Wichtige Weichenstellung

KVR-Chef geht in die Verlängerung

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Ohne Gegenstimme wurde KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle für drei weitere Jahre in seinem Amt bestätigt. OB Christian Ude und Bürgermeister Hep Monatzeder gratulierten als Erste

München - Dr. Wilfried Blume-Beyerle bleibt Kreisverwaltungsreferent. Obwohl er im Pensionsalter ist, bleibt er der Stadt erhalten. Er wurde ohne Gegenstimmen gewählt.

Eigentlich hätte Kreisverwaltungsreferent Dr. Wilfried Blume-Beyerle seinen Ruhestand redlich verdient: Am 11. Dezember feiert er seinen 65. Geburtstag, und er könnte seelenruhig die Pension genießen. Doch die Stadt braucht den bewährten und parteilosen Ordnungs-Chef noch – deshalb verlängerte der Stadtrat am Mittwoch ohne Gegenstimmen seinen Vertrag um drei Jahre.

Wieso es keine Ausschreibung für einem Nachfolger gab? Tatsächlich hätte es eine Kandidatin gegeben: SPD-Stadträtin Beatrix Zurek (53) hat als Volljuristin die Qualifikation für den Job. Sie ist Vorsitzende des Mietervereins und sitzt auch im Kreisverwaltungsausschuss des Stadrats. Ihre Fraktion hätte sich die Wahl von Zurek zur neuen KVR-Chefin auch vorstellen können. Doch nach tz-Informationen zogen die Grünen nicht mit, nachdem bereits das Kommunalreferat in rote Hände übergangen war, Axel Markwardt folgte auf die grüne Gabriele Friderich.

Grünen-Fraktionschefin Gülseren Demirel sagt jetzt: „Das KVR darf nicht nach Parteibuch besetzt werden.“ Möglich scheint nun, dass Zurek nach der Stadtratswahl als Blume-Beyerles Co-Referentin wirkt, später dann komplett übernimmt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der jetzige Co-Referent Robert Brannekämper (CSU) mit seiner Landtagskandidatur Erfolg hat.

Zurek selbst sagte am Mittwoch zu ihrer Personalie nur: „Es ist doch jetzt müßig, noch darüber zu reden.“ Und so wurde die Ausschreibung für die Nachfolge Blume-Beyerles gestoppt. Die Rathaus-Opposition ist auch froh darüber, dass der neue KVR-Chef schon in drei Jahren neu gewählt wird – die Amtszeit dauert üblicherweise sechs Jahre. Unter dem Strich heißt das: 70 Stadträte stimmten am Mittwoch für die Verlängerung mit dem amtierenden KVR-Chef, sieben Stimmen waren ungültig, auf einem Stimmzettel stand: „Zurek“. „Ein Spaßvogel“, so die Genannte.

Blume-Beyerle kann sich mit dem verlängerten Berufsleben gut anfreunden. Seine Ehefrau, die Antikorruptionsbeauftragte Dr. Angelika Beyerle, hat noch fünf Jahre bis zur Pension. Blume-Beyerle: „Ich wüsste sowieso nicht, was ich mit der Zeit anfangen soll. Ich würde vielleicht backen, aber nicht in eine Kanzlei gehen oder sonst irgendwie von außen weiter ins KVR hinein regieren."

Johannes Welte

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