Warum die Araber München so mögen

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Sie prägen immer mehr das Stadtbild: Kaufkräftige Touristen, die wie hier in der Maximilianstraße auf Einkaufstour gehen

München - Nicht nur Hasan Abdullah Ismaik, der ein Investment beim TSV 1860 erwägt, lockt München. Die Zahl arabischer Gäste ist um fast 40 Prozent gestiegen. Warum sie nach München kommen:

Salam Alaikum. Die Araber kommen! Die Meldung, dass ein Geschäftsmann aus Jordanien den TSV 1860 München retten will, sorgt für viel Gesprächsstoff. Nicht nur Hasan Abdullah Ismaik findet Gefallen an unserer Landeshauptstadt: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Übernachtungen von Reisenden aus den arabischen Golfstaaten um 37,6 Prozent auf 365 829 gestiegen!

Investoren im Fußball: Wer bei welchem Verein seine Finger im Spiel hat

Der TSV 1860 München könnte bald von einem jordanischen Geschäftsmann finanziell unterstützt werden. Aber die Münchner  Löwen sind nicht der einzige Verein, der von einem Geldgeber Finanzspritzen erhält. Sehen Sie hier einen Streifzug durch Europa von Vereinen, die durch einen Investor unterstützt werden. © Getty
Die TSG 1899 Hoffenheim profitierte von einem Geldgeber. Durch Mäzen Dietmar Hopp gelang dem Klub der Durchmarsch von der Regionalliga bis zur Herbstmeisterschaft 2008 in der ersten Liga. © getty
Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp, mit vier Milliarden Euro einer der reichsten Deutschen, ist Mitbegründer des Unternehmens SAP AG. Er führte den Verein aus Sinsheim von der Regional- bis in die Bundesliga. © getty
Auch Hannover 96 wird von einem Investor regelmäßig mit Geld unterstützt. © getty
Martin Kind (r.) hat Hannover 96 durch sein Hörgeräte-Unternehmen mit zahlreichen Millionen Euro unterstützt. Er ist ein Verfechter der 50+1 Regel im deutschen Fußball. © getty
Dietmar Beiersdorfer, Sportdirektor von RB Leipzig aus der Regionalliga Nord, kann sich über finanzielle Nöte nicht beklagen. © getty
Denn sein Verein wird wie weitere Klubs von Red Bull finanziert. Dietrich Mateschitz, österreichischer Unternehmer, hält 49 Prozent der Anteile an der Red Bull GmbH. © getty
Neben Leipzig und Salzburg wird auch in Amerika ein Verein von den "Roten Bullen" getragen: Die New York Red Bulls mit dem Weltmeister  Thierry Henry. © getty
Vor Leipzig versuchte Mateschitz mit Red Bull Salzburg den Angriff auf die europäische Krone zu starten. Dieses Vorhaben scheitert aber an der schwachen nationalen Konkurrenz. © getty
Der FC Basel wird von einer Mäzenin unterstützt. © getty
Gisela Oeri ist einer der wenigen weiblichen Präsidenten im europäischen Fußball. © getty
Das Gehalt von Quincy Owusu Abeyie vom FC Malaga wird durch Mohammad bin Nasser Al Thani bezahlt. Der Scheich, der den Nachrichtensender Al Jazeera gründete, gehört zu einer Dynastie, die seit dem 19. Jahrhundert den Herrscher von Katar stellt. © getty
David Trezeguet von Hercules Alicante war einer von vielen namhaften Neuzugängen für den Aufsteiger in der spanischen Liga. Enrique Ortiz verdient sein Geld durch sein Bauunternehmung und Firmen im Dienstleistungssektor. © getty
Racing Santader ist mittlerweile der dritte spanische Verein, der einen Investor im Hintergrund hat. Mehdi Lacen kann es nur recht sein. © getty
Der indische Multimilliardär Ahsan Ali Syed kaufte 80% der Rechte von Racing Santander. Der Unternehmer hat laut eigenen Angaben 130 Firmen. © getty
Leonid Fedun ist ein russischer Geschäftsmann mit geschätzten 5,5 Milliarden Dollar. Er arbeitet für die russische Ölfirma Lukoil. © getty
Die Fans von Spartak Moskau können sich ebenfalls über kräftige Finanzspritzen freuen. Mit dem Geld locken sie immer mehr Topspieler nach Russland. © getty
Anschi Machatschkala wird seit kurzem erst durch einen Investor unterstützt. Dieser ermöglicht Einkäufe wie Roberto Carlos. Suleyman Kerimov hält die größten Anteile der VTB-Bank. Durch seine Investmentfirma Nafta Moskau ist er größter Aktionär beim fünftgrößten Silberproduzent der Welt. © getty
Terek Grosny ist der zweite Verein aus Tschetschenien, der für Aufsehen sorgt. © getty
Ramsan Kadyrow jun. ist seit 2007 Präsident der Teilrepublik Tschetschenien. Ihm werden Folter und zahlreiche Morde vorgeworfen. Er ist großer Fußballfan und veranstaltete ein Benefiz-Spiel u.a. mit Lothar Matthäus. Woher sein Vermögen kommt, ist unbekannt. © getty
