MVG: Was sich zum Fahrplanwechsel alles ändert

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Alles anders? Mit dem neuen Streckenabschnitt zwischen Effnerplatz und St. Emmeram, der ab Sonntag von den Linien 16 und 18 bedient wird, ist das gesamte Trambahn-Netz durcheinandergewirbelt worden.

München - Eine altbekannte U-Bahn-Linie auf neuer Trasse, mehr Busse und gestiegene Preise: Wir zeigen Ihnen im Überblick, was sich mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember ändert.

Eine altbekannte U-Bahnlinie wird auf neuer Trasse wiederbelebt, das Trambahn-Netz weitgehend umgestellt. Die Preise steigen, es fahren mehr Busse, es gibt neue Nachtlinien – und in der S-Bahn ist Alkohol jetzt verboten: Der Fahrplanwechsel an diesem Sonntag, 11. Dezember, geht mit zahlreichen Veränderungen und einigen Verbesserungen einher: Ein Überblick.

Neue Linienführung im Trambahn-Netz

Die weitreichendsten Neuerungen betreffen das Trambahn-Netz. Mit der Inbetriebnahme des Abschnitts zwischen Effnerplatz und St. Emmeram hat die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) auch die Führung von vier zentralen Linien verändert.

Die Linie 16, bisher nur in Stoßzeiten zwischen Romanplatz und Sendlinger Tor unterwegs, wird verlängert und damit zur vollwertigen Linie. Sie verkehrt nun ganztägig über Isartor, Max-Weber-Platz und Effnerplatz nach St. Emmeram. Die Linie 18, die bisher eben jenen Weg nahm, ersetzt im Osten die Linie 17 und führt jetzt über Isartor und Maxmonument zum Effnerplatz. An Schultagen rauscht sie frühmorgens sogar bis nach St. Emmeram durch. Zwischen 7.30 und 8 Uhr gibt es somit einen Fünf-Minuten-Takt. Die Linie 17 verkehrt ab Sendlinger Tor zukünftig über die Müllerstraße bis zur Schwanseestraße und bedient damit im Süden den Streckenabschnitt der Linie 27. Deren Weg wird ab Sonntag stark verkürzt, sie pendelt künftig zwischen Petuelring und Sendlinger Tor.

Eigentlich wollte die MVG zudem den Takt auf den Linien 15, 25 und 27 verdichten. Eine Maßnahme, die MVG-Chef Herbert König aber wieder abblasen musste – aus Mangel an Fahrzeugen (wir berichteten). 14 bereits ausgelieferte Variobahnen stehen immer noch im Betriebshof, weil die Regierung von Oberbayern ihnen nach wie vor die Zulassung verweigert. Ab wann die neuen Züge fahren, ist weiterhin unklar. Doch selbst dann bräuchte die MVG nach eigenen Angaben etwa zwei Monate, um die Taktverdichtungen umzusetzen. Die Variobahn-Problematik führt wie berichtet auch dazu, dass die MVG „vorübergehend“ Busse auf den Linien 12 (zwischen Rotkreuzplatz und Scheidplatz; Linie 112) und 17 (zwischen Giesing und Stadtzentrum; Linie 117) einsetzen muss.

Eine alte Bekannte: Die U7 kehrt zurück

Der Name ist alt, die Linienführung neu. An Schultagen soll die wiederbelebte U7 für eine spürbare Entlastung zwischen Westfriedhof und Neuperlach Zentrum sorgen – wenn auch nur im morgendlichen Berufsverkehr. Von etwa 7 bis 9 Uhr verkehren Kurz-Züge (mit vier statt sechs Wagen) im Zehn-Minuten-Takt auf der neuen Linie. Die Route führt über Sendlinger Tor, Kolumbusplatz, Giesing und den Innsbrucker Ring. Laut MVG werden die Streckenabschnitte von U1, U2 und U5 so um bis zu einem Drittel entastet.

Zugleich verstärkt die Verkehrsgesellschaft die U2 bis zur Messe. Auch an Freitagnachmittagen sollen nun Züge ab Harthof bis zur Messestadt Ost rollen, bisher enden sie am Innsbrucker Ring.

