Weilheimer (26) stirbt an den Masern

Weilheim - Ein 26-jähriger Weilheimer ist in einer Münchner Klinik an Masern gestorben. Sein Tod ist besonders tragisch, denn erst Anfang April startete eine große Impfkampagne.

Am 4. April war der Auftakt zur bayerischen Impfwoche, bei der Weilheims Gesundheitsamtsleiter Karl Breu unter anderem zur Impfung von Masern aufrief. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Just an diesem Tag ist ein 26-jähriger Weilheimer in einer Münchner Klinik gestorben – an Masern.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals einen Toten durch Masern im Landkreis gegeben hat“, sagt Breu. Nach seiner Aussage war der Mann aufgrund einer Tumorerkrankung in der Klinik. „Der war aber nicht bösartig und hätte sicher nicht zum Tod geführt“, so Breu. Wo sich das Weilheimer Opfer angesteckt hat, ist unklar. Sicher ist nur, dass er im Krankenhaus seinen 72-jährigen Zimmernachbarn, zufälligerweise ebenfalls aus dem Landkreis Weilheim-Schongau, und zwar aus dem Schongauer Land, angesteckt hat.

Außerdem infizierten sich noch zwei Pflegerinnen, was Breu gar nicht verstehen kann: „Die Mitarbeiter in den Kliniken müssen sich doch gegen Masern impfen lassen.“ Denn vor allem bei jungen Erwachsenen sei der Verlauf besonders schwer, wie sich jetzt auf tragische Weise gezeigt hat.

Bis Ende März hatte er bayernweit bereits 110 Masernfälle gegeben, im gesamten vergangenen Jahr waren es 219. Der letzte größere Ausbruch im Landkreis nahm vor einigen Jahren in Peißenberg seinen Ausgang. Die beiden oben genannten Fälle sind nicht die einzigen, die heuer im Landkreis aufgetreten sind. Am 5. April wurde die Masern-Erkrankung eines 26-Jährigen aus dem Raum Peißenberg gemeldet, drei Tage später erkrankte eine Sechsjährige aus dem Schongauer Land. Doch in beiden Fällen hatte man Glück, dass sich niemand angesteckt hat, so Breu.

„Im Kindergarten des Mädchens wurden gleich Infozettel verteilt, vier Eltern haben dann ihre nicht-geimpften Kinder daheim gelassen.“ Das reichte aus, weil die Durchimpfungsrate der Kontaktpersonen offenbar hoch genug war. Doch das ist die Ausnahme. Nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation sollen mindestens 95 der Kinder zweimal gegen Masern geimpft sein. Eine Stichprobe des Gesundheitsamts in sechsten Klassen in Schongau brachte vor einigen Wochen nur eine Rate von 83,4 Prozent.

Boris Forstner

Rubriklistenbild: © dpa

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