Der AC Milan, siebenmaliger Champions-League-Sieger hier mit Robinho, ist auch mit Hilfe eines Geldgebers so erfolgreich. © getty
Unterstützung erhält der AC durch den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Der Politiker ist durch seine Gründung von Medienanstalten, die er immer noch besitzt, vermögend geworden. © getty
Auch der zweite Mailänder Verein  wird von einem Investor geführt. Inter gelang letzte Saison um Kapitän Javier Zanetti das Triple. © getty
Ohne die Gelder von Präsident Massimo Moratti wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Der Italiener ist ein Öl-Tycoon und Sohn des Inter-Eigentümers Angelo Moratti. © getty
Der FC Genua geht seit ein paar Jahren auf Einkaufstour, u.a. Luca Toni, Rafinha. Möglich macht dies auch Enrico Preziosi. Er gründete die Giochi Preziosi und ist Hauptaktionär. © getty
Der AS Rom wird schon seit 1993 von einem Investor finanziert und geführt. Dadurch konnten der Traditionsklub auch Fan-Liebling Francesco Totti halten. © getty
Thomas Di Benedetto kaufte sich vor kurzem die Anteile des römischen Klubs. Er ist seit 1983 Präsident einer Investmentmanagementfirma. © getty
Jahrelang hinkte der FC Chelsea national und international hinterher. Bis ein russischer Investor die Londoner übernahm und zu drei Meistertiteln führte. © getty
Roman Abramowitsch gehört zu den russischen Oligarchen und verdient seine Milliarden mit seinen Ölunternehmen. Für 210 Millionen Euro kaufte er den FC Chelsea. Einen eigenen Privatjet besitzt der Russe ebenfalls. © getty
Ryan Giggs spielt seit 16 Jahren bei Manchester United, lange bevor der Investor aus Amerika kam, um United zu übernehmen. © getty
Die Glazer-Familie führt den Traditionsverein aus Manchester seit Mai 2005. Mittlerweile halten sie 75% der Anteile an United. © getty
Mit der Übernahme von Manchester City ist auch der zweite Klub aus der Stadt im Norden Englands übernommen worden. © getty
Mansour Bin Zayed ist ein Sohn der Herrscherfamilie von Abu Dhabi in den VAE. Er ist Minister für Präsidentschaftsangelegenheiten für seinen Bruder. © getty
Der Traditionsklub, der 2009 in die zweite englische Liga a bstieg, wurde von einem englischen Geschäftsmann übernommen. © getty
Mike Ashley ist der Geldgeber für die Magpies. Er unterstützt den Verein seit 2007, als er ihn für 135 Millionen Pfund (ca. 160 Millionen Euro) kaufte. © getty
Der englische Zweitligist FC Portsmouth, der letzte Saison überraschend ins FA-Cup Finale zog, wird seit einigen Jahren von einem Investor unterstützt. © getty
Balram Chainrai verdient sein Geld als Geschäftsmann mit Haushaltsgeräten. Der aus Nepal stammende Präsident von Portsmouth teilt ist nicht der einzige, der Anteile hält. © getty
Ohne die Investitionen von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wäre der Höhenflug des Teams nicht möglich gewesen. © getty
Die Anteile des  FC Port Vale wurden von einem sehr großen und weltberühmten Fan gekauft. Dieser ist in der Pop-Musik-Branche tätig. © getty
Der fußballfanatische Robbie Williams erfüllte sich damit einen Kindheitstraum. © getty
Steven Gerrard, Kapitän des FC Liverpool, spielt seit seinem neunten Lebensjahr für den Verein © getty
Sein Klub wurde 2007 von den US-amerikanischen Geschäftsleuten George Gillet (r.) und Tom Hicks für 470 Millionen Pfund gekauft. Gillett verdient sein Geld mit dem Vertrieb von Medien und Fleischwaren. Hicks ist Mitbegründer einer Investment-Firma © getty
Der UEFA-Cup-Sieger von 2009 Schachtar Donezk spielt seit Jahren mit vielen Brasilianern und konnte zuletzt das Viertelfinale der Champions League erreichen. © getty
Die ganzen internationalen Erfolge verdankt der Klub aus der Ukraine dem Multimilliardär Rinat Achmetow. Der Sohn eines Bergmannes besitzt 30 Unternehmen und kontrolliert somit die ostukrainische Stahl- und Kohleindustrie.  © getty
Dortmunds Europa-League-Gegner Karpaty Lwiw wird von Petro Dyminsky einem ukrainischen Geschäftsmann geführt und kann dadurch international auf sich aufmerksam machen. © getty
Die SpVgg Unterhaching will mit einem arabischen Investor zusammenarbeiten. Mit Khalifa Saif Al Muhairibi, dem Vorsitzenden einer Investmentbank aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, ist eine Kooperation vereinbart worden. Das Foto zeigt Coach Heiko Herrlich © dpa