Verbesserungen bringt der neue Fahrplan auch für Nachtschwärmer aus Garching. Die letzte Fahrt der U6 ab Münchner Freiheit (um 1.24 Uhr unter der Woche sowie um 2.24 Uhr an Freitagen und Samstagen) endet nun nicht mehr in Fröttmaning, sondern am Garchinger Forschungszentrum.

Mehr Busse auf zahlreichen Linien

Bei den Bussen verbessert die MVG ihr Leistungsangebot nach eigenen Angaben um 1,5 Prozent. Wegen gestiegener Fahrgastzahlen würden sogar mehr Maßnahmen umgesetzt als ursprünglich geplant. Die Verbesserungen betreffen insgesamt 22 Linien. Mehr Busse rollen etwa auf den Linien 56, 58, 132, 146, 154, 160, 166, 168 und 188, vereinzelt gibt es zusätzliche Busse auch auf den Linien 139, 141, 145, 184, 189 und 197. Wegen der fortschreitenden Bebauung entlang der Bergsonstraße fährt die Linie 143 samstags von 8.30 bis 20 Uhr von der Blutenburg weiter bis zur Riesenburgstraße. Der StadtBus 175 verkehrt künftig an allen Tagen auch im Abendverkehr von 20 Uhr bis 1 Uhr zwischen Olympia-Einkaufszentrum Ost und Ludwigsfeld. Auf den Linien 100, 133, 152, 155 und 175 werden einzelne Normalbusse durch Gelenkbusse ersetzt, die Fahrgäste haben dadurch mehr Platz.

Neue Haltestellen gibt es auf der Linie 53 (Bergmannstraße), der Linie 132 (im Tal) und der Linie 152 (Schwester-Eubulina-Platz). Noch warten müssen Fahrgäste auf die zentrale Haltestelle am Ackermannbogen (Linie 154), sie soll laut MVG erst im Laufe des Jahres angefahren werden. In Pasing werden am Sonntag die neuen zentralen Haltestellen an der Kaflerstraße in Betrieb genommen. Sie ersetzen die alten Haltestellen an der Bäcker-, der Gleichmann- und der Kaflerstraße.

Die sogenannte Museumslinie 100 wird indes beschleunigt. Die Busse werden an Ampeln bevorteilt und rollen über eine verlängerte Busspur auf der Ludwigstraße zum Odeonsplatz. Das spart fünf Minuten – und einen Bus, der zur Verstärkung auf anderen Linien zum Einsatz kommt.

Neue Ringlinien für Nachtschwärmer

Die MVG hat auch an ihrem Nachtnetz gebastelt. Es gibt jetzt eine zweite Nord-Süd-Linie (N41) zwischen Dülferstraße und Fürstenried West sowie eine neue Ringlinie (N43/N44), die durch Schwabing, Neuhausen, Westend, Sendling, Giesing, Haidhausen und Bogenhausen führt und zahlreiche Veranstaltungsorte ansteuert. Neu ist auch, dass die Linie N17 ab Sonntag N16 heißen wird und die bisherige Linie N44 Nachtbus N49.

Kaum Neuerungen bei der S-Bahn

Bei der S-Bahn ändert sich zum Fahrplanwechsel wenig. Kleinere Fahrplanänderungen gibt es nur bei den Linien S1, S4, S7 und S20. Ein Beispiel: Für die Verbindung ab Geltendorf (S4) von montags bis freitags um 6.14 Uhr soll etwa ein dreiteiliger Langzug einsetzt werden, er ersetzt den zweiteiligen Vollzug. Mehr ist heuer nicht drin, auch bei der S-Bahn fehlt es an Zügen.

Die wichtigste Neuerung ist wohl das Alkoholverbot. Ferner werden die an Bahn-Automaten gelösten Fahrscheine sofort entwertet – anders als die Tickets aus den MVG-Automaten. Diese Entscheidung der Bahn war von Fahrgastverbänden heftig kritisiert worden.

Thierry Backes

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