Wegen Schnee und Eis

Hochbetrieb in den Kliniken

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Dr. Thomas Löffler am Bett des Glatteisopfers Prof. Dr. Michaela Fuchs in der Rinecker Klinik

München - Die heftigen Schneefälle, die Kälte und Eis sorgen für Hochbetrieb in den Klinik-Ambulanzen in München und der Region. Die Stadt-Kliniken registrieren zehn Prozent mehr chirurgische Notfälle.

Eines der Glätte-Opfer ist die Münchner Archäologie-Professorin Dr. Michaela Fuchs (63): „Ich bin am Freitag vor der Haustür in Sendling auf einer Eisplatte ausgerutscht.“ Die Forscherin versuchte sich mit der Hand abzustützen, brach sich dabei die Speiche des rechten Armes. „In der Ambulanz am Elisenhof bekam ich einen Gips.“ Am Samstag sollte sie in Großhadern operiert werden. „Der Andrang war so groß, dass man mir einen Termin in der Rinecker Klinik besorgte.“ Dort bekam die Archäologin von Dr. Thomas Löffler eine Titan-Platte eingesetzt. Am Dienstag freute sie sich: „Ich kann die Finger schon wieder bewegen.“ Heute wird sie entlassen.

Die Landkreis-Kliniken in Pasing und Perlach registrierten gestern 20 Prozent mehr Patienten. Wolfgang Gutsch, Leitender Chefarzt der Notaufnahme in Pasing: „Früh um 7 Uhr kommt die erste Welle, wenn die Leute Schnee räumen oder zur Arbeit gehen, um 11 die zweite, wenn die Älteren Einkaufen gehen.“ In Pasing liegen jetzt 25 Glätte-Opfer stationär, 50 bis 60 wurden seit Samstag ambulant behandelt.

Die Stadt-Kliniken in München registrieren zehn Prozent mehr chirurgische Notfälle, in Bogenhausen wurden bis Mittag 115 gezählt. Auch im Klinikum Freising liefern die Krankenwagen Knochenbrüche im Akkord, in Ebersberg hatte der Chefarzt der Unfallchirurgie, Dr. Artur Klaiber, mittags nur Zeit für eine Wurstsemmel: „Es geht richtig rund bei uns!“

B2: Schnee-Unfälle im Landkreis Fürstenfeldbruck

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Johannes Welte

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