Boxer in München, Herrchen auf der Insel

Wer bringt seinen Hund heim nach Teneriffa?

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Rentner Klaus Stoll (r.) lebt seit fünf Jahren auf Teneriffa; links Stolls Freundin Gudrun Nelde mit der Boxer-Dame in München.

München - Klaus Stoll lebt auf Teneriffa, doch es geht ihm hundeelend – weil ihm sein Hund so sehr fehlt. Denn der musste in München bleiben. Wer kann dem Mann helfen?

Rentner Klaus Stoll (70) ist seit mittlerweile gut zwei Wochen von seiner Boxer-Dame Kathi (3) getrennt. Auf einem Flug konnte er sie nicht mitnehmen, weil’s ein Problem mit der Transportkiste gab. Jetzt sucht Stoll verzweifelt nach einer Möglichkeit, den Hund nachzuholen. Er sagt: „Hoffentlich findet sich jemand, der sowieso nach Teneriffa fliegt, Kathi auf dieser Reise mitnimmt und sie mir auf der Insel übergibt. Quasi als Flug-Pate.“

Stoll lebt seit fünf Jahren auf Teneriffa. Er hat zwar nur eine kleine Rente, aber für eine kleine Wohnung auf der Kanaren-Insel reicht’s. Und das Klima dort ist einfach angenehmer als in der alten Heimat München. Hier auf Teneriffa lebt er zusammen mit Katze Minka und eben mit Kathi: „Ich habe sie im Januar aus dem Tierheim geholt. Sie hatte einen Tumor, niemand wollte sich um sie kümmern.“ Niemand – außer Klaus Stoll.

Er nahm Kathi auf, schnell wurden die beiden ein Herz und eine Seele. Als der Rentner jetzt im August für eine Herz-Untersuchung nach München kam, nahm er die Boxer-Dame natürlich mit: „Sie kann nicht allein sein.“ Umso schlimmer, was kurz vor dem Rückflug passierte. Stolls Freundin Gudrun Nelde (52) erzählt: „Beim Einchecken haben wir gemerkt, dass die Tür von Kathis Transportkiste fehlt.“ Und mit offener Kiste gibt’s keinen Hunde-Flug! Nelde: „Alle anderen Passagiere hatten schon eingecheckt. Wir mussten ganz schnell entscheiden, was jetzt passieren soll.“

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Schweren Herzens (und angesichts der hohen Preise für eine Umbuchung) ringt sich Stoll dazu durch, allein zu fliegen. Kathi bleibt erst mal bei Nelde in München. Aber: Dieses „erst mal“ dauert jetzt schon viel zu lang. Stoll: „Mein Hund fehlt mir so. Mir geht’s ohne meine Kathi richtig schlecht.“ Und in der Gegenrichtung gilt das gleiche. Nelde sagt: „Es ist schlimm für ­Kathi. Sie jault viel.“

Dazu kommt: Nelde ist in ihrem Job als Sprach­therapeutin sehr eingespannt, deshalb müssen auch Nachbarn und Freunde einspringen, um auf Kathi aufzupassen. Klaus Stoll sagt: „Hoffentlich liest jemand diese Zeilen, der bald nach Teneriffa fliegt und der mir meine Kathi mitbringt.“ Um die Organisation würde sich Nelde kümmern, Zusatzkosten entstehen für den Flug-Paten natürlich nicht. Selbstverständlich hat Kathi alle nötigen Impfungen und Papiere.

Können Sie Kathi mitnehmen? Dann bitte melden bei der tz-Lokalredaktion (089/5306 – 522, lokales@tz.de). Wir stellen den Kontakt her.

Uli Heichele

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