Wasser weg! 350 Mieter können sich nicht waschen

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Sind stinksauer auf die Behörden: Stanislav Hajduk und seine Schwester Alexandra leiten das Arbeiter-Wohnheim in der Hanauer Straße

München - Die Toiletten sind verstopft, kein Wasser zum Waschen, Duschen und Kochen: Seit zwei Tagen sitzen 350 Arbeiter in einem Moosacher Wohnheim auf dem Trockenen.

Die Toiletten sind verstopft, es ist kein Wasser zum Waschen, Duschen und Kochen da: Seit zwei Tagen sitzen 350 Arbeiter in einem Moosacher Wohnheim auf dem Trockenen. Und das offenbar alles nur wegen eines Streits zwischen der Stadt München und ihre eigenen Tochter, den Stadtwerken (SWM)! Unstimmigkeiten gibt es schon seit Jahren, eine offene Wasserrechnung der SWM von 74 771,54 Euro an die Stadt hat das Ganze jetzt ans Tageslicht gebracht.

„Wir bezahlen die Nebenkosten mit der Miete direkt an unsere Hausverwaltung – an uns kann der Fehler nicht liegen“, empört sich Stanislav Hajduk, der das Isar Wohnheim in der Hanauer Straße 14b mit seiner Schwester Alexandra leitet – in den Containern wohnen vornehmlich Bauarbeiter auf Zeit. Trotzdem drehten die SWM dort am Dienstag das Wasser ab.

Wer aber der Schuldige ist, ist schwer auszumachen. Denn nicht einmal die Mietverhältnisse sind geklärt. Eigentümer des Geländes ist die Stadt München. 2002 vermietet sie Teile des Areals an ihre Tochter, die SWM, die für die Dauer der Bauarbeiten an der SWM-Zentrale dort Bürocontainer aufstellte. Laut SWM wurde das Mietverhältnis 2006 gekündigt. Bernd Plank, Pressesprecher vom Kommunalreferat der Stadt, sieht das anders: „Das wäre mir neu. Wir haben höchstens den Erhalt des Kündigungsschreibens bestätigt. Die Kündigung war ungültig, weil die SWM ihre Container nicht entfernt haben.“ Deshalb hat die Stadt die Wasserrechnungen auch nicht bezahlt. Plank: „Wir zahlen diese Rechnung nicht. Das haben die SWM mit ihrem Untermieter zu klären – darauf haben wir sie auch immer wieder hingewiesen.“

Der Untermieter ist laut Stadt die Hausverwaltung I.E.C. Consulting GmbH, die wiederum die Container an das Wohnheim vermietet hat. Offenbar zahlt die Hausverwaltung ihre Miete direkt an die Stadt, eine monatliche Abschlagszahlung von 1000 Euro für Wasser jedoch an die SWM. Hinzu kommt, dass nicht einmal klar ist, ob die Container legal bewohnt sind – laut SWM darf das Grundstück nur gewerblich genutzt werden. Nur eins ist klar: Hier geht es nicht nur um eine offene Rechnung, dieses Thema wird auch stadtpolitisch relevant. Plank: „Die Sache muss juristisch geklärt werden.“

Ausbaden müssen dies Stanislav Hajduk und seine Mieter. Sie brauchen Wasser! Wann es wieder fließt, ist aber noch nicht absehbar. Hajduk: „Bei diesen hygienischen Zuständen können sich die Bewohner doch alle möglichen Krankheiten einfangen.“

CS, CL, NBA

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