Warum dürfen die neuen Trams noch nicht fahren?

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Die ersten neuen Variobahnen wurden Ende 2009 schon einmal vorläufig in Betrieb genommen

München - OB Christian Ude beantwortet Fragen der tz-Leser. Heute: Warum dürfen die neuen Trambahnen immer noch nicht fahren? Und: Warum wird der U- Bahnhof Olympiazentrum nicht renoviert?

Warum dürfen die neuen Trambahnen immer noch nicht fahren?

Frage: Warum dürfen die neuen Trambahnen seit Monaten nicht fahren? Sie stehen seit Langem nutzlos im Depot. Das gilt sowohl für die ganz neuen Variobahnen als auch die zwei in Leipzig modernisierten R2-Wagen. Als Interessensvertreter der Fahrgäste müssen wir nun sagen, dass dieser Zustand langsam zu einem Skandal wird, den wir öffentlich anprangern müssen. Wird hier „Beamten-Mikado“ gespielt nach dem Motto: Wer zuerst etwas bewegt, hat verloren? Können Sie hier nicht im Aufsichtsrat der MVG ein Machtwort sprechen? Eine Trambahn, die nicht fährt, ist überhaupt nichts wert!

Antwort: Ihre Frage ist berechtigt, denn tatsächlich kann die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) seit einigen Monaten insgesamt sieben betriebsbereite Tramzüge – vier neue Variobahnen und drei erneuerte R2.2Züge – nicht im Fahrgastbetrieb einsetzen, weil deren endgültige Zulassung immer noch aussteht. Dabei waren die ersten Variobahnen sogar schon Ende 2009 auf Grundlage der damals vorliegenden, durch die zuständige Technische Aufsichtsbehörde (TAB) beauftragten Gutachten vorläufig in Betrieb genommen worden. Dies lässt das entsprechende Regelwerk (BOStrab) ausdrücklich zu. Da im Zuge der endgültigen Zulassung durch die TAB die vorliegenden Gutachten an einigen Stellen ergänzt werden mussten, hat die MVG im Juli 2010 die Züge bis zur Klärung und Nachweisführung zunächst wieder im gegenseitigen Einvernehmen außer Betrieb genommen.

Leider ist dieses Genehmigungsverfahren bei der für die Fahrzeugzulassung zuständigen Technischen Aufsichtsbehörde bei der Regierung von Oberbayern immer noch nicht abgeschlossen. Es zieht sich inzwischen deutlich länger hin als branchenweit üblich und von der MVG erwartet. Anders als etwa bei der Zulassung von Kraftfahrzeugen ist der Zulassungsprozess allerdings nicht normiert, d.h. die Dauer des Verfahrens ist völlig offen. Die MVG steht aber in stetigem und engem Kontakt mit den bei der TAB zuständigen Mitarbeitern, den Herstellern und den eingeschalteten Gutachtern, um alle von der Aufsichtsbehörde gewünschten, teilweise auch nachträglich geforderten Nachweise zu erbringen, damit das Zulassungsverfahren in absehbarer Zeit abgeschlossen werden kann.

Ein Machtwort kann ich hier nicht sprechen, aber ich habe bei der Technischen Aufsichtsbehörde persönlich vorgesprochen, mit der Bitte, die Sache so bald wie möglich zum Abschluss zu bringen.

Warum wird der U- Bahnhof Olympiazentrum nicht renoviert?

Frage: Warum ist der U- Bahnhof Olympiazentrum in so einem schlechten Zustand? Meines Erachtens wäre eine Renovierung dringend erforderlich. Ingrid Ehrl, per EMail

Antwort: Die Münchner U-Bahn wird heuer 40 Jahre alt. Der Erneuerungsbedarf steigt daher. Bis 2009 wurde bereits der U-Bahnhof Münchner Freiheit modernisiert; erneuert worden sind inzwischen auch die Stationen Freimann und Neuperlach-Süd. Noch heuer beginnen die SWM/MVG mit der Sanierung und Neugestaltung des U-Bahn-Sperrengeschosses im Hauptbahnhof. 2012 startet dann die Modernisierung des Sperrengeschosses am Marienplatz.

Ein Datum oder eine Entscheidung für eine Renovierung des U-Bahnhofs Olympiazentrum in den nächsten Jahren gibt es seitens der Stadtwerke München/MVG nicht. Zwar gehört der 1972 eröffnete U-Bahnhof zu den ältesten im Münchner U-Bahnnetz; er ist allerdings in einem baulich befriedigenden Zustand, weshalb es aus heutiger Sicht keinen Anlass gibt, das Bauwerk einer aufwendigen Sanierung und Modernisierung zu unterziehen.

Münchens schönste U-Bahnhöfe

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