Warum hast du meinen Freund erschossen?

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Mordopfer Lorenzo

Fulda - Auch am zweiten Prozesstag um den Automord von Fulda herrschte Sicherheitsstufe 1. Es kam zu Drohungen von Seiten der Familie des Mordopfers, vielen Zwischenrufen - und einem Weinkrampf bei Lorenzos Kumpel.

Als es um sei­ne eigenen Kinder ging, begann der Auto-Killer von Fulda zu schluchzen – doch eine Antwort auf die Frage, warum Lorenzo (17) sterben musste, blieb Oliver P. (39) auch am zweiten Prozess­tag schuldig.

Wieder Sicherheitsstufe 1 am Fuldaer Landgericht: Die Justiz befürchtet Racheakte von Lorenzos rumänischer Familie aus München. Die sparten auch am Donnerstag nicht mit Drohungen: „Du gehörst nicht in den Knast, du sollst sterben“, riefen einige Zuhörer, als der Angeklagte schwer bewacht in den Sitzungs­saal geführt wurde.

Münchner (17) bei Autokauf in Fulda erschossen

Münchner (17) bei Autokauf in Fulda erschossen

Ihm gegenüber nahm erstmals Alin C. (20) Platz – er hatte sei­nen Freund Lorenzo am 10. Fe­bruar mit nach Fulda begleitet, um dort einen vom Angeklagten im Internet angebotenen VW-Transporter zu kaufen. Stattdes­sen lockte der vorbestrafte Tauch­lehrer die beiden in einen Hinter­halt, streckte Lorenzo mit sieben Schüssen nieder – und legte auch auf Alin an. „Warum hast du mei­nen Freund von hinten erschos­sen?“, schrie er am Donnerstag, bevor er von einem Weinkrampf geschüttelt von seinem Anwalt weggezogen wurde.

Nur mühsam konnte Richter Josef Richter die Zwischenrufer bändigen, als Oliver P. und seine mitangeklagte Freundin Mareen S. (32) ihre Lebensgeschichte er­zählten. Sie soll ihm bei der Vor­bereitung des betrügerischen Au­togeschäfts geholfen haben, von den Mord-Plänen aber nichts ge­ahnt haben. Sie ist deshalb auf freiem Fuß. An ihren Gefühlen zu Oliver P. scheint die Tat nichts geändert zu haben: Im Knast ha­ben sie sich verlobt!

Die dunkle Vorgeschichte ihres Freundes war Mareen S. nicht verborgen geblieben, als sie 2008 zusammen kamen. Es störte sie aber nicht, dass er seit seinem 19. Lebensjahr bereits neunmal we­gen Betrugs, Diebstahls und Heh­lerei vor den verschiedensten Amtsgerichten stand und auch schon einschlägige Knasterfah­rung gesammelt hatte. Am 2. September will Mareen S. auspacken, wie sie den Betrug mit dem Transporter geplant haben. Dann soll auch Alin C. berichten, wie er seinen Freund sterben sah.

tz

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