Damit sind die Araber auf Platz vier! Sie haben bei den Übernachtungen laut Tourismusamt sogar unsere Nachbarn aus der Schweiz und Österreich überholt. Auch im Januar 2011 wurde im Vergleich zum Januar 2010 ein satter Übernachtungszuwachs gezählt – von stolzen 40,5 Prozent. „Das ist nicht ungewöhnlich, denn die Reisezeit der arabischen Touristen ist lange nicht mehr nur auf die Sommermonate beschränkt“, erklärt Astrid Ganssen, eine Sprecherin des Tourismus- amts. Es liegt auch daran, dass das Tourismusamt der Stadt München seit 2005 eine eigene Vertretung in Dubai hat. „Außerdem reist mittlerweile auch verstärkt der arabische Mittelstand in die Landeshauptstadt“, weiß Ganssen.

Doch warum ist München im Nahen Osten so beliebt?

Mustafa Attach vom Generalkonsulat der Vereinigten Arabischen Emirate erklärt: „Müchen ist besonders hoch angesehen, weil es eine sichere Stadt in einem konservativen Bundesland ist. Mit dem Motto Laptop und Lederhosen können sich die Araber gut identifizieren. Denn auch in ihren Heimatländern gehen Tradition und Technik Hand in Hand.“

Die tz hat herausgefunden, welche Vorzüge die Gäste noch nach München ziehen.

