Welche Einkaufsstraße passt zu mir?

München - Adventszeit ist Shoppingzeit. Welche Einkaufsstraße passt zu welchem Typ? Wo kauft das feine Publikum ein, wo das szenige? Die tz porträtiert einige der wichtigsten Münchner Shopping-Meilen.

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Shopping-Alarm! Jetzt in der Vorweihnachtszeit platzen unsere Einkaufsstraßen fast aus den Nähten. Aber auch übers ganze Jahr hinweg ist München die wichtigste Einkaufsstadt Deutschlands – das beweist der aktuelle Städtereport des Makler-Unternehmens Comfort.

Mit der niedrigsten Arbeitslosenquote, der höchsten Kaufkraft und einem weitem, dicht bevölkerten Einzugsgebiet hat München beste Bedingungen für Einzelhändler. Die vielen Touristen und Tagesausflügler machen den Standort noch wertvoller (Einzelhandels-Mieten bis 330 Euro/Quadratmeter). „Kein Wunder“, so Comfort-Chef Manfred Schalk, „dass die Einkaufsstraßen voller Menschen sind.“ Die meisten Leute tummeln sich in der kompakten Innenstadt sowie in Schwabing. In den Toplagen der Fußgängerzone werden während der Stoßzeiten fast 15 000 Passanten pro Stunde gezählt.

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Im Gegensatz zu den meisten anderen Großstädten gibt’s in München nur wenige große Einkaufszentren – und diese wenigen liegen weit entfernt vom Zentrum. Der Stadtkern hat deshalb noch viel von seinem alten Flair behalten. Unsere City, ein als Einkaufsparadies – und das wird wohl auch so bleiben. Laut Städtereport wird München seine Spitzenstellung weiter ausbauen. Für die Kunden ist das fein, die Auswahl ist groß. Wie man die beste Adresse findet? Welche Einkaufsstraße am besten zu welchem Shopping-Typ passt? Die tz-Tipps:

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Hohenzollernstraße in Schwabing: Vor der Party zum Shoppen

Hippe Modeboutiquen und Ableger großer szeniger Textilketten machen die Hohenzollern- und Leopoldstraße trotz ihrer Lage etwas außerhalb des Zentrums zum absoluten Anziehungspunkt für junges, studentisches, ausgehfreudiges, aber dennoch kaufkräftiges Klientel.

Hier gibt’s noch ganz individuelle Läden mit seltenen Modestücken wie zum Beispiel die drei zusammenhängenden Läden in der Hohenzollernstraße 25: Frida, Outlet und Viva Maria. Mit Kronleuchtern, verzierten Spiegeln und verschnörkelten Wendeltreppen sind sie ein wahrer Mädchentraum. Neben Mode (auch Unterwäsche) von etwa Viva Maria und Blutsgeschwister findet Frau dort auch Schuhe, Kosmetik und Schmuck. Der Weihnachts-Tipp: ein Unterkleid von Cream für 39,90 Euro oder ein Cardigan für 89,90 Euro.

Auffällig viele Optiker haben sich hier niedergelassen. Wie das Freudenhaus (Leopoldstr. 37) bieten sie auch eine große Auswahl szeniger Sonnenbrillen. Neben den kleinen Läden wählen auch immer mehr junge Ketten wie s.Oliver, Palmers, Vero Moda oder Zara eine der beiden Straßen als Standort.

Kaufinger- und Neuhauserstraße: Für alle Einkaufswünsche

Willkommen in der Straße der Superlative! In der Kaufinger- und Neuhauserstraße shoppen deutschlandweit die meisten Passanten, die Mieten sind mit 330 € pro Quadratmeter am höchsten, und hier stehen außerdem die meisten Kaufhäuser! Regelmäßig rangiert die Fußgängerzone unter den teuersten Top zehn bis 15 Einkaufslagen weltweit – eine Rennmeile für jedermann, die auch mit Schnäppchen vom Wasserkocher bis zum Rennski jede Klientel bedient. Alles, was Mann braucht, findet sich im Traditionshaus Hirmer: Verkaufsleiter Robert Greil empfiehlt den Kaschmir-Schal (79,90 €) oder einen Kaschmir-Pullover (100 €). „Das Besondere bei uns sind die SOS-Geschenktische auf allen Etagen, für kurzfristige Geschenkesucher.“

