Weggeworfene Zigarettenstummel

Grüne fordern Kampagne gegen Kippenschnipper

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Ein letzter Zug und was dann? Viele Raucher werfen achtlos ihre Zigarettenkippen auf die Straße.

Es passiert in München wohl zigtausendmal jeden Tag: Raucher werfen achtlos ihre Zigarettenkippen auf die Straße. Mit einer Werbekampagne soll dagegen Front gemacht werden, fordern die Grünen.

München - Die Stadtratsfraktion der Grünen beantragt nun, dass die Stadt eine Werbekampagne entwickelt, um dieser Art der Umweltverschmutzung den Kampf anzusagen.

Die giftige Wirkung von Zigarettenkippen sei vielfach nachgewiesen, sagt die grüne Stadträtin Anna Hanusch. Überdies bestünden die Filter aus einem Kunststoff, der sich in der Natur nur sehr langsam zersetze und sich in Boden, Wasser und der Nahrungskette anreichere. Hanusch: „Die Kippen sind auf der Straße, in Grünanlagen und – trotz Rauchverbots – auch auf Kinderspielplätzen massenhaft zu finden.“ Die Stadt sollte dieser Unsitte daher nicht länger tatenlos zusehen und eine Kampagne entwickeln, um Raucher für die Folgen solcher Unachtsamkeit zu sensibilisieren. Zudem sollten vorhandene Abfalleimer um Behälter ergänzt werden, die zur Entsorgung von Zigaretten geeignet seien.

Wegwerfen von Kippen schon heute verboten

Was kaum jemand weiß: Tatsächlich ist das Wegwerfen von Kippen auf Gehwege oder in Grünanlagen schon heute kraft der städtischen Reinhaltungsverordnung beziehungsweise Grünanlagensatzung untersagt. Dasselbe gilt für Kaugummis oder auch das Spucken auf den Gehweg. Theoretisch kann dafür ein Bußgeld zwischen 15 und 75 Euro verhängt werden. Doch geahndet werden derlei Ordnungswidrigkeiten so gut wie nie. Allerdings geht in München seit einem halben Jahr ein Kommunaler Außendienst (KAD) auf Streife. Diese Dienstkräfte sollen zum Beispiel auch ein Auge darauf haben, dass städtische Verordnungen oder Satzungen eingehalten werden.

Dazu zählt nach Bekunden des Kreisverwaltungsreferats (KVR) auch das achtlose Wegwerfen von Müll oder Zigarettenstummeln. KVR-Sprecher Johannes Mayer erklärt: „Wenn zum Beispiel Streifenkräfte des KAD darauf aufmerksam werden, sprechen sie den Verursacher an und können ein Bußgeldverfahren einleiten.“ Die daraus resultierende Strafe könne bis zu 55 Euro betragen.

Mayer räumt indes ein, dass dies „nicht zu den Hauptaufgaben“ des Kommunalen Außendienstes gehöre. Zudem müsse der Verursacher auf frischer Tat ertappt werden. Mayer: „Seit Bestehen des KAD wurden zu dieser Thematik nur wenige Verwarngelder ausgesprochen – und sie standen immer in direktem Zusammenhang mit weiteren Verstößen.“ 

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