Nina Bautz und Petra Markovic

Beeindruckende Bilder: So sieht München vom ADAC-Turm aus

Das ADAC-Hochhaus vom Westpark aus gesehen. © Markus Götzfried
tz-Reporter Johannes Welte genoss schon das Panorama auf dem Dach © Markus Götzfried
NORDEN: 1.) Das 146 Meter hohe Uptown-Hochhaus, in dem o2 residiert 2.) Olympiaturm (291 Meter) und das Mercedes-Hochhaus (68 Meter) 3.) Die Astallerstraße im Westend © Markus Götzfried
NORDOSTEN: 1.) Die Pfarrkirche St. Rupert am Gollierplatz 2.) Das Hochhaus des Bayerischen Rundfunks an der Arnulfstraße 3.) Die Kreuzung Trappentreustraße/Gollierstraße © Markus Götzfried
OSTEN: 1.) Die Frauenkirche, direkt davor St. Paul an der Theresienwiese 2.) Das Europäische Patentamt mit dem Turm des Deutschen Museums 3.) Der Alte Messeplatz © Markus Götzfried
SÜDOSTEN: 1.) Der Bavariapark an der Theresienwiese 2.) Die Heiligkreuz-Kirche am Giesinger Berg 3.) Die Gleise der S7 nach Wolfratshausen und der Oberlandbahn © Markus Götzfried
SÜDEN: 1.) Das 65 Meter hohe Hochhaus der Fraunhofer Gesellschaft 2.) Die Kreuzung Hansastraße/Garmischer Straße 3.) Das Heizkraftwerk Süd der Stadtwerke an der Brudermühlbrücke © Markus Götzfried
SÜDWESTEN: 1.) Die Rudi-Sedlmayer-Halle an der Garmischer Straße 2.) Der Alpenkamm mit der Zugspitze 3.) Der Westteil des Westparks mit den Schrebergärten © Markus Götzfried
WESTEN: 1.) Die Seniorenwohnanlage Westpark des Roten Kreuzes 2.) Die Dächer der Produktionsanlagen der Hofpfisterei 3.) Die Hansastraße. In diesem Bereich ist Prostitution erlaubt © Markus Götzfried
NORDWESTEN: 1.) Der Paketdom, das Logistikzentrum der Post an der Arnulfstraße 2.) Der Südring der Deutschen Bahn mit dem Gleis der S 7 3.) Die Barthstraße © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried
Hier sehen Sie weitere Fotos, die den ADAC-Turm zeigen bzw. von dessen Dach aus aufgenommen wurden. © Markus Götzfried

Warum die Gäste aus dem Nahen Osten zu uns kommen

Immer mehr arabische Familien zieht es in die Landeshauptstadt. Über die Öl-Dollars freut sich nicht nur die Hotellerie. Das meiste Geld lassen die verschleierten Clans in unseren Kliniken und Geschäften.

Medizin-Tourismus: Circa 25 Prozent aller ausländischen Medizin-Touristen, die nach Deutschland kommen, landen laut der Serviceagentur für Gesundheitstouristen Europe Health in Münchner Klinikbetten – damit sind wir führend! „Das liegt daran, dass hier ein besonders großes Angebot auf kleinem Raum ist“, sagt Geschäftsführer Salah Atamna. Neben den beiden Unikliniken und städtischen Krankenhäusern stehen den Patienten zahlreiche (Reha-)Einrichtungen im Umland zur Verfügung. „Diese Form des Tourismus steigt weiter um etwa 20 bis 30 Prozent pro Jahr“, sagt der Experte. Die häufigsten Behandlungen würden in der Orthopädie durchgeführt. „Viele kommen auch beispielsweise nach einem Schlaganfall her oder um sich ambulant durchchecken zu lassen.“ In jedes der großen Münchner Krankenhäusern kämen etwa bis zu 1500 arabische Patienten im Jahr. Etwa die Hälfte von ihnen sind Atamna zufolge sogenannte Regierungspatienten, denen der Staat die Behandlung zahlt. Allein aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kommen laut Generalkonsulat jedes Jahr 3000 solcher Patienten. Die Kliniken haben sich auf die Gäste eingestellt: Im Klinikum Schwabing gibt es getrennte Gebetsräume für Männer und Frauen, in Bogenhausen einen arabischen Speiseplan.

