„Kann nicht mehr alleine in Stadt gehen“

Ärzte retteten ihn - jetzt verklagt er sie

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Walter M. (71) fordert 100.000 Euro Schmerzensgeld.

München - Walter M. hat die Ärzte, die sein Leben gerettet haben, vor Gericht gezerrt. Seit der OP ist der Rentner auf fremde Hilfe angewiesen. Ein Gutachter sieht Klärungsbedarf.

Als sein Leben auf dem Spiel stand, vertraute sich Walter M. (71) den Ärzten im Klinikum Großhadern an: Sie operierten ihm am 16. Dezember 2012 einen Tumor aus dem Kopf. Doch bei der OP sollen Fehler passiert sein. Bis heute leidet Walter M. unter hirnorganischen Schäden und einer Sehschwäche - angeblich die Folgen des Eingriffes.

Am Landgericht klagt der Patient deshalb gegen seine Lebensretter. Er fordert 100.000 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz. Seit Mittwoch befasst sich die neunte Zivilkammer mit dem Fall. Dort sagte am Vormittag ein Gutachter aus: „Die Werte des Patienten waren auffallend. Es gibt Aufklärungsbedarf.“ Konkret ging es um den Vorwurf des dramatischen Blutdrucks-Abfalles und Sauerstoffmangels, den Walter M. nach der OP erlitten hatte.

Seit Operation auf fremde Hilfe angewiesen

„Mein Mandant wurde schwerst geschädigt“, sagt Boris Segmüller, Fachanwalt für Medizinrecht. Er vertritt Walter M., der in München bis zur Rente als Jurist bei einer Versicherung gearbeitet hatte. Seit der OP ist er auf fremde Hilfe angewiesen: „Ich kann nicht mehr Auto fahren, lesen oder alleine in die Stadt gehen“, sagt M. Seine Frau betreut ihn.

„Es war ein tragischer OP-Verlauf“, sagte Richter Peter Lemmers zum Fall. Fehler der Ärzte konnte er nicht erkennen. „Wir werden die Klage wohl abweisen müssen.“ Walter M. will Revision einlegen.

A. Thieme

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