eines kleinen Wasserschadens perfekt erhalten ist, wird nun als besonders wertvoll eingestuft und kommt in einen speziellen Tresor. Am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, wird sie der Öffentlichkeit in digitalisierter Form zugänglich gemacht.

B. Stuhlweissenburg

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