Warum gibt es keine Leinenpflicht für Hunde?

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Frei laufende Hunde sind vielen Bürgern ein Ärgernis

München - OB Christian Ude beantwortet die Fragen der tz-Leser. Heute: "Warum gibt es in München keine generelle Anleinpflicht für Hunde?"

Frage:

Warum gibt es in München keine generelle Anleinpflicht für Hunde? Dies fände ich sehr gut, weil dadurch vieles verhindert werden kann. Selbst fahre ich täglich mit dem Rad durch den Südpark und werde oft mit Horden frei laufender Hunde konfrontiert. Teils laufen sie mir vor das Rad, teils laufen sie bellend auf mich zu. Manche Halter scheren sich einen Dreck darum, was ihr Hund macht. Wurde schon zweimal von Hunden gebissen, und so bin ich gar sensibilisiert. Dass eine generelle Anleinpflicht möglich ist, sah ich schon in manch anderen Orten, wie zum Beispiel Groß Gmain.

Stefan Plank, per E-Mail

Antwort:

Was für ein Thema! Die Hundehalter fühlen sich bevormundet und geschurigelt, die Opfer von Hundebissen aber im Stich gelassen. Allen recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann.

OB Christian Ude

Gegen einen allgemeinen Leinenzwang spricht vor allem, dass lediglich circa ein Prozent der in München angemeldeten Hunde Schadensfälle auf öffentlichem Grund verursachen. So wurden dem Kreisverwaltungsreferat im Jahr 2010 rund 320 Vorgänge mit auffälligen Hunden gemeldet, dem gegenüber stehen 30 500 zur Hundesteuer angemeldete Hunde (Stand Januar 2011). Dies bedeutet, dass der weit überwiegende Teil der in München gehaltenen Hunde auch ohne generelle Leinenpflicht sicherheitsrechtlich unauffällig bleibt.

Allerdings dürfen nach der städtischen Grünanlagensatzung Hunde auf Kinderspielplätzen, auf den mit grünen Pollern gekennzeichneten Spiel- und Liegewiesen, Zieranlagen sowie Biotopen nicht mitgeführt werden, und sie sind auf den Wegen in diesen Bereichen an der Leine zu führen. Ein allgemeines Verbot für Hunde gilt in den Freibadgeländen. Auffälligen und aggressiven Hunden begegnet das Kreisverwaltungsreferat jedoch mit Anordnungen im Einzelfall. Hier steht eine große Bandbreite möglicher Maßnahmen (zum Beispiel Leinen- und/oder Beißkorbzwang, Anordnung der sicheren Verwahrung bis hin zur Wegnahme eines Hundes) zur Verfügung. Solche Anordnungen werden gegen Hunde, unabhängig von Größe und Rasse, erlassen, sobald diese sicherheitsrechtlich auffällig werden.

Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass konkrete Vorfälle bei der Polizei angezeigt oder aber direkt der zuständigen Dienststelle (Kreisverwaltungsreferat, HA I/221, Ruppertstraße 11, 80466 München, E-Mail: ordnung.kvr@muenchen.de) mitgeteilt werden. Haben Sie bereits konkrete negative Erfahrungen mit Hunden gemacht, empfiehlt es sich, die Vorfälle samt eventuell davongetragener Verletzungen zu dokumentieren und bei der Polizei sowie dem Kreisverwaltungsreferat zu melden. Nur so können entsprechende Maßnahmen getroffen und weitere Gefahren durch auffällige Hunde künftig vermieden werden.

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