Warum muss immer wieder Rattengift gestreut werden?

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Die Stadt rückt gegen die Ratten immer wieder mit Gift an

München - OB Christian Ude beantwortet Fragen der tz-Leser. Diesmal geht es um das Streuen von Rattengift an öffentlichen Plätzen.

Frage:

Warum muss ich immer wieder auf kleinen gelben Schildern darauf hingewiesen werden, dass gerade in bestimmten öffentlich zugänglichen Plätzen Rattengift gestreut worden ist?

Erstens ist es kaum zu erkennen, wo genau es Rattengift gibt und zweitens stellt sich die Frage, ob man so hart vorgehen muss und vielleicht auch Kinder, Haustiere und auch andere Nager wie zum Beispiel Eichkatzen und Hasen hier gesundheitlichen Gefahren aussetzt. Diese Maßnahmen sind doch höchst umstritten, ob denn diese auch wirklich was bewirken. Ich spreche sicher nicht nur für mich, sondern auch für die Bewohner zum Beispiel in Perlach, direkt am Hachinger Bach, wo ich darauf jetzt aufmerksam wurde.

Meine Frage nun: Gibt es nicht bessere Methoden und Maßnahmen, die weniger gefährlich sind als diese?

Thomas Verna

Antwort:

Selbstverständlich ist niemand daran interessiert, die Münchner Bevölkerung oder (Haus-)Tiere durch die Auslegung toxischer Mittel zu gefährden. Insoweit kommen ausschließlich amtlich zugelassene Köder zur Anwendung, welche in ihrer Zusammensetzung und Wirkungsweise speziell für Ratten entwickelt wurden. Durch Zusatzstoffe sind die Köder geschmacklich so verändert, dass Menschen oder andere Tiere sie nicht zu sich nehmen. Oder anders gesagt:

Kinder würden die Köder einfach ausspucken. Auch ist eine offene Auslegung unzulässig, eine „Ausstreuung“, wie in Ihrer Mail erwähnt, findet definitiv nicht statt. Vielmehr erfolgt die sogenannte „Beköderung“ in abgeschlossenen Köderboxen oder Schienen, welche für andere Wirbeltiere oder gar Kinder unzugänglich sind.

Sollten, was nicht ausgeschlossen ist, Ködermittel von Ratten verschleppt werden, verliert sich deren Wirkung durch Witterungseinflüsse innerhalb weniger Tage.

Zur Sensibilisierung der Bevölkerung – insbesondere von Eltern oder Haustierbesitzern – und zur Minimierung nicht ausschließbarer Restrisiken gerade auf öffentlichem Grund stellen wir zusätzlich Warnschilder auf.

Mit diesen Schildern weisen wir nicht auf die Auslegung der Köder hin, sondern vermerken dort auch den verwendeten Wirkstoff und das entsprechende Gegenmittel, das bei theoretisch denkbaren Unfällen angewandt werden muss.

Ich denke, dass in Abwägung der erheblichen Gesundheitsrisiken, welche von Ratten ausgehen, und der theoretisch denkbaren Beeinträchtigungen im Rahmen von Bekämpfungsmaßnahmen dem Gesundheitsschutz eindeutig Vorrang zu geben ist.

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