Auswirkungen der Krise

Wegen Corona: Auch für die Stadtwerke München wird die Luft dünner

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Müssen sparen: die Stadtwerke München.

Corona stellt auch die Stadtwerke München (SWM) vor Probleme. „Wir sind nicht in einer Schieflage“, sagt Unternehmenssprecher Michael Silva auf Anfrage unserer Zeitung. „Die Bilanz ist stark, und unsere Strategien können wir weiterhin verfolgen.“ Gleichwohl müssen auch die SWM sparen.

Zunächst würden alle Projekte auf den Prüfstand gestellt und auf Einsparpotenziale durchleuchtet. Laufende Sachkosten sollen, so weit wie möglich, reduziert werden.

Trotz Corona zahlen auch die SWM seit diesem Jahr eine München-Zulage. „Die Löhne sind daher in der Krise außerordentlich gestiegen“, sagt Silva. „Es wird also gerade nicht primär an den Mitarbeitern gespart. Dennoch müssen auch Personalkosten kritisch geprüft werden.“

Daher würden Stellenausschreibungen und -neubesetzungen sehr genau daraufhin überprüft, ob sie überhaupt notwendig sind. Höhergruppierungen und Tarifgruppensteigerungen seien vorerst ausgesetzt. Mitarbeiter seien ferner angehalten, Zeitguthaben im Lauf des Jahres abzuschmelzen und ihren Urlaub innerhalb dieses Kalenderjahres zu nehmen, um Rückstellungen niedrig zu halten. „Einzelne übertarifliche Leistungen, wie etwa Vergünstigungen im Café der Zentrale, werden zurückgefahren“, sagt Silva.

Die Auswirkungen der Pandemie beschäftigen die Stadtwerke unter anderem auf dem Energiemarkt. Zwar ist der Stromverbrauch in den Privathaushalten während der Ausgangsbeschränkungen gestiegen. Doch durch den teilweisen Stillstand vieler Firmen in München und der Region ist der Energieabsatz der SWM zurückgegangen. „Der Aufwand für Anlagen und Netze sowie das Personal bleiben aber gleich.“

Außerdem waren die Münchner Bäder wegen Corona lange geschlossen und arbeiten nun im eingeschränkten Betrieb. „Auch hier entstehen den SWM hohe Verluste.“

Die gibt es auch beim Tochterunternehmen, der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Wie berichtet, hat die MVG trotz anfangs massiv gesunkener Fahrgastzahlen ihren Betrieb bis heute nahezu unvermindert aufrechterhalten. Zwar haben Bund und Freistaat zugesagt, die Verluste auszugleichen. Wie viel Geld nach München fließt, ist aber offen. „Und 2021 werden weitere Mindereinnahmen erwartet, die zu stemmen sind“, sagt Silva. 

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