Diese Fälle machen wütend

So werden Senioren von Trickdieben beklaut

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Traurig: Helga R. zeigt das Briefkuvert, aus dem ein Trickieb ihr Urlaubsgeld geklaut hatte.

München - Diese drei Geschichten machen wütend. Helga R. wurde von Trickbetrügern um ihr Urlaubsgeld gebracht, eine ältere Dame beinahe abgezockt und einem Rentner saß einem falschen Monteur auf.

Fall1: Trickdieb stiehlt ihr das Urlaubsgeld

Jeden Monat legt Helga R. von ihrer kleinen Rente ein paar Euros zurück. „Für meinen Urlaub auf Mallorca“, erzählt die 85-Jährige. In zehn Tagen wollte die Witwe abfliegen. „Auf das Meer und die Sonne hab’ ich mich so gefreut.“ Doch daraus wird heuer nichts. Ein falscher Hausmeister hat die Seniorin bestohlen. „900 Euro sind weg“, klagt Helga R. Dann schaut sie traurig in ein leeres Briefkuvert. Darin hatte ihr ganzes Urlaubsgeld gesteckt.

Am Tag nach dem Diebstahl kann Helga R. alles noch nicht fassen. „Wie konnte mir das passieren?“, fragt sich die Rentnerin immer wieder. „Ich bin doch sonst nicht auf den Kopf gefallen.“

Als am Mittwochnachmittag ein Mann an ihrer Wohnungstür klingelte, ahnte sie nicht, dass ihr ein Trickdieb gegenüber stand.: „Grüß Gott Frau R. Ich bin der Hausmeister ihrer Anlage“, stellt sich der Unbekannte vor. „Ich habe eine gute Nachricht für Sie: Sie kriegen Wassergeld zurück.“

Kaum hat der Mann zu sprechen begonnen, steht er auch schon in der Wohnung. Helga R. war erst im Mai in die behindertengerechte Wohnung gezogen. Sie glaubt den echten Hausmeister vor sich.

Dann beginnt das Verwirrspiel: Er habe nicht genug Wechselgeld, ob Frau R. ihm aushelfen könne, fragt er. „Da hab’ ich mein Kuvert mit dem Urlaubsgeld geholt“, erzählt die Witwe. „Er hat dauernd andere Beträge genannt, die ich zurückbekommen sollte. Das hat mich ganz verwirrt.“

Das Durcheinander wird noch größer, als der vermeintliche Hausmeister die Rentnerin ins Bad schickt: „Drehen Sie bitte das Wasser auf – erst heiß und dann kalt.“ Die wenigen Minuten im Bad nutzt der Betrüger eiskalt, um das Briefkuvert zu plündern, das Helga R. in eine Tasche gesteckt hatte.

Als die Witwe wieder aus dem Bad kommt, meint der falsche Hausmeister, er hole jetzt woanders Wechselgeld. Er verschwindet – mit dem gesamten Urlaubsgeld.

Helga R. ist untröstlich: „Das ist so niederträchtig, eine alte Frau zu bestehlen.“ Mit ihrer Geschichte will die 85-Jährige alle Senioren vor den Maschen der miesen Trickbetrüger warnen. Polizeisprecher Gottfried Schlicht rät: „Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnungen. Rückzahlungen kommen immer per Üerweisung.“

Fall 2: Polin (19) will Seniorin ausnehmen – gefasst!

Gleich zwei Mal in nur zwei Tagen ist eine Münchnerin (89) von Enkeltrickbetrügern angerufen worden. Beide Male war die Seniorin der festen Überzeugung, dass ihre Nichte in Not sei. Am Dienstag bat eine Anruferin um 23 000 Euro für einen Wohnungskauf. Die Seniorin ging zur Bank, doch ein Angestellter alarmierte die Polizei. Die Beamten konnten in der Nähe der Wohnung einen 23-jährigen Mann festnehmen. Am nächsten Tag erhielt die 89-Jährige wieder einen Anruf einer vermeintlichen Nichte. Sie bräuchte 55000 Euro für einen Wohnungskauf. Die betagte Dame marschierte wieder zur Bank, holte das Geld aus ihrem Schließfach und drückte es einer 19-jährigen Polin in die Hand. Die Frau wurde festgenommen.

Fall 3: Gauner greift in Geldbeutel

Ein Rentner (86) aus Aubing hatte am Donnerstag auf einen Handwerker für seine Waschmaschine gewartet. Gegen 13.30 Uhr klingelte ein Mann an der Tür. Da er ihn für den Monteur hielt, führte er den vermeintlichen Handwerker in den Keller. Dieser führte dann etwa fünf Minuten lang „Reparaturarbeiten“ durch. Als ihm der 89-Jährige 10 Euro Trinkgeld geben wollte, gelang es dem Trickdieb, weitere 50 Euro unbemerkt aus dem Geldbeutel seines Opfers zu fingern. Als eine halbe Stunden später der echte Handwerker kam, bemerkte der Rentner den Betrug.

Jacob Mell

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