Münchner Wohnungswahnsinn

Welle der Hilfsbereitschaft: Ex-Polizist soll nicht mehr im Auto schlafen

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Reporterin Susanne Sasse, Joachim Fendt und sein Hund mit dem tz-Bericht, der die Welle der Hilsbereitschaft auslöste.

Nach dem Bericht über den Münchner Polizisten Joachim Fendt, der mit seiner Hündin Casy seit sechs Monaten im Auto lebt, entstand eine Welle der Hilfsbereitschaft. Jetzt stehen die Chancen gut, bald eine Wohnung zu finden. 

München - Die Münchner Polizisten haben ihn nicht vergessen, ihren ehemaligen Kollegen Joachim Fendt (56). In der vergangenen Woche berichteten wir über den Ex-Polizisten, der mit seiner Hündin Casy (11) seit sechs Monaten im Auto lebt. Nun hat Fendt aber gute Chancen, doch bald eine Wohnung zu finden. Denn die Geschichte über ihn löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. 

Herbert Topfstädt war früher Polizeihauptkommissar und kennt Fendt persönlich. Der pensionierte Polizeibeamte bot an, zu helfen – entweder über den Bezirkspolizeirat oder über den Polizeiverein. „Wir finden bestimmt eine Wohnung – und wenn Herr Fendt die dann will, dann kann er einziehen“, sagt Topfstädt. Auch wenn er finanzielle Probleme habe, könne man dem Ex-Kollegen unter die Arme greifen – vorausgesetzt, der wolle das auch. 

Leser wollen helfen

Auch unsere Leser erklärten zu Dutzenden ihre Hilfsbereitschaft: „Der Herr kann gerne mit seinem Hund in meinem Wohnwagen wohnen, solange er sucht“, schrieb uns eine Leserin. Eine andere bot an, für Fendt den Speicher auszubauen – sofern er das wolle und auch ihr Vermieter einverstanden ist. Dann gibt es das Angebot eines Herrn, Fendt könne übergangsweise bei ihm und seiner Familie ins Gästezimmer ziehen. Eine Dame, die anonym bleiben will, bot sogar die Ersparnisse aus ihrer Haushaltskasse an: „Ich habe zwar keine Wohnung für den Ex-Polizisten, aber ich leide mit ihm und will wenigstens ein klein wenig helfen…“ 

Joachim Fendt dankbar 

Als der Ex-Polizist, der wegen einer psychischen Erkrankung frühpensioniert wurde, von all den Hilfsangeboten erfährt, strahlt er. „Geld brauche ich nicht. Das ist mir direkt peinlich, auch wenn ich mich ganz herzlich bedanken möchte“, sagt er. Die Wohnungsangebote aber freuen ihn sehr – er sucht etwas Dauerhaftes für sich und am besten auch für seinen Sohn. Schon jetzt möchte sich Fendt für all die Angebote bedanken.

svs

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