CSU Ansinnen wird abgelent

Warnung im Ernstfall: Stadt München bräuchte 900 neue Sirenen

Sirene
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Eine Sirene steht auf einem alten Feuerwehrhaus.

Die Stadt lehnt Warn-Sirenen in München ab. Wie aus einer Antwort auf einen Antrag der CSU hervorgeht, müssten nämlich insgesamt 900 Sirenen aufgestellt werden, um im Ernstfall wirksam zu warnen.

Die Aufregung war groß, als am bundesweiten Warntag am 10. September 2020 in München keine einzige Sirene zu hören war. Der Grund: Sie wurden nach Ende des Kalten Kriegs nach und nach abgebaut. Aufgebaut werden sie auch nicht mehr, das teilt die Stadt nun auf einen Antrag der CSU mit. „Um das gesamte Stadtgebiet von 310 Quadratkilometern abzudecken, wären etwa 900 Sirenen aktueller Bauart erforderlich.“

Diese besäßen jeweils einen radialen Wirkbereich von circa 350 Metern und müssten gleichmäßig im Stadtgebiet ortsfest installiert werden. „Eine mögliche Ausstattung städtischer Dienstgebäude würde daher zur vollständigen Abdeckung nicht ausreichen, welche jedoch Grundvoraussetzung für eine flächendeckende Wahrnehmbarkeit in der Bevölkerung wäre.“ Daher müssten Standorte ermittelt und auch Nutzungsverträge mit den Gebäudeeigentümern geschlossen werden.

Die CSU hatte vor einem Jahr beantragt, die Sirenen wieder aufzubauen. Stadtrat Fabian Ewald sagte damals: „Wie sollen sich Bürger vor akuten Gefahren schützen, wenn sie davon nichts mitbekommen?“

Der Katastrophen-Warntag sei ein katastrophaler Fehlschlag gewesen, sagte Fraktions-Vize Evelyne Menges. Bei akuter Gefahr sei es wichtig, möglichst viele Menschen schnell und zuverlässig zu erreichen. Eine rechtzeitige Warnung könne Leben retten. Apps wie Katwarn seien ein wichtiger Bestandteil des Warnsystems, doch sie dürften nicht der einzige Kommunikationsweg sein. „Nicht jeder nutzt Handy-Apps, und nachts ist das Telefon bei den meisten Leuten lautlos.“

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