Wer kann sich hier noch die Miete leisten?

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Die Staubschutzwände schirmen die Baustelle ab, damit die Passanten nicht zu sehr belästigt werden.

Im Stachus-Untergeschoß ist nicht mehr viel so, wie es mal war. Etliche der früher 50 Läden sind geschlossen und durch Staubschutzwände abgeschirmt.

Andere betreiben ihr Geschäft vorübergehend in anderen Parzellen des Glaswabenlabyrinths. Seit April wird umgebaut, bekanntlich soll alles heller, schöner, übersichtlicher werden. Bringt das 33-Millionen-Umgestaltungsprojekt der Landesbank Baden-Württemberg Immobilien GmbH Mieten, die für die früheren Ladenbetreiber unerschwinglich sind?

Die CSU-Stadträten Richard Quaas und Marian Offman jedenfalls sorgen sich um das Preisniveau im künftigen Einkaufszentrum und legen OB Christian Ude einen ganzen Katalog von Fragen vor.

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Der Stachus-Umbau startet

Seit seinem Entstehen Anfang der 70er Jahre wurde das Stachus-Untergeschoss von der Stadt gemanagt. Der Verkehrsbereich wurde den Stadtwerken übertragen, das Einkaufszentrum für 33 Jahre an die LBBW Immobilien verpachtet. Trotzdem sind die CSU-Politiker der Ansicht, die Stadt habe eine Verpflichtung, sich um die Ladenmieter zu kümmern.

Quaas und Offman haben von Interessenten gehört, denen Mietpreise für einen Laden in mittlerer Lage von 100 Euro brutto pro Quadratmeter genannt worden seien, das wäre eine Verdopplung. Sprecherin Claudia Wild erläutert der tz gegenüber, dass es „Mieten geben wird, die deutlich unter diesem Betrag liegen, in Abhängigkeit von Lage, Zuschnitt und Branche“. Verträge wurden noch keine unterschrieben, das soll Ende August, Anfang September in Angriff genommen werden.

15 der „alten“ Geschäftsleute wussten von vornherein, dass sie nicht mehr dabei sein würden: Die LBBW wollte einen bunteren Branchenmix, so Claudia Wild. Der Goldladen etwa eröffnet nicht wieder, auch Ferio, Spezialist für italienische Mode, machte nach 17 Jahren für immer zu. Weitere 15 Geschäftsleute hätten sich „auch schon im Vorfeld entschlossen, nicht mehr wiederzueröffnen“. Aus unterschiedlichen Gründen, so Wild: „Zum Beispiel Altersgründe oder Konzentration auf das Stammgeschäft außerhalb des Stachus.“ Pausieren musste keiner: „Man hat versucht, den Mietern eine Interimsfläche anzubieten, speziell solchen, die keine anderen Filialen haben, in die sie ausweichen könnten.“

Gespräche mit den restlichen 20 Mietern seien im Gange, so Wild. Auch für die 30 frei gewordenen Parzellen gebe es Interessenten. Alle müssen sich darauf einstellen, die Räume in recht rohem Zustand entgegenzunehmen. Schaufenster und Eingangstüren, gewünscht sind elektronische, müssen selbst bezahlt werden. Das sei in Einkaufszentren üblich. Im April 2009 sollen die ersten beiden Bauabschnitte fertig sein: Unter der Sonnenstraße werden kleine Läden für Ware des täglichen Lebens einziehen und Richtung Karstadt eine Art Fressmeile.

Quelle: tz

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