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Ihr gutes Recht

Wann man als Mieter schummeln darf

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Der Wohnungsmangel in München nimmt bizarre Züge an.

Münchner Vermieter bekommen Hunderte Bewerbungen und sortieren Menschen meist gleich aus, sobald sie in irgendeiner Weise vom Durchschnitt abweichen. Wann man als Mieter schummeln darf und seine Chancen steigern kann.

München - Hunderte Bewerber für eine Wohnung, die Vermieter haben die freie Auswahl. Wie können Mieter da ihre Chancen steigern? Dürfen sie sogar lügen? So lautet die Rechtsprechung:

„Bei der Selbstauskunft dürfen Mieter einige Dinge verschweigen“, erläutert Mieterverein-Geschäftsführer Volker Rastätter. Und bei unzulässigen Fragen dürfen sie den Vermietersogaranlügen. Schummeln dürfen Mieter, wenn sie gefragt werden nach: Rauchen, Schwangerschaft, Familienplanung, sexueller Orientierung, Religionszugehörigkeit, Krankheiten, Behinderungen, Vorstrafen, Ermittlungsverfahren, Hobbys und Musikgeschmack. Wenn später herauskommt, dass Mieter hier nicht die Wahrheit gesagt haben, kann der Vermieter ihnen daraus rechtlich keinen Strick drehen, so Rastätter. 

Hier bleibt die Miete stabil: Gilt der Luxus-Schutz auch bei Ihnen?

Wohnungen in München
Gilt die Erhaltungssatzung auch in Ihrem Viertel? In der Folge sehen Sie Grafiken aller Bereiche in allen Vierteln.  © picture alliance / dpa
Gärtnerplatz- und Glockenbachviertel: Sehr beliebtes innerstädtisches Wohnviertel mit attraktivem Altbaubestand. Mit Kneipen, Restaurants, Galerien, Clubs und Kunsthandwerk eines der Zentren des Münchner Nachtlebens. Laufzeit 05/2016 bis 05/2021. 27 ha, 8000 Einwohner, 4900 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Schlachthofviertel: Arbeiter- und Handwerkerquartier mit hohem Anteil an Kleingewerbe. Zunehmender Wandel durch Gentrifizierung. Angrenzend an den Schlachthof, dichte Blockrandbebauung. Laufzeit 03/2013 bis 03/2018. 28 ha, 9000 Einwohner, 5100 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Ludwigsvorstadt und Schwanthalerhöhe: Altbauten in hochverdichteter Blockbebauung; traditionell enges Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe. Südliches Bahnhofsviertel multikulturell geprägt. Laufzeit 05/2017 bis 05/2022. 128 ha, 29 900 Einw., 15 900 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Bennoviertel: Dicht bebautes Innenstadtrandgebiet, überwiegend geprägt durch Geschosswohnungsbau der Nachkriegszeit. Namensgebend für das Viertel ist die Pfarrkirche St. Benno. Laufzeit 02/2014 bis 02/2019 16 ha, 4400 Einwohner, 2500 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Pündter-/Viktoriaplatz: Klassisches Erhaltungssatzungsgebiet innerhalb des Mittleren Rings; dichte Blockrandbebauung. Attraktive Altbaubestände aus der Zeit vor 1949. Laufzeit 8/2017 bis 8/2022, 30 ha 8000 Einwohner, 4700 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Untere Au/Untergiesing: Urbanes Gebiet mit relativ dichter Bebauung, geprägt durch Alt- und Nachkriegsbauten. Grenzt im Westen an die Isarauen, im Süden an den Mittleren Ring. Laufzeit 5/2016 bis 5/2021, 57 ha 18 700 Einw., 11 200 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Sendling Ehemaliges Industrie- und Arbeiterviertel, dichte Blockrandbebauung, überwiegend Altbauten und Gebäude der 50er- und 60er-Jahre. Hauptsächlich Geschosswohnungsbau. Nähe zur Isar. Laufzeit 07/2016 bis 07/2021, 70 ha 19 700 Einw., 10 500 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Harras/Passauerstr.: Geprägt durch Geschosswohnungsbau der 50er- und 60er-Jahre; grenzt an die Erhaltungssatzungsgebiete Sendling und Sendling-Westpark. Harras als Stadtteilzentrum. Laufzeit 11/2013 bis 11/2018, 36 ha 7300 Einwohner, 4000 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Sendling-Westpark: Größtes Erhaltungssatzungsgebiet, sehr heterogen mit Geschosswohnungsbau der 50er- bis 70er-Jahre, Reihenhäusern und kleinen Anlagen mit Wohntürmen. Laufzeit 2/2016 bis 2/2021, 133 ha 22 900 Einw., 12 900 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Neuhausen: Städtisch geprägtes, attraktives Wohngebiet. Es liegt außerhalb, aber angrenzend an den Mittleren Ring. Die bauliche Erscheinung wird durch Geschosswohnungsbau dominiert. Laufzeit 7/2016 bis 6/2021, 23 ha 6400 Einwohner, 3700 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Milbertshofen: Traditionelles Arbeiterviertel mit starker Mischung von Wohnen, Gewerbe und Industrie; heterogene Gebäudestruktur mit zahlreichen Nachkriegsbauten. Mehrere Grün- und Erholungsflächen in der Nähe. Laufzeit 11/2016 bis 10/2021 133 ha, 29 200 Einw., 14 600 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Alte Heide: Kleinstes und einziges in seiner Bebauung komplett homogenes Erhaltungssatzungsgebiet. Entstanden nach dem Ersten Weltkrieg als Arbeitersiedlung nach den Plä- nen von Theodor Fischer. Laufzeit 11/2013 bis 11/2018 10 ha, 2500 Einwohner, 1100 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Tegernseer Landstr.: Überwiegend Blockrandbebauung, viele Altbauten und Wohngebäude der Nachkriegszeit. Stadtteilzentrum Tegernseer Landstr. mit gewerblich genutzten Erdgeschossflächen. Laufzeit 11/2015 bis 11/2020 26 ha, 6800 Einwohner, 4100 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Haidhausen: Beliebtes innerstädtisches Wohnviertel mit großem Bestand an gründerzeitlichen Altbauten. Überwiegend mehrgeschossige Blockrandbebauung, gemischte Nutzungsstruktur. Laufzeit 03/2016 bis 03/2021 100 ha, 29 400 Einw., 16 600 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Wettersteinplatz: Außerhalb des Mittleren Rings, aber gut an die Innenstadt angeschlossen. Vorwiegend Geschosswohnungsbau der 50er- und 60er-Jahre, aber auch Altbauten. Grünwalder Stadion grenzt direkt an. Laufzeit 05/2016 bis 05/2021 25 ha, 6000 Einwohner, 3200 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Josephsplatz: Urbanes Studentenviertel, Teil der um die Jahrhundertwende (19./20. Jh.) realisierten Stadterweiterung; attraktiver Altbaubestand; hohe Dichte und bebaute Innenhöfe. Attraktive innerstädtische Lage. Laufzeit 07/2017 bis 07/2022 33 ha, 8600 Einwohner, 5600 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Trauchberg-/Forggenseestr.: Geprägt durch Wohnhäuser in lockerer mehrgeschossiger Zeilenbauweise, viele Grünflächen. Viele Wohngebäude aus den Nachkriegsjahren. Laufzeit 11/2015 bis 11/2020 36 ha, 8200 Einwohner, 4400 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Baldeplatz/Dreimühlenstr.: Geprägt durch die Nähe zu Isar und Schlachthof, dichte Blockrandbebauung. Gründerzeitliche Gebäude bestimmen das Straßenbild. Satzungsgebiet seit 1988. Laufzeit 11/2013 bis 11/2018. 25 ha, 8300 Einwohner, 4600 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Maxvorstadt: Innerstädtisches Studentenviertel mit hoher Dichte, überwiegend Nachkriegsbebauung und Geschosswohnungsbau der 50erund 60er-Jahre. Im Umfeld von Hauptbahnhof, Universitäten und Museen. Laufzeit 02/2017 bis 02/2022. 20 ha, 5800 Einwohner, 3800 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Laim: Typische Bebauung der Nachkriegsjahre: Gemischte Baustrukturen von Zeilen- bis zu offener Blockrandbebauung. Viel Abstandsgrün zwischen den Wohngebäuden. Liegt außerhalb des Mittleren Rings. Laufzeit 04/2015 bis 04/2020 66 ha, 13 500 Einwohner, 7600 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt
Hohenzollernplatz: Innerstädtische Lage mit sehr guter Infrastrukturversorgung; gemischte Baualtersstruktur, hohe Dichten. Gemischter Einzelhandel entlang der Hohenzollernstraße; Markt auf dem Elisabethplatz. Laufzeit 02/2014 bis 02/2019 39 ha, 8600 Einwohner, 5300 Wohnungen. © Grafik: Peter T. Schmidt

