Zerschlagung polnischer Bande zeigt Wirkung

Weniger Enkeltricks in München

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München - Nachdem die Polizei in einer grenzübergreifenden Aktion in Polen Anfang des Jahres eine Bande Enkeltrick-Betrüger ausgehoben hat, ist diese Masche zumindest im Raum München stark zurückgegangen.

Im vergangenen Jahr hatte das Präsidium noch 20 vollendete Enkeltrick-Betrugsfälle mit einer Beute von etwa 620 000 Euro registriert. Heuer wurde nur ein Fall bekannt, bei dem die Gauner Erfolg hatten. 90 Versuche wurden der Polizei in diesem Jahr gemeldet, 2015 waren es noch 830. Offenbar meiden die Betrüger jetzt München.

Wie berichtet hatte die Bande von Polen aus mehrere Callcenter betrieben. Die Betrüger lebten im Luxus, obwohl sie nie einer legalen Beschäftigung nachgegangen sind. Indem sie sich als Verwandte ausgaben und haarsträubende Geschichten erzählten, zogen die Gauner den Senioren ihr Erspartes aus der Tasche. Deutsche und polnische Ermittler legten schließlich drei Familienclans von Enkeltrick-Betrügern aus Breslau, Posen und Danzig das Handwerk.

Sieben Betrüger warten derzeit noch in Polen auf ihren Prozess. Ein Ehepaar kommt aus der Nähe von Frankfurt. Die beiden wurden nach München überstellt. Das Landgericht verurteilte den 29-jährigen Ehemann vor kurzem zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Zudem muss er 18 000 Euro Entschädigung an zwei seiner Opfer zahlen. „Der Mann hatte keine Vorstrafen. Das Urteil ist ein großer Erfolg“, sagt Uwe Dörnhöfer, Leiter der Ermittlungsgruppe „Enkeltrick“ in München. „Das Vertrauen der Menschen ist weg. Diese Betrugsmasche hinterlässt Spuren bei den Opfern.“ Die 23-jährige Ehefrau wurde freigesprochen, bekam allerdings keine Entschädigung für die Zeit in der U-Haft. Einem weiteren Ganoven wird im Februar der Prozess gemacht. Der 22-Jährige kommt aus dem Rhein-Main-Gebiet, zur Tatzeit war er 21. Der Mann sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

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