Hinweis von Leserin

Verschollene Kini-Krone - Die tz auf Spurensuche

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Einsam und verlassen steht die Kini-Krone im Garten des früheren Wachhauses der Wasserbehörde

München - Offiziell gilt die Krone von König Ludwig II. als verschollen. Nun glaubte eine Leserin, sie gesehen zu haben. Die tz geht auf Spurensuche.

Die Münchner lieben ihren König Ludwig II., bald soll sein Kini-Denkmal wieder auf der Corneliusbrücke stehen (Text unten). Doch was ist ein König ohne seine Krone …?

Offiziell gilt sie als verschollen. Im städtischen Bauhof in Poing lagern zwar noch die Original-Steine des Denkmals, das 1969 abgerissen wurde (und zwar allesamt durchnummeriert). Dumm nur: Laut den Mitarbeitern ist die Krone „zur Zeit unauffindbar“, zuletzt wurde sie im Jahr 1986 gesehen.

Das frühere Wachhaus der Wasserbehörde

Eine heiße Spur führt jedoch in die Hefner-Alteneck-Straße in der Isarvorstadt – hier glaubte eine tz-Leserin, die anonym bleiben möchte, die verschwundene Krone gesehen zu haben. Die tz geht auf Spurensuche – und findet auf der Isar-Halbinsel das ehemalige Wachhaus der städtischen Wasseraufseher. Ein herrschaftliches Anwesen mit drei Stockwerken, durch Hecken und hohe Zäune geschützt. Wer genau hinsieht, entdeckt im Garten des Hauses die Umrisse von zwei majestätischen Betonklötzen.

Liegt hier die vermisste Kini-Krone – und keiner weiß es? „Ich wohne seit 1961 im Haus, war früher bei der Wasserschutzbehörde – als ich einzog, standen die Kronen schon im Garten. Jede wiegt mit Sicherheit eine Tonne“, sagt Anwohner Helmut S. (83). Nachbar Horst H. bestätigt: „Ab und zu schaut der Denkmalschutz hier vorbei.“

Mit Moos überzogen liegen die zwei Kronen im Garten. „Meines Wissens wurden sie im Jahr 1889 nach einem Hochwasser von der Ludwigsbrücke gerettet“, sagt Helmut S. „Mittlerweile ist das Grundstück hier privat“, sagt Horst H. Nur: Wem gehören dann die Kronen?

Dem Original von der Corneliusbrücke sehen sie ähnlich, doch gibt es einen Unterschied: Der Raum zwischen den Bügeln der Krone ist beim Original betoniert und nicht offen. Eine Verbindung aber bleibt: Gebaut hat das Wachhaus mit den Kronen im Jahr 1900 der Stadtbaumeister Hans Grässel – er war es auch, der einst den Entwurf für den Portikus des Kini-Denkmals lieferte.

Andreas Thieme

Das sind die Pläne für das Kini-Denkmal

Der Kini soll zurück auf die Corneliusbrücke – das wünschen sich die Josef Sattler und Dietmar Holzapfel vom Hotel Deutsche Eiche. „Wir möchten die Bronzestatue, die früher auf der Corneliusbrücke stand und im Zweiten Weltkrieg für die Waffenproduktion eingeschmolzen wurde, wieder aufbauen“, sagen die Gastronomen – und werden darin von der CSU-Fraktion im Münchner Stadtrat unterstützt, die Mitte März einen entsprechenden Antrag an den Oberbürgermeister stellte.

Der Plan der Kini-Fans: Mit der vorhandenen Original-Bauteilen, die durchnummeriert im Bauhof eingelagert sind, soll das Denkmal wieder dort errichtet werden, wo es von 1910 bis 1969 stand. Zudem soll die Stadtverwaltung prüfen, ob im Unterbau des Denkmals ein Café gebaut werden könnte, damit sich die Münchner Bürger „den herrlichen Blick auf die Isar“ genießen können,.

Schätzungen zufolge soll das Projekt rund eine halbe Million Euro kosten, die aber nicht die Münchner Bürger mit ihren Steuern bezahlen sollen. Die Gastronomen versichern: „Wenn das Projekt von der Politik befürwortet wird, werden wir einen Verein gründen, der die Finanzierung über Spendengelder sichert.

thi

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