Kino-Knaller für wenig Kohle

+
Sieht ein bisschen aus wie „Pulp Fiction“ im Englischen Garten: Szene aus dem Trailer zu „Warum Siegfried Teitelbaum sterben musste“ mit Maik van Epple.

München - So kann jeder zum Filmemacher werden: Die Münchner Krimikomödie "Warum Siegfried Teitelbaum sterben musste" finanziert sich über Sponsoren, nicht Filmförderungsgelder.

Sie mögen Kino, haben aber keine Ahnung, wie man einen Film macht? Macht nichts: Sie können jetzt selbst eine Art Filmemacher werden. Und das Beste: Das kostet Sie kaum Zeit und kaum Kohle. Denn das Münchner Duo Bogdan Kramliczek und Axel Steinmüller dreht den Film "Warum Siegfried Teitelbaum sterben musste" für Sie – und braucht nur Ihr Geld. Denn diese pechschwarzer Killerkomödie finanziert sich über Sponsoren, nicht Filmförderungsgelder.

„Die Idee entstand bei ein paar Bierchen“, sagt der 43-jährige Fotograf Kramliczek der tz. Die Crew für seinen 90-Minüter hat das Duo bereits zusammen. Auch hier übers Internet, alle Mitglieder sind im Filmbereich tätig. Und: „Alle arbeiten ohne Gage, auch die Akteure. Beteiligt werden sie, wenn der Film Gewinn abwirft. Das gilt auch für Joseph Hannesschläger, der jetzt mit im Boot ist.“

Wobei sich Steinmüller und Kramliczek „nicht in Schulden reißen“. Bisher haben sie 10.000 Euro beisammen, benötigt werden 25.000. Nur 25.000? Weil die Crew ihr Arbeitsgerät gleich mitbringt. Teure Hightech von der Kamera über die Beleuchung bis zum Ton muss also nicht gemietet werden, „sonst wäre die Produktion leicht bei 100.000 Euro.“ Das gespendete Geld wird für Catering (Kunst macht hungrig), Drehgenehmigungen, Anfahrts- und Absperrkosten sowie Accessoires wie Kostüme verwendet.

Monaco Franze & Knight Rider: Diese Serien sind Kult!

Monaco Franze & Knight Rider: Diese Serien sind Kult!

Warum trotzdem das Rest- Risiko eingehen? „Weil ich heiß auf die Geschichte bin“, lacht Kramliczek. „Und alle mit Feuereifer bei der Sache sind.“ Das gilt auch für den Neuen im Boot, Rosenheim- Cop Joseph Hannesschläger. „Ich dachte mir, der Kerl könnte gut reinpassen. Ich habe ihn angesprochen, und Joseph hat fast sofort zugesagt.“

Angesetzt sind 18 Drehtage, wahrscheinlich werden es 20. Fast der gesamte Film wird in München gedreht, etwa an der Isar, im Englischen Garten , in einem Café. Außenaufnahmen finden aber auch in Budapest statt. Gedreht wird nur am Wochenende. Warum? „Weil die Leute unter der Woche ja Geld verdienen müssen“, erklärt Kramliczek. Einen Trailer gibt es unter www.teitelbaum.de.

Also: Geldbeutel zücken und Filmemacher werden. Bis 20. Januar um 23.59 Uhr läuft die Frist. Und so funktioniert das Crowdfunding:

■ Unter der Internet-Adresse www.startnext.de/teitelbaum geht’s zum Sponsoring. Anmelden und zwischen 2,99 und 1999,99 Euro spenden. Beispiele: Für 19,99 Euro gibt’s das Filmplakat mit Unterschriften aller Akteure. Für 59,99 Euro erlebt man einen Tag am Set, erhält ein Plakat mit allen Unterschriften und Fotos zusammen mit den Akteuren. Und für 2,99 Euro? Gibt’s ein Dankeschön. Und einen Film, an dem Sie mitgewirkt haben. Irgendwie.

Matthias Bieber

Auch interessant

Kommentare