Wenn es ums Geld geht, sollten Mieter allerdings bei der Wahrheit bleiben. Sonst kann ihnen der Vermieter fristlos kündigen und sogar Schadenersatz verlangen. Nur derjenige muss sein Einkommen angeben, der für die Miete aufkommt oder bürgt. Die Zahl muss korrekt sein, und auch Mietschulden aus früheren Mietverhältnissen dürfen nicht verschwiegen werden.

Viele Vermieter verlangen mehr, als an sich zulässig ist. Zum Beispiel eine Schufa-Auskunft. Meist soll diese schon vorab hochgeladen werden – der Mieter weiß zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, ob er Chancen hat, überhaupt in die engere Auswahl zu kommen. An sich ist das unzulässig – aber dennoch haben Mieter, die eine Schufa-Auskunft verweigern, kaum eine Chance, die Wohnung dann zu bekommen. 

Die Wahrheit sagen sollten Mieter auch in Sachen Haustiere, wenn sie größer sind: Hund oder Katze. Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen oder Kanarienvögel aber können Mieter verschweigen.

Trauriger Fall zu diesem Thema:

Münchner suchen Wohnung - und haben deshalb keine Chance bei Vermietern

Mietwahnsinn: Münchner Krankenschwester erlebt Horror-Wohnungssuche 

Die Stadt hat Anfang 2018 erstmals eine Übersicht über kleinräumige Strukturdaten für die Viertel herausgegeben: Neuer Wohnatlas für München: Zahlen, die den Wahnsinn erklären

sas

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