Shopping-Tourismus: Vor etwa zehn Jahren kamen fast ausschließlich Medizin-Touristen aus dem arabischen Raum hierher. „Im Laufe der Jahre aber haben die Verwandten, die mitkommen, entdeckt, dass München mehr zu bieten hat“, sagt Atamna. Zum Beispiel Shoppen: Das Tourismusamt schätzt, dass der arabische Tourist etwa 550 bis 1000 Euro pro Tag für Hotel und Einkauf hinblättert. Top-adressen sind immer noch die Maximilianstraße sowie die Fußgängerzone, in der die Scheichfamilien so üppig einkaufen, dass sie sich gleich noch einen Koffer zulegen müssen, um das Ergatterte wieder nach Hause abzutransportieren.

Der Finanzdienstleister Global Blue hat die Ausgaben für das sogenannte Tax-Free-Shopping untersucht, bei dem die Mehrwertsteuer ersetzt wird. Demnach ist München mit 49,9 Prozent weit führend als Einkaufsziel der Araber, Frankfurt folgt weit abgeschlagen mit 9,1 Prozent, Düsseldorf mit 7,8 Prozent. Und was die Araber dann hier ausgeben, lässt die Münchner Damen vor Neid erblassen: Die Gäste aus dem Oman etwa lassen unglaubliche 491 Euro pro Einkauf in einem Geschäft – im Schnitt! Dann folgen die Gäste aus Qatar mit 404 Euro pro Geschäft und Saudi-Arabien mit 401 Euro. Und das wandert in die Koffer (s. Grafik oben): 44,2 Prozent der Tax-Free-Einkäufe finden in Modegeschäften statt, 17,2 Prozent in Kaufhäusern, zehn Prozent in Uhren- und Juwelierläden und 9,7 Prozent in Geschäften für Lederwaren und Reiseutensilien.

Immobilien: Die arabischen Touristen, die gar nicht aufs Geld achten müssen, wohnen oft monatelang in speziell auf sie ausgelegten Luxus-Suiten im Hilton oder Vier Jahreszeiten. Auch die Nachfrage nach Apartments, die zeitweise zur Vermietung stehen, steigt. Und weil viele Touristen jedes Jahr wiederkommen, suchen immer mehr nach Immobilien. „Wir machen oft Immobilien-touren mit diesen Gästen. Meist aber sind deren Ansprüche zu hoch – Immobilien mit 16 Zimmern und beispielsweise Vollverglasung gibt es eben selten …“, sagt Luxusmakler Detlev von Wangenheim. Im niedrigpreisigeren Bereich tut sich aber offenbar etwas, wie Mustafa Attach vom Generalkonsulat der Vereinigten Arabischen Emirate sagt: „Mittlerweile besitzen einige hundert Landsleute Häuser oder Wohnungen in der Stadt oder etwa am Starnberger See. Sie genießen die grüne Landschaft und die vielen Seen, die sie von zu Hause nicht kennen.“ Und etwas weiter südlich hat der Orient schon richtig dick investiert: Der Sultan von Oman etwa besitzt am Fuße des Kramer-Massivs ein herrschaftliches Anwesen mit Personalgebäude und Arzthaus, das er regelmäßig mit Familien-Clan und Beratern besucht. Und in das Grand-Hotel Sonnenbichl hat ein Ägypter investiert.

Wofür geben arabische Touristen Geld aus?

44,2% Mode und Kleidung
17,2% Kaufhäuser
10,0% Uhren & Schmuck
9,7% Leder & Reisezubehör
5,7% Parfüm & Kosmetik
5,1% Kleinere Geschäfte
2,3% Elektrogeräte
1,4% Haus- und Gartenartikel
1,4% Sportartikel
1,2% Elektronik & Computer


Übernachtungen in München

Land 2010 2009 2008
1. USA 696 799 597 412 612 938
2. Italien 514 388 517 690 499 654
3. Großbritannien 402 057 340.789 377 736
4. Arabische Golfstaaten 365 829 270 891 273 035
5. Schweiz 324 877 292 983 285 103
6. Österreich 268 787 239 866 225 870
7. Russland 256 375 191 657 190 091
8. Spanien 215 664 202 564 213 066
9. Frankreich 173 802 157 245 156 406
10. Japan 146 401 112 897 127 226

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