Vogelschutzbund schlägt Alarm

Zu wenig Regen: München trocknet aus!

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Ein extremer Juni: Rasenbrand im Olympiapark.

München - Rasenbrände im Olympiapark, Algenblüte in der Isar, austrocknende Tümpel: Derzeit ist es in München so trocken wie seit 1972 nicht mehr! Dabei hat der Sommer doch gerade erst begonnen.

Bis zum Mittwochabend fielen gerade einmal 10 Liter pro Quadratmeter. „Das sind nur acht Prozent der Sollmenge für den gesamten Juni – normal wären 128 Liter“, sagt Dominik Jung von wetter.net.

Dabei war es schon im vergangenen halben Jahr viel zu trocken in Südbayern. Das Landesamt für Umwelt registrierte von Dezember 2013 bis Mai 2014 lediglich 317 Liter Regen und Schnee pro Quadratmeter. Das entspricht nur 62 Prozent des langjährigen Durchschnitts.

Die Folgen: 60 Prozent der Grundwassermessstellen weisen niedrige oder gar sehr niedrige Pegel auf. „An den nördlichen Badeseen herrscht zur Zeit allgemein ein niedriger Wasserstand“, sagt auch Dagmar Rümenapf vom Baureferat. Auch der Landesbund für Vogelschutz spricht vom „trockensten Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“. Und warnt: „Dieses extreme Wetterereignis hat erhebliche Auswirkungen auf die Natur.“ Wiesenpflanzen hätten das Wachstum eingestellt, blühen und fruchten vorzeitig. Die Kaulquappen von Laubfrosch und Wechselkröte bräuchten noch wasserführende Tümpel, doch die seien weitgehend ausgetrocknet. Vogelarten wie Amsel, Singdrossel und Kiebitz, die ihre Nahrung mit dem Schnabel im Oberboden suchen, bekämen durch den steinharten Boden Probleme bei der Nahrungssuche.

Pegel am Starnberger See 75 Zentimeter niedriger als vor einem Jahr

An der Isar bekommen die Badegäste bislang das trockene Wetter durch eine stärkere Algenblüte als sonst zu spüren. Dass sie immer noch ausreichend Wasser führt, ist dem Sylvensteinspeicher bei Lenggries zu verdanken, der das Isarwasser zurückhält.

An der Isar ist dieses Jahr eine stärkere Algenblüte bemerkbar.

Doch der See verliert derzeit jeden Tag knapp zehn Zentimeter seines Pegels, weil dort mehr Wasser in die Isar abgelassen werden muss, als er von der oberen Isar und anderen Nebenflüssen bekommt. Roland Kriegsch, Chef des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim, macht sich aber noch keine großen Sorgen: „Zwar ist dieses Jahr vor allem die Schneeschmelze ausgeblieben, dennoch können wir mindestens 80 Tage lang weiter Wasser in die Isar abgeben.“

Am Starnberger See liegt der Pegel derzeit 75 Zentimeter niedriger als vor einem Jahr, das sind 20 Zentimeter unter dem Durchschnittswert. Die Staatliche Seenschifffahrt musste ihre Anlegestege bereits tiefer legen, damit alle Schiffe dort weiterhin anlegen können.

Am Sonntag gibt's Starkregen

Am Freitag ist Siebenschläfertag – und eine alte Regel besagt: „Wie das Wetter am Siebenschläfertag, so es in den kommenden sieben Wochen bleiben mag.“ Für Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net könnte sie in diesem Jahr sogar wahr werden. Denn das Wetter geht offenbar so wechselhaft weiter wie der heutige Freitag: Nach der langen Trockenphase kündigen sich für das Wochenende Unwetter und Starkregen an.

„Das kann in München und vor allem auch am Alpenrand richtig kräftig werden mit bis zu 30 Litern pro Quadratmeter“, meint Jung. Und dann seien ab Mitte nächster Woche auch wieder Temperaturen um die 30 Grad drin. Eine Prognose für den Rest des Sommers vermag der Meteorologe nicht zu geben.

Das Wetter in Ihrer Region sehen Sie hier.

Johannes Welte

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