Strom, Gas, Wasser, Müll

Was in München teurer und günstiger wird

+
Die Müllabfuhr ist ein Kosten-Lichtblick

München - Das neue Jahr bringt für die Münchner Bürger kräftige Preissteigerungen bei den Stadtwerken mit sich. Doch es gibt immerhin auch eine gute Nachricht.

Münchens ewige Preis-Spirale: Sie dreht sich weiter. Das betrifft nicht nur das Dauer-Thema Mieten, sondern jetzt auch Leistungen der Stadtwerke (SWM). Konkret: Die Stromtarife steigen um 12,9 Prozent. Erdgas wird um 3,9 Prozent teurer, bei den städtischen Bädern steigen die Eintrittspreise um bis zu 3,7 Prozent. Hintergrund sind die Energiewende und die steigenden Energiepreise, so die Stadtwerke.

Nachdem die SWM-Kunden zwei Jahre lang beim Gas und ein Jahr lang beim Strom von Preiserhöhungen verschont blieben, trifft es heuer vor allem die Stromkunden kräftig. Die SWM reicht nämlich (leicht zeitverzögert) die Öko-Umlage weiter, die ab 1. Januar fällig wird. SMW-Vertriebs-Chefin Katja Gieseking sagt: „Zum 1. März müssen wir den erhöhten Umlagen und Netzentgelten Rechnung tragen und werden die Preise für M-Strom-Privatkunden in München um durchschnittlich 12,9 Prozent anpassen.“ Allerdings bekommen die Stadtwerke aus dem Öko-Topf Zuschüsse für Umwelt-Investitionen. Was die Preis-Erhöhung für Otto-Normalbürger bedeutet? Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt mit 4000 Kilowattstunden Jahresverbrauch zahlt ab 1. März pro Monat 90,11 Euro und damit 10,71 Euro mehr als bisher.

Beim Gas führen die SWM „gestiegenen Energiepreise und Netzkosten“ als Begründung für eine Preiserhöhung von 3,9 Prozent zum 1. April an. Eine Vier-Personen-Familie (Jahresverbrauch: 30 000 Kilowattstunden) zahlt ab dem 1. April pro Monat 144,88 Euro und damit 5,55 Euro mehr als bisher.

Ab Mai werden auch die Bäder teurer, laut SWM „aufgrund gestiegener Betriebskosten – und, um das jährliche Defizit der M-Bäder im zweistelligen Millionenbereich zu begrenzen“. In den Saunen kostet der Eintritt dann in der Regel 50 Cent mehr. In den Bädern werden 10 Cent mehr fällig. Eine ermäßigte Karte fürs Freibad wird dann mit 2,80 Euro um 3,7 Prozent teurer.

Die Rathaus-CSU kritisiert die Erhöhung. „So sozial sich die Stadtwerke immer geben: Wenn es darauf ankommt, sind sie ein genauso knallhartes und auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen wie jedes andere auch“, so Fraktionsvize Hans Podiuk.

Johannes Welte

Die Müllabfuhr wird billiger

Strom, Gas und Wasser werden teurer, aber immerhin: Die gut gefüllten Kassen des Abfallwirtschafbetriebs München AWM sorgen dafür, dass die Müllabfuhr billiger wird: Ab nächstem Jahr sinken die Müllgebühren schrittweise bis zum Jahr 2015 um 17,3 Prozent.

Das heißt konkret: Ab 2013 kostet die 14-tägige Leerung einer 120-Liter-Tonne nur noch rund 150 Euro statt derzeit noch 181 Euro im Jahr. „Bei Großbehältern ist das die fünfte Gebühren­senkung in Folge, bei Kleinbehältern die vierte“, sagt Kom­munalreferent Axel Markwardt (SPD) stolz. „Damit liegen die Münchner Müllgebühren auf dem Niveau von 1992.“

Möglich wird die Gebührensenkung dank der Überschüsse, die der AWM in den vergangenen Jahren angesammelt hat. Laut Markwardt haben die Energieerlöse im Müllkraftwerk Unterföhring und die Verkaufserlöse für Altpapier dazu beigetragen.

Die Rathaus-CSU wirft der städtischen Müllabfuhr hingegen vor, über Jahre hinweg zu hohe Gebühren kassiert und damit zu hohe Rücklagen gebildet zu haben.

Um sein Image als „gemeinwohlorientiertes, kommunales Unternehmen“ aufzupolieren, wird der AWM für drei Millionen Euro seine Bekanntheits-Kampagne fortsetzen. Hintergrund sind die Pläne der Bundesregierung einer weitere Privatisierung der Müllabfuhr. Zudem sollen die Münchner zu noch besserer ­Abfalltrennung angeregt werden, um noch mehr wertvolle Rohstoffe herauszufiltern.

We/Dr

"Unser München": Münchner Stadtteile im Porträt

"Unser München": Münchner Stadtteile im Porträt

auch interessant

Meistgelesen

Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Amidou floh aus Todesangst - doch der Schwulenhass holt ihn ein
Amidou floh aus Todesangst - doch der Schwulenhass holt ihn ein

Kommentare