Wann verschwinden die alten Tramgleise?

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Gefährlich für Radler: alte Tramgleise in der Hermann-Lingg-Straße nahe der Wiesn

Die großen Zeiten der Münchner Tram sind längst vorbei. 134 Kilometer lang war das Netz einmal im Jahre 1964, heute sind es nur noch 71 Kilometer.

Beinahe überall in der Stadt erinnern noch alte, unbenutzte Schienen an die gute alte Zeit der Tram, der die U-Bahn den Rang abgelaufen hat.

Die alten Schienen sorgen mit allerlei Asphalt-Flickwerk nicht gerade für ein ordentliches Straßenbild. Für Radler sind sie zudem gefährliche Fallen. Liegen die alten Gleise neben der Straße, sind sie oft mit allerhand Unkraut zugewuchert.

SPD-Rathausfraktionschef Alexander Reissl wollte darum wissen, wann die alten Tramgleise endlich verschwinden. Als Beispiele nannte er die Belgradstraße, die nördliche Schleißheimer Straße oder die Albert-Roßhaupter-Straße. Reissl wollte auch wissen, ob man die alten Tramtrassen nicht anders etwa für Radwege nutzen könnte.

Gestern sollte der Wirtschaftsausschuss über Reissls Antrag entscheiden. Doch die Verwaltung hatte keine Daten, „da die vollständige Erfassung aller alten Gleise und Trassen im gemeinsamen Arbeitskreis der Stadtwerke und des Baureferats noch nicht abgeschlossen ist“. CSU-Stadtrat Richard Quaas konnte das nicht glauben: „Da müssen die bei den Stadtwerken doch nur in den Aktenschrank greifen.“ Das soll nun nachgeholt werden. Immerhin gab es folgende Erklärung: Wenn die Stadt eine Straße mit alten Gleisen saniert, zahlen die SWM mit – aus steuerlichen Gründen die beste Lösung.

Heuer kommen noch alte Gleise am Effnerplatz, an der Einsteinstraße, am Vogelweideplatz, an der Hermann-Lingg-Straße und an der Kreuzung Rosenheimer Straße/Kirchseeoner Straße raus. In der Schleißheimer Straße sollen die Gleise zwischen Weitlstraße und Augustin-Rösch-Straße in zwei Jahren herausgenommen werden. An der Albert-Roßhaupter-Straße könnte frühestens 2010 mit dem Ausbau der Gleise begonnen werden.

Die Stadtrats-Grünen hätten gerne mehr Gras statt Asphalt. Solche Rasengleise sind für die neuen Tram-Linien nach Schwabing und St. Emmeram vorgesehen. In der Dachauer Straße wird derzeit ein Grasgleis nachträglich eingebaut.Bei der Sanierung der Strecke in der Landsberger Straße im Jahr 2000 hatten die SWM auf ein Rasengleis verzichtet, um die Bauzeit zu verkürzen. „In Zukunft sollte man möglicherweise lieber längere Streckensperrungen in Kauf nehmen“, so Reissl. Die Trasse müsse man sich ja Jahrzehnte lang ansehen.

we.

Quelle: tz

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