Weihnachtsgeschäft

Einzelhandel hofft auf starken Shopping-Endspurt

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So wünschen sich die Einzelhändler das: Ein Mann trägt schwer an Einkaufstüten. 

München - Der Einzelhandel ist mit großen Erwartungen in die Adventszeit gestartet. Nach den ersten drei Wochen zeigt sich: Bei den milden Temperaturen sind die Münchner noch nicht in Kauflaune. Aber: Bis zum Heiligen Abend sind es ja noch knapp zwei Wochen.

Einen Rekordumsatz hatte der Handelsverband Bayern für das Weihnachtsgeschäft prognostiziert. Nach drei von fünf Adventswochen zieht Bernd Ohlmann, Sprecher des Handelsverbandes Bayern (HBE), eine durchwachsene Bilanz. Auf Rekordkurs liege man noch nicht. „Wir hatten ein leichtes Plus erwartet, liegen aber noch unter dem Vorjahresniveau.“ Jedoch bleibt Ohlmann optimistisch: „Momentan sind zwar die Sorgenfalten größer als der Umsatz. Aber der Zug ist ja noch nicht abgefahren.“ Zuversichtlich ist auch Wolfgang Fischer, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands City-Partner. „Jetzt kommt der Endspurt. Wir blicken hoffnungsvoll auf die kommenden Wochen.“

Einen Grund für die durchwachsene Zwischenbilanz sehen die Fachleute in der verlängerten Adventszeit. „Die Leute denken, sie haben ja noch viel Zeit, weil es nach dem vierten Advent noch eine Woche bis Weihnachten dauert“, sagt Ohlmann.

Ohnehin kauften viele Leute Geschenke auf den letzten Drücker. Gerade Bücher oder Parfum seien dann gefragt. Last-Minute-Käufer sollten aber bedenken, dass am 24. Dezember die Geschäfte früher schließen, sagt Ohlmann. „Bayernweit gehen um 14 Uhr die Rollläden runter.“ Auffallend sei, dass sich das Weihnachtsgeschäft mehr in den Onlinehandel verlagere. „Das Christkind ist im Netz unterwegs.“

Auch Fischer zufolge ist das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr eher schleppend angelaufen. Das sei gerade am ersten Adventswochenende aufgefallen. „Die Innenstadt war supergut besucht. Aber wenn man auf Kniehöhe geschaut hat, wie viele Tüten umher getragen wurden – das war eher wenig.“ Die Leute seien einfach bummeln gegangen oder hätten lediglich Kleinigkeiten besorgt. „Seitdem ist es aber immer besser geworden.“

Besonders herausgestochen seien die Tage vom 8. bis 10. Dezember. „Am 8. Dezember ist in Österreich, Südtirol und Teilen der Schweiz ein Feiertag. Den haben viele für einen Einkaufsausflug nach München genutzt.“

Echte Trends hätten sich in diesem Jahr bei Geschenken noch nicht herauskristallisiert, sagt Ohlmann. Es habe Zeiten gegeben, da seien der neueste Harry-Potter-Band oder Kaffeepad-Maschinen auf den Wunschzetteln ganz oben gestanden. Die Kunden suchten jetzt eher Klassiker aus: Uhren, Schmuck, Bücher und Gesellschaftsspiele.

„Nach einem aufregenden Jahr gibt es offenbar eine große Sehnsucht nach einem traditionellen Fest im Familienkreis.“ Das habe sich schon im November beim Geschäft mit der Advents- und Weihnachtsdekoration gezeigt, sagt Ohlmann. Den Eindruck hat auch Fischer: „Angesichts der seltsamen Weltlage wollen sich die Menschen auch selbst etwas gönnen.“ Das Geld auf die Bank zu tragen, scheine ihnen offenbar nicht sinnvoll zu sein.

Nun setzen die beiden Verbands-Sprecher auf den Endspurt und winterliches Wetter. Dann hätten die Leute auch mehr Lust, Skiausrüstungen und Winterschuhe zu kaufen.

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