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Wegen Ex-Freund: Diese zwei Mädels täuschten Entführung vor

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Von: Andreas Thieme

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Vor Gericht haben die Mädchen sich entschuldigt. © Sigi Jantz

Wie zwei Musterschülerinnen sitzen sie da: die Haare artig gekämmt und ein schüchternes Lächeln im Gesicht. Aber diese Mädels haben es faustdick hinter den Ohren!

München - Am 21. Januar 2016 wollte Franzi (23) eigentlich nur ihren Ex-Freund ärgern. Aber sie hatte eine teuflische Idee: Sie knebelte sich selbst mit einem Schal und ließ ihre Freundin Anna (22) Fotos von der Szene machen. Die schickte Franzi dann per Handy an den ahnungslosen Ex – und gab sich als männlicher Entführer aus, der drohte: „Sie weint und schreit deinen Namen. Aber sie ist in meiner Gewalt!“ Ein Schock für den jungen Mann, der sofort die Polizei rief. Denn er hatte auch ein Video erhalten, auf dem die schreiende Franzi auf den Kopf geschlagen wird.

Lesen Sie auch: Eine junge Frau sei in München von ihrem Ex-Freund entführt worden - diese Meldung hielt am Sonntag die Polizei in Atem. Doch dann kam alles ganz anders.

Die Polizei nimmt die Sache ernst: 16 Beamte rücken aus, um in dem scheinbaren Entführungsfall zu ermitteln – sogar die Mordkommission wird eingeschaltet.

Um 10.25 Uhr klingelten sie in der Zieblandstraße: Aber Anna log, sie wisse von nichts – während Franzi sich versteckte. So sollte der Anschein der Entführung noch aufrecht erhalten werden! Aber nicht mit der Polizei: Zwar verließen die Beamten die Wohnung, kamen später aber wieder – und fanden Franzi unter ihrem Bett. Eine Haarspitze hatte sie verraten…

Vor Gericht gaben die beiden Mädels alles zu. „Es tut uns so leid.“ Verteidiger Daniel Peter erklärte: „Es war eine Schnapsidee.“ Denn in der Nacht davor hatten sich die Freundinnen in der 089 Bar betrunken: Dort war Franzi ihrem Ex-Freund begegnet, der Wochen zuvor Schluss gemacht hatte. Wollte sie sich an ihm rächen? „Nein, es sollte nur Spaß sein“, behauptete sie. Anna sagte: „Ich wusste nicht, was sie mit den Fotos macht.“

Richterin Külb fand die Aktion der Mädchen überhaupt nicht lustig: „Sie haben die Arbeit der Polizei behindert. Das Ganze hat unglaubliche Ausmaße angenommen“, sagte sie – und verurteilte die Mädchen wegen der vorgetäuschten Erpressung zu Geldstrafen. Franzi muss 3600 Euro zahlen und ist damit vorbestraft, Anna hat mit 1200 Euro noch Glück. Sie will jetzt ihre Lehre beenden, Franzi in den USA arbeiten.

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