In der Neuhauserstraße 18 liegt das Kaufhaus Oberpollinger: Im Erdgeschoss befindet sich die Luxusmeile, in den oberen Etagen ist das Bekleidungssortiment bunt gemischt. Verkäuferin Kellner M. präsentiert eine Damenuhr von Gc mit echten Diamanten für 2199 € und Damenduft von Bond Nr. 9. (100 ml für 340 €). Highlights: ein Weihnachtsmarkt auf der Dachterasse und Blasmusik auf dem Balkon.

Maximilianstraße: Die Edel-Shoppingmeile für den ganz großen Geldbeutel

Bentley, Porsche, Mercedes – schon an den geparkten Autos lässt sich die Maximilianstraße erkennen. Viele Flagship-Stores internationaler Luxuslabels ziehen dort die Reichen und Schönen an.

Ein weniger starkes Image, dafür aber mehr Passanten hat die Perusastraße zu bieten: Auch sie wird von eleganten Geschäften gern als erste Adresse genutzt. Der direkte Weg zur Maximilianstraße macht diese Straße für viele Theaterbesucher und Touristen zur optimalen Abkürzung. Vor allem bei Gästen aus dem Ausland ist die Glanzmeile beliebt, das Hotel Vier Jahreszeiten liegt mittendrin im Prunk.

Den Inbegriff für die Luxusstraße stellt die Modebotique Escada dar. Um den Einkauf angenehm zu gestalten, gibt’s für die Kunden während der Adventszeit Heidelbeerpunsch und Christstollen. Verkaufsleiter Manfred Mayerl (50): „Wir setzen auf das Wohlfühlkonzept, der Kunde soll sich gut fühlen, wenn er unseren Laden betritt.“ Als exklusiven Tipp für die Damen hält Mayerl ein Seidenkleid für 1195 € bereit, die passende Handtasche gibt’s für 895 € dazu. Ein Sommerkleid zu Weihnachten? Mayerl: „Bei uns kaufen viele ein, die bis Januar auf Kreuzfahrt in den Süden gehen und daher mit leichter Seide gut bedient sind.“

Dienerstraße: Hier kaufen vor allem Touristen gern ein

Klassisch und bürgerlich: Das zeichnet die Läden in der Diener- und angrenzenden Residenzstraße aus. Wer hochwertige Ware sucht – von handgenähten Schuhen bei Eduard Meier bis zu Küchengeräten bei Manufactum – ist hier richtig. Auch Touristen finden in den traditionellen Geschäften mal ein anderes Mitbringsel als München-T-Shirts und Mini-Frauenkirchen. Die Geschäfte hier profitieren von der Anbindung an die Luxusmeile Maximilianstraße. Die Preise sind zwar gehoben, aber im Rahmen.

Ein typischer Vertreter der Geschäfte in der Dienerstraße: das gelbe Dallmayr-Haus, das auf der ganzen Welt bekannt ist. 1,4 Millionen Gäste aus aller Herren Länder pilgern pro Jahr zu dem berühmten Delikatessengeschäft, genauso viele Münchner kaufen im Jahr dort ein. Neben Tee und Kaffee duften Schinken und Käse in den Auslagen, außerdem gibt es Fisch, Pralinen und Marmeladen. „Das Weihnachtsgeschäft ist für uns besonders wichtig“, sagt Ladenleiter Christian Bär. Klassiker: der Räucherlachs (21,50 Euro für 200 Gramm) und der Dallmayr Champagner (1,5 l für 78 Euro) – ab Mitte November werden allein fünf Tonnen Lachs und 2000 Flaschen Champagner verkauft!

