Mitten am Nachmittag

Darum hat es so laut geknallt

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Weilheim/München – Ein lauter Knall hat am Donnerstag die Bürger im Landkreis Weilheim-Schongau und Umgebung aufgeschreckt. Sogar bis nach München haben Gläser im Schrank geklirrt, bei manch einem wackelte der Bildschirm. Was war passiert?

Besorgte Bürger hatten im Internet gemeldet, der Knall sei bis nach München zu hören gewesen. Eine Nachfrage bei der Luftwaffe ergab: Zwei Eurofighter hatten um 14.37 Uhr bei einer Luftkampf- und Abfangübung die Schallmauer durchbrochen, was je nach Witterung in einem Kegel bis zu 40 Kilometer weit zu hören sei. Wo genau, konnte Oberstleutnant Kai Gudenoge, Pressesprecher der Luftwaffe, nicht sagen. „Aber es ist alles korrekt abgelaufen“, betonte er.

Demnach gibt es zeitweilig reservierten Lufträume, sogenannte TRAs, die extra für solche Übungflüge ausgewiesen sind. „In dieser Zeit darf sich dort dann kein ziviles Flugzeug aufhalten.“ Um die Bevölkerung zu schützen, gebe es zeitliche Einschränkungen (Montag bis Freitag 8 bis 12.30 und 14 bis 18 Uhr) sowie eine Mindesthöhe von 36 000 Fuß (10,8 Kilometer), was bei dem Flug am Donnerstag sowohl von der Uhrzeit als auch von der Höhe (42 000 Fuß) eingehalten worden sei, so Gudenoge. Außerdem sollte dicht besiedeltes Gebiet gemieden werden, wobei das in Deutschland schwer sei. „Natürlich weichen wir lieber auf Wüstengebiete im Ausland aus, aber das ist nicht immer möglich.“

Kurioses zwischen Himmel und Erde

Kurioses zwischen Himmel und Erde

Theoretisch könnte man derartige Übungsflüge mit Überschall regelmäßig in der gleichen Region abhalten, was man natürlich vermeide. Im Notfall gibt es gar keine Einschränkungen. Zum Beispiel im August 2011 über München, als zwei Abfangjäger einen Airbus-Urlaubsflieger umkreisten, mit dem kein Kontakt hergestellt werden konnte. Auch damals wurden beim Durchbrechen der Schallmauer Tausende aufgeschreckt.

Boris Forstner

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