Ungiftige Bäume und selbstgemachte Geschenke

Weihnachten 2016 wird alles besser - 5 Tipps für ein nachhaltiges Fest

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München - Berge von Geschenkpapier, eine giftige, abgeschlagene Tanne und schon wieder neuer Baumschmuck aus dem Kaufhaus. Nein. An Weihnachten 2016 wird alles besser, nämlich nachhaltiger. Fünf Ratschläge. 

1. Der Tannenbaum wird später wieder in den Wald gepflanzt

Alle Jahre wieder der Kampf um den letzten nicht komplett krummen Baum beim Christbaumverkäufer, gefolgt vom Ringen mit dem Christbaumständer, bis das Ding endlich stabil steht und Angriffen von Kindern oder Haustieren standhalten kann. Das alles kann man sich mit den Weihnachtsbäumen von GreenTree sparen - und nebenbei noch etwas für die Umwelt tun. 

Nachhaltigkeit ist das Stichwort: Das österreichische Start Up setzt eine ebenso simple wie pfiffige Idee auch im Raum München um: Weil jährlich Millionen Bäume extra für Weihnachten in Monokultur gezüchtet, gefällt und am Ende doch nur verbrannt werden, setzt man hier lieber auf Weihnachtsbaum-Recycling. GreenTree bietet lebendige Weihnachtsbäume im Topf. Ist der Baum noch klein genug, darf er im nächsten Jahr wieder eine Stube schmücken, ist er zu groß geworden, wird er in sein endgültiges Zuhause im nördlichen Waldviertel am Rande des Nationalparks Thayatal „ausgewildert“.

Das Angenehme: Die Bäume werden geliefert  - und zwar zum Wunschtermin - und genauso wieder abgeholt. Bestellt wird bequem via Internet, die Zahlung kann zum Beispiel per Überweisung oder Paypal abgewickelt werden. Es gibt verschiedene Sorten von Nordmanntanne bis Rotfichte und verschiedene Größen. Preise ab 65 Euro.  

Internetseite: www.greentree.at

Empfehlung von Redakteurin Myriam Siegert

2. Zeit statt Zeug verschenken

Wir verbringen Stunden damit, die Liste mit Geschenken abzuarbeiten. Ertappen uns manchmal dabei, dass wir unnützen Kram kaufen, weil wir von dem, der es kriegen soll, denken, er besitze schon alles (für genau solche Leute haben wir sechs Online-Shop-Adressen gesammelt). Manche Familien haben die ewige Schenkerei an Weihnachten abgeschafft. Mir gefällt ein Mittelweg, den die Internetseite „Zeit statt Zeug“ einschlägt: Zeit zu verschenken. Zum Beispiel gemeinsam durch einen duftenden Wald zu spazieren, statt die siebte Flasche Parfüm in Papier zu wickeln. Oder der lieben Freundin das Stricken beizubringen, statt ihr gekaufte Handschuhe zu überreichen. Oder zusammen die klapperigen Fahrräder zu reparieren, statt neue zu kaufen. Oder zusammen über einen Flohmarkt zu bummeln, statt einen Gutschein in irgendeinem Laden zu kaufen. Oder jemanden zum zwanglosen, gemütlichen Kochen einzuladen, statt ihn in ein schickes Restaurant auszuführen. 

Denn kaum ein Geschenk ist so kostbar, wie schöne Momente miteinander zu erleben. 

Internetseite: www.zeit-statt-zeug.de

Empfehlung von Redakteurin Miriam Sahli-Fülbeck

3. Grüne Tanne selber schlagen

Beim Tannenhof Oberweilbach in Hebertshausen nahe Dachau wird der Weihnachtsbaumkauf zur Familienunternehmung, denn hier darf man sein Bäumchen selber schlagen (man muss aber nicht). Das Familienunternehmen ist seit 30 Jahren Spezialist in Sachen Christbäume, der Betrieb ist zertifiziert nach Global G.A.P und steht damit für umweltbewussten Anbau, kontrollierte Landwirtschaft und nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen. Für jeden Baum, der den Hof verlässt, wird ein neuer Baum gepflanzt. Weitere Standorte sind in Hörgenbach und Petershausen. 

Öffnungszeiten: Christbaumverkauf täglich von 8 bis 18 Uhr, Christbaumschlagen an allen Adventswochenenden, Samstag und Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Preis pro Meter Baum zwischen 18 und 20 Euro. Außerdem gibt es günstige Aktionsbäume zu kaufen.

Internetseite: www.tannenhof-oberweilbach.de

Empfehlung von Redakteurin Myriam Siegert

4. Geschenke selber machen

Statt durch die Regalreihen eines Feinkostladens zu ziehen und überteuerte Gläschen in den Korb zu packen, können wir all das, was schmeckt, auch in unserer Küche herstellen: weihnachtliche Orangenmarmelade (Rezeptvorschlag), Ingwersirup (Rezeptvorschlag), Zwiebel-Chutney (Rezeptvorschlag), eigene Teemischungen (alles, was zusammen schmeckt), Früchtepunsch (Rezeptvorschlag), Gemüsebrotaufstrich (Rezeptvorschläge), Pesto (Rezeptvorschläge), Kräuteröle (Rezeptvorschlag), Backmischungen (Rezeptvorschläge) oder Nudeln (Rezeptvorschläge).   

Oder wir verschenken selbstgemachte Kosmetik: Lippenpflege (Anleitungsvorschlag)und Körperpeeling zum Beispiel. 

Empfehlung von Redakteurin Miriam Sahli-Fülbeck

5. Unterstützung verschenken

In München und Umgebung haben Sie etliche Möglichkeiten, ein bisschen Ihrer Zeit einem guten Zweck zu spenden. Sie können sich als Freiwilliger bei der Münchner Flüchtlingshilfe Diakonia melden und zum Beispiel Kleiderspenden sortieren. Und wenn Ihr Kleiderschrank überquillt, nehmen Sie doch direkt einen Sack gut erhaltender Kleidungsstücke mit dorthin. Der BUND wirbt aktuell damit, eine Wildkatzen-Patenschaft für 60 Euro als Weihnachtsgeschenk zu kaufen. Oder Sie unterstützen die Weihnachtsaktion der tz und Unicef. Diesmal kommt das Geld Kindern auf Haiti zugute. 

Empfehlung von Redakteurin Miriam Sahli-Fülbeck

Schreiben Sie gerne weitere Einfälle und Rezepte für ein nachhaltiges Weihnachtsfest in die Kommentare unter diesem Artikel. Wir freuen uns. 

my/sah

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Wie jedes Jahr gehören die Wochen vor Weihnachten der Hatz nach Geschenken. Dabei lohnt es sich, einmal abseits der üblichen Einkaufsstraßen zu schauen, denn in den Vierteln gibt es tolle kleine Läden. Das sind Tipps unserer Redaktion.

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