Warum nerven Sie uns mit diesem Streik, Herr Quitter?

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GdL-Vize Norbert Quitter

München - GdL-Vize Norbert Quitter erklärt im tz-Interview, wieso am Freitag in München die Lokomotivführer streikten. Vor allem bei der S-Bahn fielen viele Züge aus.

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Ein überraschender Warnstreik von 8.30 bis 11.30 Uhr lähmte Freitagvormittag den Bahnverkehr, auch im Großraum München. Mehr als die Hälfte der S-Bahnen fiel aus, im Regional- und Fernverkehr kam es zu Verspätungen. Mit dem mittlerweile dritten Warnstreik will die Gewerkschaft der Lokomotivführer GdL einen einheitlichen Tariflohn durchsetzen. Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn: „Der Warnstreik ist fahrgastfeindlich, wir werden benutzt, um Interessen durchzuboxen.“ Der deutsche GdL-Vize Norbert Quitter erklärt im tz-Interview, wieso die Lokführer streiken:

Herr Quitter, wieso nerven Sie uns mit einem Warnstreik?

Norbert Quitter: Die Bahn versucht uns, mit einem sogenannten Angebot zu erpressen. Wir sollten heute bis 12 Uhr einen neuen Tarifvertrag annehmen. Das kann die Gewerkschaftsspitze aber nicht, weil die GdL eine demokratische Organisation ist, in der die Mitglieder in einer Urabstimmung einem neuen Tarifabschluss zustimmen müssen.

Wofür streiken die Lokführer überhaupt?

Quitter: Wir wollen einen einheitlichen Tarifvertrag für die Beschäftigten der Deutschen Bahn und denen der privaten Unternehmen wie BOB oder Alex.

Wo liegen die Unterschiede?

Quitter: Es gibt Einkommensunterschiede von bis zu 30 Prozent, oft müssen die Lokführer zur Einkommensicherung noch Hartz IV beantragen.

Aber den Streik badet der Bahnkunde aus…

Quitter: Wir wissen, dass die Fahrgäste betroffen sind. Wir können die Bahn nicht anders treffen. Allerdings haben wir den Warnstreik am Abend zuvor rechtzeitig angekündigt, sodass man sich darauf einstellen konnte.

Interview: Johannes Welte

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