Sendlinger Straße: Sportliche und Szenige sind hier richtig

Die Sendlinger Straße zieht modisches Szenepublikum ebenso an wie den sportlichen Münchner. Seit einigen Jahren warten dort neben SportScheck viele weitere Outdoor-Läden.

Schon seit 75 Jahren ist das Münchner Traditionsunternehmen Konen (Hausnummer 3) ein Magnet für Herren, Damen und Kinder, die qualitativ hochwertige Kleidung suchen. Im Weihnachtsgeschäft beliebt ist etwa der Cashmere-Pulli für Herren (79,95 Euro) oder der Hilfiger-Strickstrampler für 69,95 Euro.

Hinzu kommt eine bunte Vielfalt an kleinen Läden, die wie das Pylones (Nr. 46) auch prima Geschenkideen liefern. Dieser Laden bietet seit April ausgefallene kunterbunte Haushalts- und Bürogegenstände sowie Gimmicks zum kleinen Preis (50 Cent bis 79 Euro).

Diese Straße wird wohl in den kommenden Jahren noch mehr boomen: einmal wegen der geplanten Ausweitung der Fußgängerzone bis in die Sendlinger Straße hinein, zum Zweiten wegen der geplanten Hofstatt mit Einkaufspassage. Das künftige erste Münchner Abercrombie&Fitch-Geschäft passt zum sportlichen und szenigen Publikum.

Tal: Entspannt bummeln und schlemmen

Fastfood-Restaurants, Coffeeshops, Wirtshäuser: Im Tal liegt der Schwerpunkt eindeutig auf der Gastronomie. Was die Geschäfte angeht: Das Angebot ist bunt zusammengewürfelt – von Trachtenmode bis zu Taschen, Technik und Kleidung.

Vor allem gemütliche Bummler, die zwischendrin auch mal einen Kaffee schlürfen oder einen Happen essen wollen, kommen im Tal auf ihre Kosten. Denn obwohl die Straße direkt an die Fußgängerzone angeschlossen ist, herrscht hier kein so großer Trubel. Die perfekte Straße also, um in Ruhe die letzten Weihnachtsgeschenke zu besorgen! Die vielen Einrichtungs- und Dekoläden locken vor allem die Damen an – zum Beispiel das Depot (Tal 20). Dort gibt es von glitzernden Weihnachtskugeln über Kerzenständer bis hin zu Vasen und Bilderrahmen alles, was die Wohnung schöner macht.

Stefanie Schwarz, Gestalterin für visuelles Marketing bei Depot, empfiehlt als Last-Minute-Geschenk für Weihnachten ein rosafarbenes Werkzeug-Set für 9,99 Euro oder verschiedene Varianten von Raumduft (12,99 bis 39,99 Euro).

Theatinerstraße: Feine Höfe für das feine Publikum aus München

230 Euro Miete pro Quadratmeter: Damit ist die Theatinerstraße mit der angrenzenden Weinstraße die drittteuerste Einkaufsstraße in München. Mehr zahlen Ladenbesitzer nur in der Fußgängerzone und der Maximilianstraße! Der gehobene Standard zeigt sich auch an den Geschäften: Deren Angebot richtet sich vor allem an die wohlhabendere Klientel. In den Schaufenstern hängen Pelze, italienische Designer-Stücke oder edle Handschuhe. Neben vielen inhabergeführten Geschäften locken die Luxuspassagen Fünf Höfe oder Schäfflerhof vor allem das Münchner Publikum an. In den letzten Jahren haben sich in dem Eck aber auch viele internationale Filialisten wie Pandora oder Mandarina Duck angesiedelt.

Ein echtes Urgestein ist die Zwilling-Filiale in der Weinstraße 12: Seit 72 Jahren verkauft der Schneidwaren-Spezialist aus Solingen dort Messer, Pfannen und Scheren. Die Geschenktipps vom stellvertretenden Filialleiter Ulrich Heinrich: das Maniküre-Set im Rindsleder-Etui (82,50 Euro) oder der sechsteilige Messerblock (280 statt 489 Euro).

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Rubriklistenbild: © Schlaf

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