Reisende musste 14 Euro nachzahlen, obwohl sie ein Ticket hatte

Wenn die Fahrkarte im Zug nicht mehr gilt

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Weil sie eine spätere Verbindung nach München genommen hatte, musste Erika B. 14 Euro nachzahlen. Begründung: Der Zug hielt nicht an der MVV-Grenze.

Sie wollte mit ihrem Sohn von Hörlkofen nach München fahren und hatte ihrer Meinung nach alles richtig gemacht:

Zusätzlich zu den Dauerkarten der beiden für den MVV-Gesamtbereich löste sie zwei Tickets Hörlkofen – Markt Schwaben. Denn dieser Abschnitt zählt nicht zum MVV-Gebiet. Doch Erika B. musste im Zug 14 Euro nachzahlen. Kein Wunder, dass die 68-jährige Hörlkofenerin jetzt stinkesauer auf die Bahn ist: „Das ist doch kleinkariert, was die da machen.“

Normalerweise nimmt sie den Zug der Regionalbahn Südostbayern, der aus Mühldorf kommend um 9.06 Uhr in Hörlkofen abfährt. Da gab es noch nie Probleme mit ihrem Zusatzfahrschein. Diesmal, am 25. Dezember, entschied sie sich für den 11.06 Uhr-Zug. Für den allerdings, so erklärte der Fahrscheinkontrolleur den beiden Reisenden, würden die MVV-Karten nicht gelten, obwohl die Strecke die selbe sei. Schließlich habe dieser Zug nicht in Markt Schwaben gehalten. „Da haben Sie ja nicht die Möglichkeit, dort zuzusteigen“, erklärte der Bahner der verdutzten Frau und ihrem Sohn Markus (41). „Dann gelten ihre Zeitkarten nicht.“ Erika B. versuchte zu erklären, dass sie immer auf dieser Strecke so fahre und es noch nie Probleme gegeben habe. Doch der Bahnmitarbeiter bestand darauf, dass 14 Euro nachgezahlt werden müssten.

„Innerlich habe ich gekocht. Ich bin doch kein Schwarzfahrer“, sagt die Hörlkofenerin. Bei der Pressestelle der Deutschen Bahn in München hat man allerdings wenig Verständnis für die Frau. Ein Sprecher: „Es ist doch die Normalität, dass sich ein Reisender vor Antritt der Fahrt über die Reisebedingungen informiert.“ Er bedauere zwar den Fall, aber es sei in der Tat so, dass die MVV-Tickets nicht gelten würden, wenn der Zug nicht am Eingangsbahnhof in den MVV-Bereich halten würde“. Die resolute Hörlkofenerin will trotzdem nicht aufgeben, ihr Geld zurück zu bekommen: „Man darf sich nicht alles gefallen lassen.“

Zumal der Bahn-Mitarbeiter am Schalter im Bahnhof von Hörlkofen, den sie tags darauf auf die Sache ansprach, durchaus Verständnis für sie gezeigt habe und das Ganze auch nicht nachvollziehen konnte. Erika B.: „Der hat mir gesagt, dass er auch nicht gewusst hätte, dass ich für die ganze Fahrt bezahlen muss, wenn der Zug nicht in Markt Schwaben hält.“

Michael Luxemburger

Quelle: tz

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