Wer kann Valentin helfen? Neue Aktion

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Mit der Prothese am rechten Bein kann Valentin jetzt noch draußen herumtollen – ohne die OP wird seine Hüfte aber verkümmern

München - Der kleine Valentin (3) leidet an der Krankheit Proximal Femoral Focal Deficiency, kurz PFFD. Er braucht dringend Hilfe. Am 21. April kommt es zu einer Aktion im Augustiner-Keller.

Spendenaufruf

Auf der Internetseite www.valentinhelfen. de finden alle Informationen, die Valentin helfen wollen. Das Spendenkonto: 3000 40000, BLZ: 700 800 00 Commerzbank, Stichwort: Valentin

Valentins blaue Augen leuchten, wenn er mit seinen Freunden durch die Kinderkrippe tobt. Von der Orthoprothese an seinem rechten Bein lässt er sich nicht am Spielen hindern. In solchen Momenten ist der Dreijährige ein ganz normaler Junge. Aber die Zeit läuft gegen ihn: Valentins erkrankte Hüfte muss bald stabilisiert werden. Nur eine Operation in den USA kann helfen.

Um den kostspieligen Eingriff zu bezahlen, sammelt seine Mutter Martina Brand Spenden. Unterstützung bekommt sie auch vom Veranstalter der „Boarischen Nacht“ im Augustiner-Keller.

Valentin leidet an der Krankheit Proximal Femoral Focal Deficiency, kurz PFFD, einer Fehlbildung des Hüftgelenks mit einem verkürzten Oberschenkel. In Valentins Fall besteht der Hüftkopf nur aus Knorpel und verwächst immer weiter mit der Gelenkpfanne. Ohne OP ist die Gefahr groß, dass die Hüfte des Kindes verkümmert.

So weit will es seine alleinerziehende Mutter nicht kommen lassen. „Valentin hat eine zweite Chance verdient. Er soll doch ein relativ normales Leben führen können“, wünscht sich Brand.

In den vergangenen drei Jahren war sie mit ihrem Sohn bei vielen Ärzten. Leider gibt es kaum Spezialisten, denn die Krankheit tritt nur selten auf, in Deutschland gibt es fünf Fälle pro Jahr. Irgendwann wurde Brand auf den Amerikaner Dr. Dror Paley aufmerksam. Der Arzt beschäftigt sich intensiv mit PFFD und hat Kinder aus der ganzen Welt operiert.

Sein Honorar für den Eingriff beträgt 25 000 Euro. Für die Reise in die USA und den mehrwöchigen Krankenhaus-Aufenthalt kommen insgesamt aber rund 120 000 Euro zusammen. Kosten, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Deshalb versucht der Verein „Deutsche Lebensbrücke“ zu helfen.

Heinz Ruppenstein, der Veranstalter der „Boarischen Nacht“ im Münchner Augustiner-Keller, hat sich eine ganz besondere Aktion ausgedacht. Jeder Gast, der bei der Veranstaltung am 21. April für Valentin spendet, nimmt an der Verlosung eines Wellness-Wochenendes für zwei Personen im Hotel Egerner Höfe am Tegernsee teil. „Ich freu’ mich schon auf den Moment, wenn ich Valentin sagen darf: ‚Das kommt von den lieben Gästen der Boarischen Nacht‘!“

Mit der OP soll Valentin auch in Zukunft unbeschwert mit seinen Freunden spielen können. Demnächst will er mit einer neuen Bade-Orthoprothese das Schwimmbad erkunden.

Beate Winterer

tz-Stichwort: PFFD ist angeboren

Bei der angeborenen Krankheit PFFD (Proximal Femoral Focal Deficiency) ist das Hüftgelenk meist stark unterentwickelt und der Oberschenkel verkürzt. Es gibt verschieden starke Ausprägungen der Erkrankung. In extremen Fällen

fehlen Hüftpfanne und Hüftkopf sogar komplett. Bisher ist die genaue Ursache für PFFD noch nicht geklärt. Die Fehlbildung tritt sehr selten auf. In Deutschland werden jährlich etwa fünf Kinder mit PFFD geboren. Bei 15 Prozent sind beide Beine betroffen.

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