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Wegen "Ich liebe es" - Komponist klagt gegen McDonald's

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"Ich liebe es" verbinden viele mit McDonalds © Jantz

München - Ein Komponist hat die Fastfoodkette McDonald's wegen des Werbemelodie “Ich liebe es“ verklagt.

Die eingängige Tonfolge gehe auf den Entwurf seines Klienten Stephan Obinger zurück, sagte Anwalt Gregor J. Schneider am Mittwoch vor dem Münchner Landgericht. “Da sind einige hunderttausend Euro drin“, so Schneider am Rande der Sitzung. Die Werbung sei weltweit ausgestrahlt worden. Obinger sei für den Entwurf im Auftrag der Werbetochter des Unternehmens “mit zwei Flaschen Champagner und 1500 Euro Aufwandsentschädigung abgespeist“ worden.

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In dem Zivilrechtsstreit muss erst die Frage der Urheberschaft geklärt werden, bevor sich die Parteien über eine eventuelle Entschädigungssumme auseinandersetzen können. Zuständig ist München, wo die Deutschland-Tochter von McDonald's ihren Sitz hat.

Der Vorsitzende Richter Thomas Kaess hat dem Komponisten zunächst wenig Hoffnung auf Erfolg gemacht. Was der Kläger vorgelegt habe, “ist melodisch relativ wenig ausgeprägt“, sagte Kaess in mündlicher Verhandlung. Es gehe praktisch um eine Folge von nur vier Tönen: “Wir halten es für höchst wahrscheinlich, dass die Tonfolge nicht schutzwürdig ist.“ Die Kammer sehe auch keine schutzfähigen Elemente im Arrangement, “denn erstens ist das nicht viel und zweitens anders“. McDonald's-Anwalt Martin Diesbach sagte, der Arrangeur von “Ich liebe es“ habe die Version Obingers “nie gehört“.

“Wir kommen um eine Beweisaufnahme wohl nicht herum“, schloss der Richter. Als Termin zur Verkündung einer Entscheidung, die voraussichtlich auf einen Beweisbeschluss hinauslaufen wird, wurde der 24. Februar 2010 festgesetzt.

dpa

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