Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

Nach großem Chaos der vergangenen Tage

Wegen „Personen im Gleis“: Bahn zäunt Gleise ein

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Soll Personen von den Gleisen fernhalten: ein zwei Meter hoher Zaun wie hier am Arnulfpark.

München - Innerhalb weniger Stunden musste die Stammstrecke zweimal gesperrt werden. Ursache waren zwei traurige Gründe. Die Bahn reagiert.

S-Bahn-Pendler mussten am Donnerstagabend und Freitagfrüh gleich zwei Mal innerhalb kurzer Zeit viel Geduld mitbringen: Beide Male ging auf der Stammstrecke stundenlang nichts mehr, Grund waren Polizeieinsätze. Was dahintersteckt: Sowohl am Donnerstag als auch am Freitag hat sich jemand das Leben genommen *.

Um 5.56 Uhr erfasste der ICE 820 mit gut 80 Kilometern pro Stunde am Freitag den Lebensmüden – dieser war direkt vom Bahnsteig auf die Gleise gelaufen. Auf freier Strecke mussten die Einsatzkräfte den Zug räumen. Die 160 Fahrgäste, die zu dieser Zeit im Zug saßen, wurden von Polizei und Feuerwehr in Sicherheit gebracht.

Der ICE wurde auf einem nicht benutzten Gleis an der Donnersbergerbrücke geparkt und intensiv untersucht, sagte die Bahn. Bis 8.30 Uhr lag der S-Bahn-Verkehr auf der Stammstrecke zwischen Laim und Hackerbrücke lahm. Um die Einsatzkräfte nicht in Gefahr zu bringen, durften weder Fern- noch Regionalzüge in diesem Streckenabschnitt verkehren. Die Bahn musste die Züge über Güterverkehrsgleise und den Rangierbahnhof umleiten. Wegen des Einsatzes gab es den ganzen Vormittag bei S-Bahnen und Zügen Verspätungen.

Was viele Bahn-Pendler nach den Chaos-Tagen jetzt kaum glauben werden: Die S-Bahn München erreichte im vergangenen Jahr die beste Pünktlichkeit seit zehn Jahren. Und das, obwohl gleichzeitig die Zahl der Notarzteinsätze und Personen im Gleis zugenommen hat! Dieses Problem hat die S-Bahn München längst erkannt und reagiert jetzt: Sie will die sogenannten „externen Störfaktoren“ reduzieren. Im Jahr 2016 gab es 318 Vorfälle wegen „Personen im Gleis“, im Vorjahr waren es 287. Eine der Maßnahmen: Zwischen Hackerbrücke und Pasing, entlang des neuen Wohngebiets am Hirschgarten, brachte die Bahn in den letzten Wochen und Monaten mehrere etwa zwei Meter hohe Zäune an. Derzeit führt die Bahn Verhandlungen mit weiteren Grundstücksbesitzern entlang der S-Bahnlinie. „Es ist denkbar, weitere Zäune entlang des oberirdischen Bereichs der Stammstrecke anzubringen“, sagt ein Bahn-Sprecher auf tz-Nachfrage. Immer wieder kam es vor, dass dort Menschen eine Abkürzung über die Gleise nahmen, gerne offenbar Besucher des „Backstage“.

„Ob die Zäune etwas bringen, muss sich zeigen. Ein Allheilmittel sind sie nicht“, sagt der Bahn-Sprecher. Damit Menschen nicht in den Tunnel am Hauptbahnhof gelangen können, soll dort jetzt statt Metallbügel eine Tür angebracht werden. 

Lesen Sie außerdem: „S-Bahn-Störung - Was wirklich hinter den Meldungen steckt“

* Berichterstattung bei Selbstmord

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de

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